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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Studel - Stufenbahn

Studel, Teil des Feuersteinschlosses (s. Handfeuerwaffen).

Studemund, Wilh., klassischer Philolog, geb. 3. Juli 1843 zu Stettin, studierte in Berlin und Halle, unternahm wissenschaftliche Reisen nach Italien, wurde 1868 außerord., 1870 ord. Professor in Greifswald, 1872 in Straßburg, 1885 in Breslau, wo er 8. Aug. 1880 starb. Er veröffentlichte: "De canticis Plautinis" (Halle 1864), "Commentatio de Vidularia Plautina" (Greifsw. 1870), "Analecta Liviana" (mit Th. Mommsen, Lpz. 1873), eine Ausgabe der Institutionen des Gajus (mit Krüger, 2. Aufl., Berl. 1884), "Anecdota graeca, musica metrica grammatica" (ebd. 1886) und eine faksimilierte Ausgabe des Plautinischen Palimpsests (ebd. 1890).Arbeiten seiner Schüler enthalten die "Dissertationes philologicae Argentoratenses selectae" (10 Bde., Straßb. 1879-86), die "Studien auf dem Gebiete des archaischen Lateins" (Berl. 1873; 2. Abteil. 1890) und die "Breslauer philol. Abhandlungen" (1886 fg.).

Student (lat.), s. Universitäten.

Studentenbier, s. Bier und Bierbrauerei.

Studentenlieder, s. Kommers.

Studer, Bernh., Physiker und Geolog, geb. 21. Aug. 1794 zu Büren im Kanton Bern, studierte in Bern und wurde 1815 Lehrer am Gymnasium daselbst. 1816-18 studierte er in Göttingen Astronomie und Geologie, besuchte 1820 Paris, wo er seine mineralog. Kenntnisse erweiterte, und begleitete später Leopold von Buch auf mehrern Alpenreisen. 1825 berief ihn die Regierung in Bern auf den neu errichteten Lehrstuhl der Geologie, den er bis 1873 inne hatte. Er starb 2. Mai 1887 in Bern. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: "Beiträge zu einer Monographie der Molasse" (Bern 1834), "Anfangsgründe der mathem. Geographie" (Bern 1836; 2. Aufl. 1842), "Lehrbuch der physik. Geographie" (2 Bde., ebd. 1844-47), "Geologie der Schweiz" (2 Bde., ebd. 1851-53), "Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik" (ebd. 1859), "Geschichte der physischen Geographie der Schweiz" (ebd. 1863), "Index der Petrographie und Stratigraphie der Schweiz" (ebd. 1872). Gemeinschaftlich mit Arnold Escher von der Linth gab S. die "Carte géologique de la Suisse" (4 Blatt, Winterth. 1853) heraus.

Sein Vetter Gottlieb S., geb. 1804 in Bern, einer der besten Bergsteiger, Bergkenner und Panoramazeichner der Schweiz, gehörte zu den Gründern des Schweizer Alpenklubs und starb 22. Dez. 1890 in Wien. Mit Ulrich und Weilenmann gab er heraus: "Berg- und Gletscherfahrten in den Hochalpen der Schweiz" (2 Bde., Zür. 1859-63), "Über Eis und Schnee" (3 Bde., Bern 1869-71; Supplementband 1883; 2. Aufl., bearb. von Wäber und Dübi, Tl. 1, 1896).

Studie, s. Studium.

Studienkopf, in der Porträtmalerei (s. d.) das meist skizzenhaft ausgeführte Bildnis, das als Grundlage eines sorgfältiger auszuführenden Porträts oder für eine sonstige malerische Komposition dienen soll. S. besitzen oft wegen der Unmittelbarkeit der Auffassung großen künstlerischen Wert.

Studieren (lat.), etwas zu erforschen, geistig sich anzueignen suchen, einer Wissenschaft obliegen, sich zu diesem Zweck auf einer Universität aufhalten.

Studio, scherzhafte Bezeichnung für Student (Studiosus, lat.).

Studium (lat.), die ernste Beschäftigung mit einer Wissenschaft oder Kunst; Werkstätte eines bildenden Künstlers; unter einer Studie versteht man eine Vorarbeit, Vorzeichnung für ein Kunstwerk.

Studjanka, Dorf nördlich von der Stadt Borissow im russ. Gouvernement Minsk, bekannt durch den Übergang der Franzosen über die Beresina (s. d.), der hier im Nov. 1812 stattfand.

Studley-Royal, s. Ripon (Ort).

Studniczka, Franz, Archäolog, s. Bd. 17.

Stuerbout (spr. stürbaut), Maler, s. Bouts, Dirk.

Stufe, ein Teil der Treppen (s. d.). - Im Bergwesen heißt S. oder Stuffe ein Stück Gestein oder Erz; auch ein in das Gestein eingehauenes Merk- oder Grenzzeichen.

Stufenbahn, auch Gehbahn, so genannt, weil die Fahrgäste während des Gehens auf stufenweise übereinander angeordneten Plattformen (s. nachstehende Abbildung) den mit voller Geschwindigkeit fahrenden Zug besteigen und verlassen können, ist eine Art Stadtbahn, die neuerdings zur Bewältigung des Personenverkehrs in Großstädten erdacht worden ist. Die S. besteht aus drei oder mehr Fahrbahnen, die in Höhenabständen von je 10 cm mit verschiedener Geschwindigkeit in derselben Richtung neben dem Bahnsteig herlaufen; jede von ihnen bildet einen geschlossenen Ring und wird durch stehende Maschinen mit Kabeln bewegt. Die eigentliche Personenbeförderung findet auf der obersten, höchstbelegenen Fahrbahn statt, die zu diesem Zweck mit einer langen Reihe von Sitzbänken versehen ist und die größte Fahrgeschwindigkeit besitzt. Die neben ihr in Höhenabständen von je 10 cm herlaufenden untern Fahrbahnen sind Plattformen ohne Sitzbänke, gewissermaßen bewegliche Bahnsteige. Die unterste (erste) Fahrbahn bewegt sich mit der Geschwindigkeit eines Fußgängers (4-5 km in der Stunde), kann also während der Bewegung von dem festen Bahnsteig aus leicht erstiegen werden. Die zweite Fahrbahn hat eine doppelt so große Geschwindigkeit, also für eine auf der ersten Fahrbahn stehende Person wiederum die Geschwindigkeit eines gewöhnlichen Fußgängers und kann daher von ihr ebenso leicht erstiegen werden. Ebenso ist der Geschwindigkeitsunterschied der dritten oder jeder folgenden Fahrbahn. Bei drei Fahrbahnen würde sich die höchste mit einer Geschwindigkeit von 12 bis 15 km, bei vier von 16 bis 20 km in der Stunde bewegen. Die S., die nur Hoch- oder Tiefbahn sein kann, vermeidet das zeitraubende Anhalten der Züge und läßt Fahrgäste an jeder beliebigen Stelle der Bahn einsteigen. Die Fahrbahnen selbst bestehen aus ununterbrochen zusammenhängenden Reihen von über 2 m langen Wagen mit Spurweiten von 60 bis 70 cm. Auf der Weltausstellung in Chicago ist mit dem neuen System ein praktischer Versuch gemacht worden, nachdem die im Jacksonpark errichtete Probebahn von 270 m Länge günstige Ergebnisse geliefert hatte. Der Zug der Probebahn bestand aus 75 Wagen von 3,6 m Länge und 1,725 m Spurweite. Die Bahn

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