Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Stelzpflüge; Stelzvögel; Stemmleisten; Stemmmaschinen

311

Stelzpflüge - Stemmmaschinen

durchzog jahrelang Österreich und Bayern, seine Gedichte vortragend. Er starb 14. Juli 1874 zu Henndorf bei Salzburg. Großen Erfolg hatten seine "Lieder in obderennsscher Volksmundart" (Wien 1837), denen "Neue Gesänge" (ebd. 1841), "Neue Gedichte" (Regensb. 1846) und "d'Ahul" (Wien 1851) folgten. Auch schrieb S. hochdeutsche Novellen und Gedichte. "Ausgewählte Dichtungen" S.s gab Rosegger (4 Bde., Wien 1884) heraus.

Stelzpflüge, s. Pflug.

Stelzvögel, Sumpf- oder Watvögel (Grallae, Grallatores; hierzu die Tafeln: Stelzvögel I-IV), eine durch ihre Lebensweise, der die äußere Gestalt vollkommen entspricht, ziemlich scharf gesonderte Ordnung der Vögel. Lange dünne Watbeine, ein schmaler, meist fettloser Körper, ein langer sehr beweglicher Hals und ein wenig oder gar nicht gekrümmter langer Schnabel sind die allgemeinen Hauptkennzeichen derselben, wovon sich aber im speciellen manche Abweichungen zeigen. Ihre Lebensweise ist sehr einförmig. Fast alle nähren sich von Fischen, kleinen Reptilien, Würmern und Wasserinsekten, die sie teils in gravitätischer Haltung am Rande des Wassers stehend erwarten, wie die Reiher, wobei sie eine scharnierartige Einrichtung des Kniegelenks zu langem Ausharren in dieser Stellung befähigt, teils mit dem Schnabel aus dem Schlamme aufscheuchen, unter feuchten Blättern hervorziehen oder auf der Oberfläche des Wassers ergreifen. Da die Watvögel selten klein sind, manche sogar Manneshöhe erreichen, können sie in seichte Gewässer weit hineingehen. Manche können sogar trefflich schwimmen. Beim Fliegen strecken alle die Beine nach hinten lange aus. In Ermangelung stark gekrümmter Krallen können nur wenige auf Bäumen sitzen, viele aber selbst auf einem Beine stehend schlafen. Ihre Bewegungen sind meist steif und langsam, doch fassen Reiher und Störche ihre Beute blitzschnell durch Hervorschießen des spitzigen, harten Schnabels. Bei den insekten- und würmerfressenden Ibissen und Schnepfen ist der Schnabel weicher und bildet zugleich ein nervenreiches Tastorgan. Wenige Watvögel sind lebhaft gefärbt; ihr Kleid ist meist weiß oder von schmutzigem Aussehen. Ihre Stimme, meist ein mißtönendes Geschrei, gab, in der Nacht gehört, zu mancher Fabel Veranlassung. Sie leben fast alle monogamisch, doch kommen unter den Männchen heftige Kämpfe vor. Die Eier sind oft schön bunt gesprenkelt, die Nester höchst kunstlos gebaut. Alle Watvögel sind scheu und vorsichtig, obgleich ohne Spuren höherer Intelligenz. Manche gewöhnen sich an den Menschen. Durch die Vertilgung schädlicher Reptilien, Würmer und Insekten sind sie nützlich und deshalb zum Teil Gegenstand des religiösen Kultus geworden, z. B. der Ibis in Ägypten. Eßbar ist nur eine kleine Zahl; doch sind die Eier der meisten schmackhaft. Einige geben in ihren schönen Federn einen bedeutenden Handelsartikel ab, wie z. B. der Silberreiher in Ungarn, der Marabustorch in Südafrika.

Man hat die S. in 18 Familien geteilt: I. Rallidae, Rallen (s. d.), zu denen das Wasserhuhn (Fulica atra L., s. Taf. II, Fig. 3), die Wasserratte (Rallus aquaticus L., Fig. 1) und das Sultanshuhn (Porphyrio smaragdonotus Temm., s. Taf. III, Fig. 2) gehören. II. Scolopacidae, Schnepfen (s. d.), mit den Strandläufern (z. B. der isländ. Tringa carnutus L., s. Taf. IV, Fig. 3), dem Säbelschnabler (Recurvirostra avocetta L., s. Taf. III, Fig. 7), den echten Schnepfen (z. B. Scolopax rusticola L., s. Taf. IV, Fig. 1), dem Kampfläufer (Machetes pugnax Cuv., s. Taf. I, Fig. 6) und den Brachvögeln (z. B. dem großen Numenius arquatus L., s. Taf. III, Fig. 1). III. Chionididae, Scheidenschnäbler (s. d.), mit 2 auf antarktischen Inseln beschränkten Arten, wovon die kleinere (Chionis minor Hartl., s. Taf. II, Fig. 7) die häufigere ist. IV. Thinocoridae, Wachtelschnepfen (s. d.), mit 6 südamerik. Arten. V. Parridae, Spornflügler (s. d.), mit großen Füßen und Nägeln und mit einem Sporn am Handgelenk versehene Bewohner der Tropen (z. B. in Südamerika die Jassana, Parra Jassana L., s. Taf. III, Fig. 4). VI. Glareolidae, Brachschwalben (s. d. und Taf. II, Fig. 6). VII. Charadriidae, Regenpfeifer (s. d., hier der Goldregenpfeifer, Fig. 2), der Kiebitz (Vanellus cristatus L., s. Taf. I, Fig. 3), der Austernfischer (Hematopus ostralegus L., s. Taf. II, Fig. 8) und der Steinwälzer (Strepsilas interpres, s. Taf. IV, Fig. 2). VIII. Otididae, Trappen (s. d.), mit der Großtrappe (Otis tarda L., s. Taf. IV, Fig. 5). IX. Gruidae, Kraniche (s. d.), von denen in Deutschland der graue (Grus cinerea Bechst., s. Taf. II, Fig. 4) vorkommt. X. Dicholophidae, Seriemas (s. d., Dicholotus cristatus Illig., s. Taf. IV, Fig. 4), eine kleine, südamerik. Familie. XI. Aramidae, Guaraunas, rallenähnliche Vögel Südamerikas. XII. Psophiidae, Trompetervögel (s. d.), mit dem knarrenden Trompetervogel (Psophia crepitans L., s. Taf. I, Fig. 2). XIII. Eurypygidae, Sonnenrallen oder Sonnenvögel (s. d., Eurypyga helias Illig., s. Taf. II, Fig. 5). XIV. Rhinochetidae, Kagu (s. d.). XV. Ardeidae, Reiher (s. d.), mit dem grauen Reiher (Ardea cinerea L., s. Taf. I, Fig. 5) und der großen Rohrdommel (Botaurus stellaris Steph., s. Taf. III, Fig. 3). XVI. Ibididae, Ibisse (s. d.), mit dem heiligen Ibis (Ibis religiosa Savig., s. Taf. I, Fig. 1), dem Schattenvogel (Scopus umbretta Gm., s. Taf. III, Fig. 5) und dem Schuhschnabel (Balaeniceps rex Gould, Fig. 6). XVII. Ciconiidae, Störche (s. d.). XVIII. Palamedeidae, Wehrvögel (s. d.), mit dem Aniuma (Palamedea cornuta L., s. Taf. I, Fig. 4). Vielfach werden die drei letztgenannten Familien der Reiher, Ibisse und Störche als besondere Ordnung Storchvögel (Ciconiae) abgetrennt.

Stemmleisten, am Wagen (s. d.).

Stemmmaschinen, Maschinen zur Herstellung von Nuten und Zapfenlöchern in Holzteilen. Sie arbeiten meist auf Querholz und ahmen die Arbeit des Handstemmens nach. Man hat vertikal und horizontal arbeitende S. In der Art, wie das Zapfenloch von der Maschine angefangen wird, liegt eine Hauptunterscheidung für dieselbe. Gewöhnlich wird an einer Stelle des Zapfenlochs ein cylindrisches Loch der Weite des Zapfenlochs entsprechend vorgebohrt, weshalb die meisten S. auch mit einer Bohrspindel versehen sind. Der in seiner Führung drehbar eingesetzte Meißel oder das Stemmeisen wird um 180° gedreht, sobald das Ende des Lochs erreicht ist. Hierdurch wird eine scharfe Begrenzung des Zapfenlochs erzielt. Es giebt S., welche von Hand arbeiten, und solche mit mechan. Betrieb. Umstehende Abbildung zeigt eine vertikale Stemmmaschine (der Firma Kirchner & Co. in Leipzig) mit Bohrapparat. Die Hauptantriebswelle ist unten im Gestell gelagert. Der Stemmapparat giebt durch Auftreten auf den Fußtritt die gewünschte größere oder kleinere Hubbewegung. Der Tisch läßt sich tiefer und höher, auch