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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Stoß (Weideland) - Stotinka

den. Der Quartstoß geht als innere Quart nach der Brust, oder als hohe Quart nach dem Gesicht und als tiefe nach dem Unterleib. Über Quartrevers, Attackierstöße, Kontratempostöße s. diese Artikel.

S. wird auch eine Art des Holzverbandes genannt (s. Verlängerung der Hölzer).

In der Jägersprache ist S. ein Netz zum Fangen von Raubvögeln (Habichtskorb); auch der Schwanz des Federwildes, ausgenommen Fasan, Auer-und Birkwild. (S. auch Stöße.)

Stoß, auch Sey, in den Alpenwirtschaften die Fläche Weideland, die notwendig ist, um eine Kuh im Sommer ausreichend zu ernähren. Je nach der Güte der Alp ist ein S. etwa ½-2 ha groß. Man teilt den S. ein in Füße. Ein voller S., entsprechend einer Kuh, ist gleich vier Füßen; ein einjähriges Rind wird zu zwei Füßen geschätzt u. s. w.

Stoß (der), Voralpenpaß der Sentisgruppe in den Glarner Alpen, an den Grenzen der schweiz. Kantone Appenzell-Außerrhoden und St. Gallen, verbindet Gais mit Altstätten. Die 9,6 km lange Poststraße umgeht die Höhe (955 m) der alten Paßstraße, welche eine berühmte Aussicht bietet. Eine Kapelle erinnert an die Schlacht (17. Juni 1405), in welcher die Appenzeller unter Rudolf von Werdenberg das Heer Österreichs und des Abtes von St. Gallen besiegten.

Stoß, Veit, auf seinen poln. Arbeiten auch Fit oder Fyt Stuosz genannt, Bildschnitzer, geb. wahrscheinlich zwischen 1440 und 1450 in Nürnberg, gab 1477 sein Bürgerrecht auf und folgte einem Rufe nach Krakau, wo er mit der Herstellung des Hochaltars in der Marienkirche betraut ward. Er vollendete denselben 1489 und hinterließ darin eins der großartigsten Erzeugnisse der ältern Bildschnitzerei. In Krakau setzte er seine künstlerische Thätigkeit fort und lieferte unter anderm 1492 die Modelle zu den in rotem Marmor ausgeführten Grabmälern des Königs Kasimir IV. Jagello und 1493 das des Erzbischofs Zbigniew Olesnicki in der Kathedrale zu Gnesen. Nachdem er schon 1486 und 1487 vorübergehend sich wieder in Nürnberg aufgehalten hatte, siedelte er 1496 dauernd dahin über, entwickelte eine große Thätigkeit, erblindete und starb 1533. S. verlieh den überlieferten Formen einen originellen, großartigen Charakter, der bisweilen ins Bizarre verfällt. Zu seinen in Nürnberg erhaltenen bedeutendern Leistungen gehört der in Holz geschnitzte Englische Gruß (1518) in der St. Lorenzkirche, der figurenreiche Rosenkranz im Germanischen Museum, eine Krönung der Maria u. a. Einige Kupferstiche, Passionsscenen von herbem Charakter, die sein Zeichen tragen, gehören wohl seiner frühern Zeit an und sind jetzt selten. - Vgl. Bergau, Der Bildschnitzer Veit S. (Lpz. 1877).

Stoßbock, s. Lauberbock.

Stoßdegen (frz. estoc), lange schmale Waffe mit dünner, oft drei- oder viereckiger, ausgekehlter, über 1 m langer Klinge; er ist im späten Mittelalter aufgekommen.

Stöße, die Seitenwände eines Schachtes, in Sachsen auch die beiden Seitenwände eines Stollens oder einer Strecke.

Stöße, akustische, s. Schwebungen.

Stößel, ein Teil der Shapingmaschine (s. d.) und der Stoßmaschine (s. d.).

Stößen, Stadt im Kreis Weißenfels des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, hat (1895) 1234 evang. E., Post, Telegraph: eine Zuckerfabrik, Landwirtschaft und in der Nähe Braunkohlengruben.

Stößer, Vulgärname für Falken und Habichte.

Stoßfänger, s. Pferdeschoner.

Stoßfechten, s. Fechtkunst und Stoß.

Stoßfuge, s. Steinverbände.

Stoßhacke, s. Gartengeräte.

Stoßheber, soviel wie Hydraulischer Widder (s. d.).

Stoßherd, s. Aufbereitung.

Stoßlinien, s. Erdbeben.

Stoßmaschine, Nutstoßmaschine oder Vertikalhobelmaschine, eine Werkzeugmaschine, ihrer Wirkungsweise gemäß den Hobelmaschinen (s. d.) zugehörig, mit senkrechter Bewegung des Schneidstahls (s. beistehende Abbildung). Das Schneiden findet beim Niedergange statt, der Aufgang ist leer. Das Werkzeug ist in einem vom Ständer der Maschine senkrecht geführten prismatischen Stempel, dem Stößel, befestigt, welcher durch eine Kurbel seine Bewegung erhält. Das Arbeitsstück befindet sich auf dem unterhalb des Stößels angeordneten Tisch oder Support, aus mehrern übereinander in verschiedenen Richtungen beweglichen Schiebestücken bestehend. Nach jedem Schnitt erhält das Arbeitsstück eine entsprechende Seitenbewegung, damit ein neuer Schnitt ausgeführt werden kann; auch eine Drehung des Arbeitsstücks nach einer Kreislinie ist möglich, falls Kreisflächen bearbeitet werden sollen. Die Bewegung dieser Teile wird durch Drehung von Schrauben bewirkt und pflegt selbstthätig durch die Maschine ausgeführt zu werden. Die S., ursprünglich zum Einarbeiten von Nuten in Radnaben bestimmt und deshalb auch Nutenstoßmaschinen genannt, finden auch zur Bearbeitung senkrechter Flächen von geringer Höhe vielfache Benutzung.

^[Abb.]

Stoßminen, Seeminen, die durch den Stoß des feindlichen Schiffs selbstthätig explodieren. Die Zündung kann chemisch sein (auf der Berührung von Schwefelsäure mit chlorsaurem Kalium beruhend) oder mechanisch (mittels Knallpräparaten, die durch den Stoß eines Stempels zur Explosion gebracht werden); beide Arten schließen eine große Gefahr beim Legen und Wiederaufnehmen der Minen in sich. Man benutzt deshalb jetzt vorwiegend die elektrischen Kontaktminen, die zwar auch durch unmittelbare Berührung wirksam werden, aber nur, wenn vorher die Leitung an einer andern Stelle geschlossen wurde. (S. auch Seeminen.)

Stoßräder, s. Wasserräder.

Stoßrappier, Waffe, s. Florett und Rappier.

Stoßschwellen, s. Eisenbahnbau.

Stoßvogel, soviel wie Habicht (s. d.).

Stoßwaffen, s. Stichwaffen.

Stoßwalken, s. Appretur und Walken.

Stoßwellen, s. Seebeben.

Stoßwerk, Prägmaschine, s. Prägen.

Stoßzeug, Kriegsmaschine, s. Antwerk.

Stotinka (Mehrzahl Stotinki), Geldgröße und Bronzemünze in Bulgarien, als erstere 1/100 des Lew