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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Steinauslesemaschine; Steinbach; Steinbearbeitung; Steinbeere; Steinbeißer; Steinberg; Steinbildsäulen

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Steinauslesemaschine - Steinbildsäulen

Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts, hat (1895) 2102 E., darunter 73 Katholiken, Post, Telegraph, ein ehemaliges Schloß (16. Jahrh.); Fabrikation von Cigarren, Wagen, Holzwolle, Steingutwaren, Ziegelei, Sägewerke.

Steinauslesemaschine, s. Getreidereinigungsmaschinen.

Steinbach, Tropfsteinhöhle bei Königstein (s. d.) in Bayern.

Steinbach. 1) S. in Baden, Stadt im Amtsbezirk Bühl des bad. Kreises Baden, am Westfuß des Schwarzwaldes, an der Linie Heidelberg-Basel der Bad. Staatsbahnen, hat (1895) 1989 E., darunter 36 Evangelische, Post, Telegraph, Wasserleitung, Kreditverein, Spital, Kranken- und Armenhaus; Rebstecken- und Hobelbankfabrik, Ziegelei, Wein- und Obstbau. Auf einem nahen Hügel das 1844 errichtete Denkmal Erwins (s. d.) von Steinbach, der hier geboren sein soll. Hinter diesem Hügel der sog. Yberg mit der Burg Yburg. In der Nähe von S. liegt Affenthal (s. d.). - 2) Dorf im Kreis Meiningen des Herzogtums Sachsen-Meiningen, hat (1895) 1392 E., Postagentur, Telegraph; Eisen- und Stahlwarenfabrikation. Nahebei Schloß Altenstein (s. d.).

Steinbach, Emil, österr. Staatsmann, geb. 11. Juni 1846 in Wien, studierte seit 1863 daselbst, trat 1867 in die Advokatenpraxis ein und wurde 1873 Docent, 1874 Professor an der Wiener Handelshochschule. Noch in demselben Jahre trat S. als Vicesekretär in das österr. Justizministerium ein, wurde 1877 Ministerialsekretär, 1880 Sektionsrat, 1884 Ministerialrat, 1890 Chef der legislativen Sektion des Ministeriums und hatte in diesen Stellungen namentlich die Gesetze über die Unfall- und Krankenversicherung der Arbeiter sowie über das Höferecht auszuarbeiten und vor dem Parlament zu vertreten. Gleichzeitig bekleidete S. 1884-90 auch die Professur für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Orientalischen Akademie in Wien. Im Febr. 1891 wurde er zum Finanzminister ernannt. Als solcher vertrat er besonders die Gesetze über die Reform der Personalsteuer und die Währungsreform. Mit dem ganzen Ministerium Taaffe reichte auch S. 29. Okt. 1893 seine Entlassung ein.

Steinbach, Erwin von, s. Erwin.

Steinbach-Hallenberg, Marktflecken im Kreis Schmalkalden des preuß. Reg.-Bez. Cassel, an der Schwarza, in einem Thal des Thüringer Waldes, an der Nebenlinie Wernshausen-Zella St. Blasii der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Meiningen), hat (1895) 3664 E., Post, Telegraph, luth. und reform. Pfarrkirche; Fabrikation von Eisenkurz- und Holzwaren, viele Schlossereien und Nagelschmieden, Sägewerke. S. wird als Sommerfrische besucht. Auf einem Felsen die großartige Ruine der Burg Hallenburg. - Vgl. Köbrich, Geschichte von S. (Schmalkald. 1894).

Steinbearbeitung, eine hinsichtlich der angewendeten Werkzeuge wie der Arbeitsmethoden uralte Industrie. Die Art der Gewinnung des Steinmaterials aus den Brüchen wird einerseits durch das natürliche Vorkommen, andererseits durch die Form, in welcher es zur Verwendung gelangt (ob als Bruchstein oder als Quader), bestimmt. Soll Bruchstein gewonnen werden, so geschieht dies entweder, begünstigt durch das natürliche Vorkommen, ohne regelrechten Steinbruchbetrieb mittels der Brechstange, der Keilhaue, des Keils oder der Schlage, oder man geht, wenn mit diesen einfachen Hilfsmitteln, welche natürliche Klüftung und Rissigkeit des Gesteins voraussetzen, das letztere nicht aus seinem Verband gehoben werden kann, zur Sprengarbeit über. (S. Bergbau.) Die Gewinnung regelmäßiger parallelepipedischer Stücke (Quadern, Platten, Säulen) geschieht in planmäßig angelegten Steinbrüchen meist mit vollständig bergmännischem Betrieb, in manchen Gegenden (z. B. im Quadersandsteingebirge der Sächsischen Schweiz) durch das sog. Hohlmachen, Unterhöhlen einer anstehenden Wand, die alsdann durch ihr Eigengewicht niedergeht und das Material für große und kleine Quader liefert. Aus den Brüchen kommen die Bau- und Werksteine gewöhnlich in Quaderform, in Dimensionen, welche diejenigen des vollendeten Werkstücks in Länge, Breite und Höhe um etwa 25 mm, den sog. Werkzoll, überragen. Die Aufgabe der S. besteht darin, aus diesen roh vorgearbeiteten Stücken solche von genauen Abmessungen, durch scharfe Kanten und ebene Flächen begrenzt, oder auch profilierte oder ornamentale Bauglieder herzustellen.

Während früher diese Arbeiten ausschließlich von den Steinmetzen mit den Steinmetzwerkzeugen (s. d.) ausgeführt wurden, sind in neuerer Zeit die Methoden der maschinellen Bearbeitung immer konkurrenzfähiger geworden. Als Materialien für die Werkzeuge dienen Stahl, Hartguß und Steine von größerer Härte als das Werkstück selbst, insbesondere der schwarze Diamant. Die einfachsten Formen dieser Werkzeuge sind den Eisen des Steinmetzen nachgebildet und dienen nahezu ausschließlich zur Bearbeitung ebener Flächen. In den nach dem Princip der Drehbänke, Hobel, Sägen u. s. w. arbeitenden Maschinen kommen mannigfach geformte Messer (z. B. Kreismesser) zur Anwendung. Ein wichtiges Hilfsmittel der S. ist der Sand und zwar reingewaschener, gesiebter, scharfer Quarzsand von möglichst gleichmäßigem Korn. Zur Wirkung gebracht wird derselbe (gewöhnlich mit Zugabe von Wasser) mit Hilfswerkzeugen von Kupfer oder Eisen, die denselben über den Stein unter genügendem Druck hinführen und so das Wegnehmen feiner Teilchen erzielen, oder im Sandstrahlgebläse (s. d.). Die meiste Verwendung findet der Sand in Steinsägemaschinen und zum Schleifen der Oberflächen. Eine neuere Steinbearbeitungsmaschine ist der Preßluftmeißel (s. Preßluftwerkzeuge). - Vgl. Powis Bale, Stone-working machinery (Lond.1884); Schwartze, Die Steinbearbeitungsmaschinen (Lpz. 1885).

Steinbeere, s. Steinfrucht und Vaccinium.

Steinbeißer, soviel wie Kirschkernbeißer, s. Kernbeißer.

Steinberg. 1) Berg bei Hattenheim (s. d.). - 2) Berg bei Lauban (s. d.).

Steinbildsäulen, aus prähistor. Zeit stammende, roh aus Steinen, meist Findlingen, gehauene Bildsäulen, Weiber und Männer darstellend, die öfters mit einer oder beiden Händen ein Trinkgefäß, Horn, Becher oder Schale halten, weshalb sie auch Becherstatuen genannt wurden. Sie finden sich hauptsächlich im östl. Europa (s. Baba); drei hat man im Main bei Bamberg gefunden und merkwürdigerweise sehr ähnliche auch in größerer Anzahl bei Yecla, Provinz Albacete in Spanien, wohin sie wohl durch einen wandernden osteurop. Stamm verbracht worden sind. Ihre Bedeutung sowohl wie ihr Ursprung sind unsicher.