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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Suakin – Suberin

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Suaheli'

Kisuaheli, eine der Bantusprachen (s. Bantuvölker), bildet die Verkehrs- und Handelssprache in einem bedeutenden Gebiete Ostafrikas. Hilfsmittel für das S. sind: Büttner, Hilfsbüchlein für den ersten Unterricht in der Suahelisprache (Lpz. 1887); ders., Wörterbuch der Suahelisprache (Berl. 1890); ders., Suaheli-Schriftstücke (ebd. 1890); ders., Anthologie aus der Suaheli-Litteratur (ebd. 1894); von St. Paul-Illaire, Suaheli-Handbuch (ebd. 1890); ders., Swahili-Sprachführer (ebd. 1896); von Nettelbladt, Suaheli-Dragoman (Lpz. 1891); Seidel, Grammatik der Suahelisprache (Wien 1891).

Suakin, richtiger Sauâkin, wichtiger, von England besetzter Handelsplatz und sicherster Hafen an der ägypt. Küste des Roten Meers, liegt in Nubien in dürrer, salzreicher Gegend, im Hintergrunde eines 4 km langen, schmalen Meeresarms, der sich an seinem Ende zu einer 2 km breiten Bucht erweitert, und zerfällt in zwei Hauptteile. Der eine ist auf einer kleinen Insel erbaut und besteht zum Teil aus gutgemauerten Gebäuden und schuppenförmigen Warenmagazinen. An der Südseite der Bucht, auf dem Festlande, dehnt sich die von Eingeborenen bewohnte Ortschaft El-Gef aus, welche aus zeltartigen Hütten besteht, aber ungemein belebt ist und mit S. durch eine eiserne Brücke verbunden ist. Hier befindet sich der Bazar. Im Nordwesten von Gef erheben sich die hohen Mauern der Kaserne nebst einem armierten Werke; 2 km weiter befinden sich die Brunnen, die von Gärten und Dattelpflanzungen umgeben sind. Hauptgegenstände der Ausfuhr sind Gummiarabikum und Elfenbein, ferner Perlmuscheln, Baumwolle, Tamarinde, Sennesblätter und Straußenfedern, eingeführt werden Gewebe, Durra, Tabak, Lebensmittel u.s.w.; jedoch ist der Handel seit der Absperrung aller nach dem Süden führenden Straßen unbedeutend. Wichtig ist der Verkehr der Mekkapilger nach Dschidda. Telegraph führt nach Kassala. S. wurde, als im Sudan der Aufstand des Mahdi (s. d.) ausgebrochen war, von brit. Truppen besetzt.

Suārez, Franz, Jesuit, geb. 5. Jan. 1548 in Granada, gest. 25. Sept. 1617 in Lissabon, einer der gelehrtesten Vertreter der scholastischen Theologie, die er sowohl als akademischer Lehrer (in Valladolid, Rom, Coimbra) als auch in seinen Schriften darstellte und verteidigte. Seine Werke erschienen in einer Gesamtausgabe in 23 Bänden (zuerst Lyon 1630 fg., dann Vened. 1740–57; neue Ausg., 28 Bde., Par. 1856; Ergänzungsbd., Brüss. 1859). Den Hauptinhalt bilden die Kommentationen und Disputationen über die theol. «Summa» des Thomas von Aquino. Da S. in einem Traktat «De gratia» sich an dem Molinistischen Streite über die Gnadenwirkung beteiligt hatte (s. Molina), konnte dieser erst 1651 im Druck erscheinen. Eine andere Schrift: «Defensio fidei catholicae adversus Anglicanos» (1613) wurde in Paris und London öffentlich verbrannt, weil er darin die Lehre von einer unbedingten Gewalt des Papstes über die weltlichen Fürsten vertrat. – Vgl. K. Werner, Franz S. und die Scholastik der letzten Jahrhunderte (2 Bde., Regensb. 1860–61).

Suarez (Swarez), Karl Gottlieb, Jurist, geb. 27. Febr. 1746 zu Schweidnitz, studierte zu Frankfurt a.O. Rechtswissenschaft, wurde 1766 Auskultator, 1769 Pupillenrat in Breslau. Als solcher leistete er dem Minister Carmer wesentliche Hilfe in der Begründung des landwirtschaftlichen ↔ Kreditsystems, Hebung der Landwirtschaft, Reform des Schulunterrichts und Anbahnung einer Prozeßreform, und wurde bereits 1771 zum Oberamtsregierungsrat ernannt. Als Carmer 1780 zum Großkanzler ernannt wurde, folgte ihm S. nach Berlin und übernahm hier die Hauptarbeit für die preuß. Justizreform. Er verfaßte eine neue allgemeine Deposital- und eine neue Hypothekenordnung und arbeitete 1792 die ganze Prozeßordnung um, die dann 1793 als Allgemeine Gerichtsordnung verkündigt wurde. Sodann lieferte er die hauptsächlichsten Materialien zur Abfassung des Allgemeinen Landrechts, dessen Entwurf er 1790 völlig umarbeitete. 1787 zum Geh. Oberjustizrat und Geh. Obertribunalsrat ernannt, starb er 14. Mai 1798 zu Berlin. 1896 wurde ihm in Breslau ein Bronzestandbild (von Breuer) errichtet. – Vgl. Stölzel, Karl Gottlieb S. (Berl. 1885).

Suasōrisch (lat.), überredend.

Sua sponte (lat.), von selbst.

Suaven, s. Sueven.

Suaviter in modo, s. Fortiter in re.

Suawah, s. Kabylen.

Sub (lat.), unter, häufig in Zusammensetzungen.

Subaltérn (neulat.), unter einem andern stehend, untergeordnet. Subalternbeamte, Unterbeamte, welche nicht die höhern Staatsprüfungen abgelegt haben; Subalternoffiziere, zusammenfassende Bezeichnung für die Premier- und Sekondelieutenants der deutschen Armee. Die Hauptleute und Rittmeister bilden jetzt eine besondere Klasse.

Subapennin, s. Apenninen.

Subarachnoïdeālräume, die Lymphräume der Spinnwebenhaut, s. Gehirn.

Subarktische Zone, s. Arktisch.

Subcarbōn, die untere Abteilung der Steinkohlenformation, die in sehr verschiedener Facies entwickelt sein kann, bald als ein System von Kalksteinen, Kohlen- oder Bergkalk (s. d.), bald als ein System von Thonschiefern und Grauwacken oder von Grauwacken, Sandsteinen und Konglomeraten (s. Kulm). In England unterscheidet man im S. wohl auch noch die Stufe des flözleeren Sandsteins als nächstes Liegendes der produktiven Steinkohlenformation. (Vgl. die Abbildungen einiger Leitfossilien auf Tafel: Petrefakten der Paläozoischen Formationsgruppe III, Fig. 1–13, beim Artikel Paläozoische Formationsgruppe.)

Subdelegieren (lat.), an seiner Stelle einen andern abordnen und bevollmächtigen; Subdelegāt, Unterbevollmächtigter.

Subdiakŏnus (lat.-grch.), in der kath. Kirche die Geistlichen des ersten höhern Weihegrades (s. Ordines und Diakonus); in der evang. Kirche hier und da Titel des im Range auf den Diakonus folgenden Geistlichen an einer Kirche.

Subdĭtus (lat.), Unterthan (s. d.).

Subdivision (lat.), Unterabteilung.

Sub divo (lat.), unter freiem Himmel.

Subdominante, s. Dominante.

Suberīn, Korkstoff, eine dem Faserstoff verwandte Substanz, die in den Wandungen des Korkes gebildet wird und bei dessen Ausziehen mit Alkohol, Äther, Wasser und verdünnter Schwefelsäure als ein leichter, wachs- oder fettartiger elastischer, rötlichgrauer Stoff von zelliger Textur zurückbleibt. S. wird durch Schwefelsäure in Krümelzucker, durch Salpetersäure in Korksäure und Kleesäure verwandelt und ist in keiner Flüssigkeit löslich.