Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

293

Steinbrücken - Steiner (Friedrich)

allgemein bekannt wurden, sind: Die badenden Kinder (1834), Marie bei den Elfen, nach Tiecks Märchen (1840; beide in der Berliner Nationalgalerie), Rotkäppchen und der Wolf, Genoveva, Undine, Loreley, Rübezahl, Erlkönigs Tochter. Sein großes Historienbild: Die Plünderung Magdeburgs, befindet sich ebenfalls in der Nationalgalerie zu Berlin. Er hat auch mehrere Altarbilder und monumentale Malereien ausgeführt; so in der Schloßkapelle und im Neuen Museum zu Berlin. S., der Professor und Mitglied der Berliner Akademie der Künste war, entsagte 1876 der Kunst und starb 3. Febr. 1882 zu Landeck in Schlesien.

Steinbrücken, steinerne Brücken, solche, bei welchen nicht nur, wie dies auch bei Holzbrücken (s. d.) und Eisenbrücken (s. d.) der Fall ist, bloß die Brückenpfeiler (s. d.), sondern auch das Brückentragwerk (s. d.) und die Brückenbahn (s. d.) in Stein hergestellt sind. Sie sind fast immer als Bogenbrücken, nur bei sehr kleinen Spannweiten als Steinbalken konstruiert; bei geringer Länge werden sie aus einem einzigen, von Ufer zu Ufer gespannten Bogen, bei größerer Länge von mehrern zwischen Steinpfeilern eingewölbten Bogen gebildet, auf welchen die Brückenbahn liegt. Unterschiede entstehen hierbei auch durch die Form der Bogenkrümmung, die ein Halbkreis, ein flacher Kreisbogen (Stichbogen), ein gedrückter oder ein überhöhter Bogen sein kann. Die Form der Gewölbe steht in einer gewissen Beziehung zu der Verteilungsart der Belastung, welche dieselben zu tragen haben. Während ältere S. (wie die aus der Maurenzeit stammende Alcantarabrücke bei Toledo, s. Tafel: Steinbrücken I, Fig. 1) meist den Halbkreis im Gewölbe zeigen, versteht man in neuerer Zeit durch andere der Drucklinie angepaßte Bogenformen das Material bedeutend besser auszunutzen. Einen sehr flachen Bogen dieser Art zeigt die Enzbrücke bei Höfen in Württemberg (Taf. I, Fig. 2). Zur Aussteifung der Gewölbeschenkel bei Bögen, deren Form der Druckbeanspruchung nicht sonderlich entspricht, dienen die Hintermauerungen, deren obere Fläche ebenso wie die des nicht übermauerten Gewölbes durch ein zweckmäßig angebrachtes Gefäll und durch Überzug mit wasserdichten Schichten (Cement, Asphalt) gegen das Eindringen der Tagesfeuchtigkeit geschützt wird. Bei großen Höhen, wie sie besonders bei Thalbrücken (s. d.) vorkommen, werden die S. auch in Etagen gebaut, so daß mehrere Reihen übereinander befindlicher Gewölbe entstehen. Ein Beispiel hierfür ist die Göltzschthalbrücke (Taf. I, Fig. 3) und die Seinebrücke am Point du jour zu Paris (Taf. II, Fig. 2 a u. b). Die Ausführung der Bogen erfolgt über hölzernen und eisernen Lehrgerüsten (Taf. II, Fig. 2d). Das Ausschalen dieser Gerüste nach Vollendung des Gewölbes muß ganz allmählich unter Vorsichtsmaßregeln geschehen. Man stellt zu diesem Ende die Stützen des Lehrgerüstes auf Keile, Schrauben, auf Sand in Säcken oder Töpfen, deren Inhalt man langsam ausfließen läßt, u. s. w. Zur Ausfüllung des Raums zwischen der Fahrbahn und den Gewölbszwickeln bedient man sich bei großen Weiten und Höhen sekundärer Wölbungen, des Spandrill- oder Kapellenmauerwerkes (Taf. II, Fig. 1); Fig. 1a-1e geben konstruktive Einzelheiten dieser Brücke. Die größten Spannweiten (60 m und darüber) besitzen: Der Viadukt du Gour-Noir (60 m), die Grosvenorbrücke über den Dee bei Chester (61 m), die Lavaurbrücke (61,5 m), die Pruthbrücke bei Jaremcze der Eisenbahnlinie Stanislau-Woronienka (65 m, Taf. II, Fig. 3), der Cabin-John-Aquädukt bei Washington (69,5 m).

Steinbühler Gelb (frz. Jaune de Steinbuhl), gelbe Malerfarbe, besteht im wesentlichen aus chromsaurem Baryt (s. Baryumchromat) oder Kalk.

Steinburg, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Schleswig, hat 935,70 qkm und (1895) 72 838 E., 5 Städte, 105 Landgemeinden und 6 Gutsbezirke. Sitz des Landratsamtes ist Itzehoe.

Steinbutt, s. Schollen.

Steind., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Franz Steindachner, Direktor des zoolog. Hofkabinetts zu Wien, leitete 1893 die dritte österr. Expedition ins östl. Mittelmeer.

Stein der Weisen (lat. lapis philosophorum), das angebliche Mittel, durch das die Alchimisten die Verwandlung unedler in edle Metalle, namentlich in Gold, bewerkstelligen zu können glaubten. Er wird bald als Pulver von roter oder weißer Farbe, bald als Flüssigkeit u. s. w. bezeichnet, und daher auch mit verschiedenen Namen belegt. Ihn aufzufinden oder aus andern Stoffen darzustellen, war die Hauptaufgabe der Alchimie (s. d.). Die spätern Alchimisten, namentlich Arnoldus Villanovanus und Raimundus Lullus, schrieben ihm heilende und verjüngende, ja sogar sittlich bessernde und schließlich auch erlösende Kraft zu.

Steindrossel, s. Drossel.

Steindruck, s. Lithographie.

Steindruckschnellpresse, s. Schnellpresse.

Steineiche, s. Eiche.

Stein-Elbogen, Schloß bei Elbogen (s. d.).

Steinen, Karl von den, Forschungsreisender, geb. 7. März 1855 zu Mülheim a. d. Ruhr, studierte in Zürich, Bonn und Straßburg Medizin, bildete sich dann psychiatrisch aus in Berlin und Wien und war 1878-79 Assistenzarzt an der Irrenklinik der königl. Charité zu Berlin. Auf einer Reise um die Erde 1879-81 beschäftigte er sich mit dem Studium des Irrenwesens in den Kulturstaaten und mit ethnolog. Forschungen auf einigen Gruppen der Südseeinseln. 1882-83 beteiligte er sich an der nach Südgeorgien ausgesandten deutschen Südpolarexpedition. Seine zoolog. Sammlungen finden sich, zum Teil von ihm selbst beschrieben, in dem Werk "Die internationale Polarforschung 1882-83. Die deutschen Expeditionen und ihre Ergebnisse" (Bd. 2, Berl. 1890). 1881: erforschte er den Xingu und berichtete hierüber in dem Werke "Durch Centralbrasilien" (Lpz. 1886). 1887-88 unternahm S. eine zweite Reise in das Xingugebiet, um besonders die Indianerstämme am östl. Quellarm, die noch völlig wie im vorcolumbischen Steinalter leben, zu studieren; mit ihm gingen sein Vetter, der Maler Wilhelm von den S., P. Ehrenreich und P. Vogel aus München. Früchte dieser Reise sind: "Die Bakaïrisprache" (Lpz. 1892), "Unter den Naturvölkern Centralbrasiliens" (2. Volksausg., Berl. 1897). Seine reichen Sammlungen erwarb das Berliner Museum für Völkerkunde. S. habilitierte sich 1889 in Berlin, 1890 in Marburg für Völkerkunde, wo er 1891 zum außerord. Professor ernannt wurde. 1890-91 war er Herausgeber des "Auslands" und 1895 und 1896 Vorsitzender der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin. Im Sommer 1897 unternahm er eine neue Forschungsreise nach den Südseeinseln (Marquesas u. s. w.).

Steiner, Geigenmacher, s. Stainer.

Steiner, Friedrich, Bauingenieur, geb. 3. Sept. 1849 zu Linz in Oberösterreich, studierte 1867-72