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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Stauffer-Bern; Staukurve; Staumauer; Staunton; Staupe

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Stauffer-Bern - Staupe

spitzung der parteipolit. Verhältnisse mehr und mehr von den Arbeiten des Reichstags zurück. Dagegen beteiligte er sich im bayr. Abgeordnetenhause, dem er seit 1866 (mit einer kurzen Unterbrechung 1877-79) angehört und dessen erster Präsident er 1873-75 war, ferner lebhaft an den Verhandlungen. Er war mit Schauß Führer der vereinigten Linken und vertrat die nationalen Interessen stets mit großer Entschiedenheit, besonders bei den Verhandlungen über die Zollvereins- und die Versailler Verträge. Im Dez. 1893 erklärte er seinen Rücktritt von der Stelle des ersten Vorsitzenden des Landesausschusses. S. ist auch Mitglied des bayr. Eisenbahnrates.

Stauffer-Bern, Karl, Maler, Kupferstecher und Bildhauer, geb. 2. Sept. 1857 zu Trubschachen im Emmenthal, wurde an der Münchener Akademie unter Löfftz, Dietz und Raab gebildet und hielt sich dann 1880-88 in Berlin auf. Hier errang er 1881 durch ein gemaltes Bildnis des Bildhauers Karl Klein auf der akademischen Kunstausstellung die kleine goldene Medaille. Der Radierer Peter Halm führte ihn dann in die Technik der Ätzkunst ein. In seinen Radier- und Grabstichelarbeiten erreichte S. eine große plastische Wirkung mit feinster naturalistischer Durchbildung der Einzelheiten und bei ausgebildetem Helldunkel (Bild Peter Halms, Menzels, seiner Mutter, K. F. Meyers und Gustav Freytags im Garten). Das Stichwerk S.s zählt 28 Nummern. Das Porträt Gustav Freytags in Öl (1887) befindet sich in der Berliner Nationalgalerie. Seine Beschäftigung mit plastischen Arbeiten führte ihn 1888 zusammen mit Klinger nach Rom, wo er auch als Bildhauer thätig war. Infolge einer unglücklichen Herzensangelegenheit und eines sich aus dieser entwickelnden Irrsinns in traurige Verhältnisse gestürzt, starb er 24. Jan. 1891 in Florenz. - Vgl. Bode, Berliner Malerradierer (2. Aufl., Wien 1891); Graul, in Lützows "Vervielfältigender Kunst der Gegenwart", Bd. 3 (ebd. 1891); Brahm, Karl S., sein Leben, seine Briefe, seine Gedichte (Stuttg. 1892; 4. Aufl., Lpz. 1896).

Staukurve, s. Wehr.

Staumauer, s. Staudamm.

Staunton (spr. stahnt'n), Fluß in Nordamerika, Quellfluß des Roanoke, entsteht in den Middle-Mounts des Blue Ridge in Virginia, fließt nach SO. und vereinigt sich bei Clarksville mit dem Dan.

Staunton (spr. stahnt'n), Sir George Leonard, Reisender, geb. 19. April 1737 zu Galway in Irland, studierte zu Montpellier Medizin und kam 1762 als Arzt nach Westindien, wo er Sekretär des Lords Macartney, Gouverneurs der Insel Grenada, wurde, den er auch nach Ostindien begleitete, als derselbe die Statthalterschaft von Madras übernahm. Auf der Gesandtschaftsreise Macartneys nach China 1792-94 begleitete S. diesen wiederum als Legationssekretär und erhielt zugleich den Titel eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers. Er starb 14. Jan. 1801 in London. S. veröffentlichte: "An authentic account of an embassy from the King of Great Britain to the Emperor of China" (2 Bde., Lond. 1797 u. ö., mit Karten und Kupfern; deutsch, 2 Bde., Zür. 1798). Großen Anteil an diesem Werke hatte John Barrow (s. d.). S.s Biographie verfaßte sein Sohn (Lond. 1823).

Staunton (spr. stahnt'n), Sir George Thomas, Reisender und Sinolog, Sohn des vorigen, geb. 26. Mai 1781 in Salisbury, begleitete 1792 seinen Vater nach China, studierte dann in Cambridge und wurde 1799 bei der Faktorei der Ostindischen Gesellschaft in Kanton zuerst als Sekretär, dann als Präsident des Ausschusses der Faktorei angestellt. Als 1816 Lord Amherst als Gesandter nach China geschickt wurde, begleitete ihn S. als königl. Kommissar und leistete bei Unterhandlungen mit der chines. Regierung wichtige Dienste. 1817 verließ er China. Seit 1818 war er mit wenigen Unterbrechungen Mitglied des Parlaments, zog sich aber 1852 von dem polit. Leben zurück und starb 10. Aug. 1859 zu London. Er übersetzte den Kriminalcodex des Chinesischen Reichs ins Englische ("Ta-tsing-leu-lee", Lond. 1810; französisch mit Anmerkungen von F. Renouard de Sainte-Croix, 2 Bde., Par. 1812) und die Narrative of the Chinese embassy to the Khan of the Tourgouth Tartars in the years 1712, 1713, 1714 and 1715" (Lond. 1821). Außerdem schrieb er: "Miscellaneous notices relating to China and the British commercial intercourse with that country" (Lond. 1822). Für die Hakluth Society gab er Mendozas 1588 von Parke übersetzte "History of the great and mighty kingdom of China" (Lond. 1853) heraus.

Staunton (spr. stahnt'n), Howard, engl. Schachspieler und Schachschriftsteller, geb. 1810, gest. 1874, redigierte 1841-53 die engl. Monatsschrift "The Chess Player's Chronicle", 1865 anonym das nur kurze Zeit bestehende Journal "The Chess World", schließlich die Schachspalten in der "Illustrated London News". Seinen schriftstellerischen Ruhm verdankt er in erster Linie seinen Hauptwerken "The Chess Player's Handbook" (1847), welches sich in vieler Beziehung an das Handbuch des Schachspiels von P. R. Bilguer anlehnt; ferner "The Chess Player's Textook" (1849), "The Chess Player's Companion", "The Chess Praxis, a supplement to the Chess Player's Handbook" (1860). Außer durch diese eigenen Schriften hat sich S. auch durch eine Shakespeare-Ausgabe bekannt gemacht.

Staupe, Hundeseuche, Hundepest, Hunderotz, Hundeelend, Katarrhalfieber, Radeseuche, Sucht, Laune, ansteckende Krankheit der Hunde, die fast ausschließlich junge Hunde (gewöhnlich bis zu einem Jahre) befällt. Besonders leicht erkranken Hunde edler Abstammung. Die S. äußert sich zuerst durch Verdauungsstörungen (Appetitlosigkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Diarrhöe), hierauf durch Husten, schleimigen Ausfluß aus der Nase und aus den Augen. Gleichzeitig können auf der Haut, namentlich an der Innenfläche der Schenkel, eitergefüllte Bläschen (Staupepusteln) auftreten. Dieses ist das Bild der sog. katarrhalischen S. Bei der nervösen S. bemerkt man außerdem oder vorwiegend Krämpfe und Zuckungen der Gesichtsmuskeln (Kaukrämpfe) oder auch der Muskeln am Rumpfe; ferner zeigen die Tiere große Schläfrigkeit. Bei beiden Formen zeigt sich hohes Fieber; deshalb ist die Nase, anstatt feucht und kalt, trocken und warm. Ein hoher Prozentsatz der Hunde geht an der S. zu Grunde. Bei der Behandlung hat man in erster Linie für Hebung des Appetits durch Verabreichung von weiniger Rhabarbertinktur (20-40 g), oder von Karlsbader Salz (messerspitzenweise), oder von Kalomel (0,05-0,2 g) zu sorgen. Als Futter gebe man Fleisch und Milch mit etwas Brot oder Gemüse. Bei der nervösen S. hat sich Bromkalium (tierärztlich zu verordnen) gut bewährt. Die in Laienkreisen so beliebte Ver-^[folgende Seite]