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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Staupenschlag - Stavanger

abreichung von Schwefel bei S. schadet nur. Sehr wichtig ist die Vorbeuge gegen S. Die jungen Hunde müssen vor Erkältungen gehütet werden; sie sind vom Verkehr mit andern Hunden fern zu halten und intensiv mit Fleisch und Milch zu füttern.

Über die ebenfalls S. genannte Krankheit der Pferde s. Pferdestaupe.

Staupenschlag (Fustigatio), die meist mit Landesverweisung verbundene fränkisch-mittelalterliche Auspeitschung, bei der der Verbrecher vom Henker durch die Straßen geführt und mit Ruten auf den entblößten Rücken gepeitscht wurde.

Staupitz, Joh. von, Gönner und Freund Luthers, aus adliger Familie im sächs. Kurkreise, neigte schon früh durch Studium der mittelalterlichen Mystiker und des Augustinus zu einer tiefern und von den kirchlichen Formen freiern Frömmigkeit. Als Generalvikar des Augustinerordens in Deutschland mit Luther bekannt geworden, vermittelte er 1508 die Berufung desselben nach Wittenberg, wo S. Professor war. 1512 trat er von seiner Professur zurück, siedelte nach Süddeutschland über, legte 1520, um nicht gegen Luther auftreten zu müssen, auch sein Vikariat nieder und zog sich nach Salzburg zurück, wo er anfangs als Hofprediger des Erzbischofs und nachher als Abt eines Benediktinerklosters lebte und 1524 starb. Seine Schriften: "De amore Dei" und "De fide christiana" (beide deutsch übersetzt und neu herausgegeben Stuttg. 1862), bezeugen seine dauernde Hinneigung zur Reformation. Eine Gesamtausgabe seiner Werke begann Knaake (Bd. 1, Potsd. 1867).- Vgl. Kolde, Die deutsche Augustinerkongregation und Joh. von S. (Gotha 1879); Ludw. Keller, Joh. von S. und die Anfänge der Reformation (Lpz. 1888).

Staurolith, ein Mineral, das in kurz- und dick-, oder lang- und breitsäulenförmigen Krystallen des rhombischen Systems ausgebildet ist, die sehr häufig nach zwei Gesetzen Durchkreuzungszwillinge bilden (daher der Name, vom grch. staurós, Kreuz), indem zwei Individuen sich entweder fast rechtwinklig (s. nachstehende Fig. 1; Zwillingsebene eine Brachydomenfläche) oder schiefwinklig unter fast 60° (s. Fig. 2; Zwillingsebene eine Brachypyramidenfläche) durchwachsen. Die durchscheinenden bis undurchsichtigen glasglänzenden Krystalle haben rötlichbraune bis schwärzlichbraune Farbe, eine Härte von 7 bis 7,5, ein spec. Gewicht von 3,34 bis 3,77. Säuren, selbst Fluorwasserstoffsäure, sind ganz ohne Wirkung auf sie. Chemisch besteht der S. aus Kieselsäure, Thonerde, Eisenoxydul, Magnesia und Wasser, welch letzteres erst beim Glühen entweicht, und etwas Eisenoxyd. Sehr häufig bestehen die Krystalle des S. nicht aus reiner Substanz, sondern sind sehr reichlich mit Quarzkörnern (auch mit Granat, Glimmer u. s. w.) durchwachsen. Das Auftreten des S. ist namentlich an Glimmerschiefer gebunden, in dem seine Krystalle eingewachsen sind, z. B. bei Airolo und Faido am St. Gotthard, bei Radegund in Steiermark, Goldenstein in Mähren, in der Bretagne, in der span. Provinz Galicien. Den Eruptivgesteinen ist S. ganz fremd. Wegen der Kreuzesform der Zwillingskrystalle werden diese in manchen Gegenden um den Hals getragen.

^[Fig. 1.]

^[Fig. 2.]

Stauropegion (grch.), in der griech. Kirche das Aufstellen des Kreuzes an dem Ort, wo eine Kirche gegründet werden soll. Das S. ist ein Vorrecht des Bischofs und gewisser Klöster.

Stauropus, s. Buchenspinner.

Stauroskop (grch., "Kreuzzeiger"), ein von Kobell angegebener Polarisationsapparat. Ein senkrecht zur optischen Achse geschnittener einachsiger Krystall, z. B. ein Doppelspat, zeigt, zwischen dem gekreuzten Polarisator und Analysator eingeschaltet, ein System von farbigen Ringen, die von einem dunkeln Kreuz durchsetzt werden. Das S. beruht nun darauf, daß durch Einschiebung neuer Krystallobjekte Veränderungen an dieser Erscheinung auftreten, aus denen man auf die optischen Eigenschaften dieser Krystalle schließen kann.

Stauschleuse, s. Schleuse.

Stauung, s. Stauen. - Über die S. als Bewässerungssystem s. Bewässerung.

Stauungsmetamorphismus, s. Dynamometamorphismus (Bd. 17).

Stauwasser, s. Gezeiten.

Stauweite, s. Wehr.

Stauwerke, s. Staudamm und Hochwasser.

Stavanger. 1) Amt in Norwegen, grenzt im N. an das Amt Söndre-Bergenhus, im O. an die Ämter Nedenäs und Lister-Mandal, im S. und im W. an das Meer und zählt auf 9147 qkm (1891) 114 223 (52 832 männl., 61 391 weibl.) E. S. ist von einer Reihe ziemlich langer Fjorde (Hölefjord, Lysefjord u. a.), größtenteils Verzweigungen des Bukkefjords, durchzogen, die zum Teil von steilen Bergkuppen umgeben und an den Mündungen von Inseln (wie Karmö, Bukken u. s. w.) umkränzt sind. Die wichtigsten Nahrungsquellen sind Ackerbau, Viehzucht, Seefahrt und Fischerei. Eine 76 km lange Eisenbahn, die Jäderbahn, führt längs der Küste von Ekersund nach der Hauptstadt; die Länge der öffentlichen Wege beträgt (1890) 1207 km. Das Amt zerfällt in die Vogteien Jœderen-Dalene und Ryfylke; die Stadtkommunen sind: S., Sitz des Amtmanns, Haugesund, Sogndal, Ekersund, Sandnes, Skudesneshavn und Kopervik. - 2) Hauptstadt des Amtes S., an einer Bucht des Bukkefjords, dem Lysefjord (s. d.) gegenüber, Station der Privatbahn S.-Ekersund, hat zwei vorzügliche, durch vorliegende Inseln geschützte Häfen mit Schiffswerften. Der geschützte Ankerplatz in der Bucht Dusevik, 4 km nördlich von S., wird namentlich von Kriegsschiffen aufgesucht. S. besitzt 2 Trockendocks und Schiffbauwerften. Die größtenteils von hölzernen Häusern bestehende Stadt, bereits im 11. Jahrh. gegründet, zählt (1891) 22 483 E., hat eine 1272 erbaute, 1866 renovierte Domkirche, Gymnasium im frühern bischöfl. Palais, neuere Peterskirche, mehrere andere Lehranstalten, Museum,

^[Abb.]