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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Stolberger Diamanten - Stolle

Bd. 16-53, Mainz 1825-64) und das fleißige, aber ungeschickte "Leben Alfreds d. Gr." (Münst. 1815; 2. Aufl. 5886). "Briefe Friedr. Leop. Grafen zu S. und der Seinigen an Joh. Heinr. Voß" veröffentlichte Hellinghaus (Münst. 1891). - Vgl. Menge, Der Graf Friedrich Leopold S. und seine Zeitgenossen (2 Bde., Gotha 1862); Hennes, Aus Friedrich Leopold von S.s Jugendjahren (Frankf. a. M. 1876); ders., S. in den zwei letzten Jahrzehnten seines Lebens (Mainz 1875); Janssen, Friedrich Leopold, Graf zu S. (Freiburg 1882); Keiper, Friedr. Leop. S.s Jugendpoesie (Berl. 1893).

Stolberger Diamanten, s. Auerberg.

Stolberger Thalbahn, von Stolberg über Stolberg-Mühle nach Stolberg-Hammer (4 km, 1881 eröffnet), Strecke der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn (s. d.), jetzt preuß. Staatsbahn.

Stolberg-Roßla, Stolberg-Stolberg, Stolberg-Wernigerode, Zweige der Familie Stolberg (s. d.).

Stolberg-Wernigerode, Otto, Fürst zu, Staatsmann, geb. 30. Okt. 1837 zu Gedern (Hessen), studierte 1856-58 zu Göttingen und Heidelberg Jura und Cameralia und diente 1859-61 als Offizier in der preuß. Armee. Nachdem er sich hierauf mehrere Jahre der Verwaltung seiner Güter gewidmet hatte, war er 1867-73 Oberpräsident der Provinz Hannover. 1867 dem Konstituierenden Reichstage und 1871-78 dem Deutschen Reichstage angehörend, hielt er sich hier zur Deutschen Reichspartei. 1872-76 sowie seit 1893 war er Präsident des preuß. Herrenhauses. 1876 war S. Botschafter des Deutschen Reichs in Wien, 29. Mai 1878 wnrde er zum preuß. Staatsminister und Vicepräsidenten des preuß. Staatsministeriums ernannt und bald darauf (Juli 1878) auch mit der allgemeinen Stellvertretung des Reichskanzlers beauftragt. Am 20. Juni 1881 schied er aus diesem Amt und wurde 1884 zum Oberst-Kämmerer und 1885 zum stellvertretenden Minister des königl. Hauses ernannt. Letztere Stellung legte er im Sommer 1888, erstere 1894 nieder. 1872 wurde S. Kanzler des Johanniterordens und 1875 Vorsitzender der zur Vereinbarung einer Kirchenverfassung für die prot. Kirche in Preußen berufenen außerordentlichen Generalsynode. Im Herbst 1890 wurde ihm als Nachkommen des im 18. Jahrh. in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen Christian Ernst zu S. die Genehmigung zur Führung des Fürstentitels erteilt. 1891 wurde er zum Kanzler des Schwarzen Adlerordens ernannt. Er starb 19. Nov. 1896 zu Wernigerode.

Stolberg-Wernigerode, Udo, Graf zu, geb. 4. März 1840 zu Berlin, studierte in Halle, wurde dann Offizier und machte im Regiment Garde du Corps die Feldzüge 1866 und 1870/71 mit. Er ist lebenslängliches Mitglied des preuß. Herrenhauses und gehörte als einer der Begründer der Deutschkonservativen Partei 1871-81, 1884-93 und wieder seit 1895 dem Deutschen Reichstag an (Wahlkreis Oletzko-Lyk-Johannisburg), wo er sich besonders an der Beratung wirtschaftlicher Fragen beteiligte. Mehrere Jahre war er Landrat des Kreises Landeshut, 1891-95 Oberpräsident von Ostpreußen.

Stolbowa, richtiger Stolbówo, Dorf im Kreis Nowaja Ladoga des rusf. Gouvernements St. Petersburg, am Sjaß, wo 27. Febr. 1617 unter engl. Vermittelung ein Friede zwischen Schweden und Rußland geschlossen wurde. Schweden erhielt Kexholms Län und Ingermanland zwischen Ladoga und dem Finnischen Meerbusen, also die Verbindung seiner Besitzungen in Esthland und Finland.

Stolgebühren (Jura stolae), die mit der Stola (s. d.) verknüpften Einkünfte der Geistlichen für gewisse kirchliche Handlungen, z. B. Taufen, Trauungen, Begräbnisse. Erst im 16. Jahrh. wurden die S., die man jetzt gewöhnlich Accidenzien nennt, weil diese Einkünfte des Geistlichen zufällig sind, ein durch die Staats- und Kirchengewalt bestätigtes Recht (jus); die Taxen sind verschieden wie die Namen, unter denen sie entrichtet werden. Unter den Protestanten hat man neuerlich das Beichtgeld als einen Teil der S. durch Fixation in den meisten Landeskirchen abgeschafft, und nach Erlaß des Reichsgesetzes über den Civilstand hat in mehrern Ländern die Gesetzgebung dafür gesorgt, daß die einzelnen kirchlichen Handlungen in einfacher Form gänzlich kostenlos gewährt werden, während für dieselben Handlungen, wenn sie mit größerm Schmuck (z. B. mit Orgelspiel) oder in der Privatwohnung vollzogen werden, die alten Gebührensätze fortbestehen. In manchen Ländern hat der Staat eine Abfindungssumme für die Ausfälle an S. an die Stelleninhaber verwilligt oder, wie in Preußen, den Kirchenbehörden zu freier Verwendung zugebilligt. Fast überall haben die Geistlichen statt der S. ein Fixum, und die S. sind, soweit sie nicht ganz aufgehoben wurden, den örtlichen Kirchenkassen überwiesen, die dann für die Besoldung der Geistlichen aufzukommen haben. Auch die kath. Kirche ist dabei berücksichtigt worden. Für Letzte Ölung, Ohrenbeichte, Kommunion, bischöfl. Weihehandlungen sollen nach kath. Kirchenrecht keine S. erhoben werden. - Vgl. Friedberg, Lehrbuch des Kirchenrechts (4. Aufl., Lpz. 1895), §. 170; Artikel Stoltaxen im "Österr. Staatswörterbuch", Bd. 2 (Wien 1896).

Stollberg in Sachsen, Stadt in der Amtshauptmannschaft Chemnitz der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, am Gablenzbach. in 422 m Höhe, an der Linie St. Egidien-S. (19,5 km) und den Nebenlinien Wüstenbrand-Zwönitz und S.-Altchemnitz der Sächs. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Chemnitz), hat (1895) 7028 E., darunter 106 Katholiken, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, zwei Kirchen, Realschule und Progymnasium, Bezirksarmenanstalt und -Krankenhaus, Sparkasse, Wasserleitung, Gasanstalt; mechan. Weberei und Zwirnerei, Damastweberei, Eisengießerei, Fabrikation von Strumpfwaren, Strumpfmaschinen, Strumpfstuhlnadeln, Knochenmehl, Cigarren, Holzschuhen, Schuhwaren, Watte und Kartonnagen, Holzdreherei, Dampfsägewerke und Holzhandel. Südwestlich auf steilem Berge Schloß Hoheneck, jetzt Landesgefängnis.

[Abb.]

Stollbeule, bei Pferden eine mehr oder weniger umfangreiche Geschwulst am Ellbogenhöcker, entweder fest oder mit flüssigem Inhalt (Blut, Eiter), entsteht durch Quetschung des Schleimbeutels am Ellbogenhöcker durch die Enden des Hufeisens beim Liegen. Behandlung je nach Beschaffenheit verschieden: Scharfsalbe, Abbinden, Ausschälen.

Stolle, Ludw. Ferd., Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1806 in Dresden, studierte in Leipzig die Rechte, lebte meist in Grimma, seit 1855 in Dresden, wo er 29. Sept. 1872 starb. 1895 wurde ihm im Stadtwalde