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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Steiger; Steigerkopf; Steigerung; Steigerwald; Steigfeuer; Steigrad; Steigung; Steigungsverhältnis; Steilküsten; Steilschrift; Steilwender; Stein

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Steiger (Heinrich Adolf) - Stein (Bezirkshauptmannschaft und Stadt)

Jahren das größte Sortimentslager deutscher Bücher in Amerika besaß. Dazu kam Verlag, namentlich von Schulbüchern für deutsch-amerik. Schulen (von Resselt, Grauert, Gelbach); Lehrgänge der deutschen Sprache für Amerikaner (von Henn, Deghuée u. a.); Werke deutsch-amerik. Verfasser, wie Rühl, Kapp, Schumacher, Seidensticker, Rittig, Solger, Rud. und Fried. Lexow u. a.; die letzten Bände von Schems "Deutsch-amerik. Konversations-Lexikon" (1872-74), die "Cyclopædia of Education" von H. Kiddle und A. J. Schem, Materialien für Kindergärten und Bücher über dieselben. Seit 1880 lautet die Firma E. Steiger & Co. S. selbst verfaßte mehrere Schriften über Nachdruck, Buchhandel, Presse, Verlagsrecht, "The Periodical Literature of United States of America" (1873), lieferte für die Wiener Weltausstellung Proben nordamerik. Zeitungen, die in 119 Bänden in der k. k. Hof- und Staatsbibliothek in Wien aufbewahrt sind, und wirkte für die Aufhebung des Einfuhrzolls auf Bücher und Zeitschriften in die Vereinigten Staaten.

Steiger, Heinrich Adolf, Landwirt und Schafzüchter, geb. 20. Dez. 1817 in Schmorkau bei Oschatz, pachtete 1840 das Rittergut Lüttewitz, 1845 Löthain und übernahm 1854 neben letzterm von seinem Vater noch das Stammgut Leutewitz, zu dem er 1859 das Rittergut Sornitz hinzupachtete. Bis 1875 bewirtschaftete er die drei Güter mit großem Erfolg und trat sie dann seinen Söhnen ab. Die von ihm gegründete Vollblut-Merino-Stammschäferei Leutewitz zählt zu den ersten ihrer Art. Als Schriftsteller hat sich S. durch Arbeiten über die Erziehung junger Landwirte, Berufsziel und Berufsglück in der Landwirtschaft, Rentabilität der größern und mittlern Landgüter, und die Schafzucht, insbesondere die Zucht des Merinoschafes, bekannt gemacht. Er starb 17. April 1897 in Meißen.

Steigerkopf, Berg bei Edenkoben (s. d.).

Steigerung der Adjektiva, s. Komparation; der Vokale, s. Vokalsteigerung und Ablaut.

Steigerwald, isoliertes Waldgebirge Süddeutschlands in dem westlich von Bamberg befindlichen Mainwinkel zwischen Eltmann und Marktbreit, in den bayr. Reg.-Bez. Unter-, Mittel- und Oberfranken. Es fällt westwärts mit schroffem Abhange zur Mainebene, dagegen sehr allmählich nach O. zu ab. Südlich reicht der S. bis zur obern Aisch. Die höchsten Gipfel sind im SW. der Frankenberg oberhalb Ippesheim (498 m), der Schwamberg (473 m) und im N. der Große Knetzberg (488 m) und der Zabelstein (489 m). Der ganze S. ist bis zu den Gipfeln mit Laub- und Nadelholz bedeckt; besonders gedeiht die Eiche, Rotbuche, Espe und Linde. In den östl. Bezirken herrschen Tannen und Fichten vor; zahlreiche Wacholderbeerstauden liefern den "Wacholderbeerbrei". Die Bewohner treiben vornehmlich Kohlenbrennen, Teerschwelen, Holzhandel und Holzwarenindustrie. Das Klima ist nicht so rauh als im Spessart, auch der Boden nicht unergiebig. Insbesondere zeichnet sich der Prölsdorfer Grund aus. An den untern Abhängen des Westrandes wird sogar Wein gewonnen. (S. auch Thüringische Terrasse.)

Steigfeuer, soviel wie Raketen (s. d.).

Steigrad, s. Uhren.

Steigung, Steighöhe, Ganghöhe, einer Schraubenwindung, s. Schraube. Über S. im Eisenbahnbau s. d.; über S. bei Treppen s. d.

Steigungsverhältnis, s. Treppen.

Steilküsten, s. Küste.

Steilschrift, s. Schreibschrift.

Steilwender, s. Pflug.

Stein, jedes feste und harte anorganische Naturprodukt. Ein wissenschaftlicher Ausdruck der Mineralogie ist jedoch das Wort nicht, da sowohl die nicht gemengten, homogenen und individualisierten Mineralkörper als auch die gemengten und zusammengesetzten Mineralaggregate (Gesteine oder Felsarten) damit bezeichnet werden. - Im Hüttenwesen versteht man dagegen unter S. ein besonderes, von Schlacken getrenntes Schmelzprodukt der Erze, das vorherrschend aus Schwefelmetallen, Kieselsaure und verschiedenen Erden besteht. - Über künstliche S. s. Steinmasse.

Stein, Gewicht, vorzüglich für Wolle, Flachs, Hanf und Federn. In Deutschland hat die Anwendung dieses Gewichts seit 1872, in Österreich seit 1876 aufgehört. In Preußen, Sachsen und Österreich war der S. ein Fünftel, in Baden ein Zehntel des Centners. In England ist der S. (stone) ein Achtel des Hundredweight (des Cwt., Centners), also 14 Pfd. avdp. (Handelsgewicht) = 6,350 kg. In den Niederlanden hatte der S. (steen), welcher bis 1870 als besonderes Gewicht galt, 3 neue Pfund oder Kilogramm. In Schweden war der S. (sten) bis 1883: 32 Pfd. = 13,6 kg.

Stein oder Konkrement (Calculus, Concrementum), in den Körperhöhlen vorkommende, lose, nicht mit dem Körper verwachsene Gebilde von steinartiger Härte. Die Konkrementbildung kommt meist so zu stande, daß sich gewisse mineralische und organische Bestandteile aus Körperflüssigkeiten niederschlagen und um feste Punkte anhäufen. Die Bildung dieser Niederschläge geschieht entweder, wenn die Bedingungen, unter denen die sich abscheidenden Stoffe in Lösung befanden, zu bestehen aufhören, oder dadurch, daß durch Hinzutritt neuer Umstände die gelösten Stoffe zur Abscheidung veranlaßt werden. Die wichtigsten dieser Konkremente sind die, die in den Harnwegen (Harnsteine, s. d.), in der Gallenblase (Gallensteine, s. d.) und (bei den Grasfressern) im Darmkanal (Darmsteine, s. d.) vorkommen; doch finden sich Konkremente auch anderwärts, z. B. in den Speichelgängen (Speichelsteine, s. Speichel), in den Bronchien, in der Vorsteherdrüse u. s. w. Sie kommen vereinzelt oder mehrfach vor, in der Gallenblase bis zu hundert und darüber; häufig sind sie sehr klein, manchmal erreichen sie aber auch (wie in der Harnblase) die Größe eines Gänseeis und darüber. Nicht selten werden die S. die Quelle lebensgefährlicher Störungen. (S. Steinoperationen.)

Stein, Weinsorte, s. Frankenweine. - S., Weinberg bei Hochheim (s. d.).

Stein bei Nürnberg, Dorf im Bezirksamt Nürnberg des bayr. Reg.-Bez. Mittelfranken, 6 km von Nürnberg, an der Rednitz und der Linie Furth im Wald-Nürnberg-Crailsheim der Bayr. Staatsbahnen, hat (1895) 2048 E., darunter etwa 120 Katholiken, Post, Telegraph, Schloß; Papier- und Bleistiftfabrikation (A. W. Faber, s. d.).

Stein. 1) Bezirkshauptmannschaft in Krain, hat 611,05 qkm und (1890) 40 210 (19 141 männl., 21 069 weibl.) meist slowen. E. in 59 Gemeinden mit 313 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Egg und S. - 2) S., slowen. Kamnik, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts (374,05 qkm, 23 438 E.), an der Feistritz, in schöner Gegend am Südabhang der Steiner