Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sultanarosinen; Sultanshühner; Sulu-Inseln; Sulz; Sülz; Sulza; Sulzbach

503

Sultanarosinen - Sulzbach

Wein- und Getreidebau, Schaf- und Ziegenzucht und Teppichfabrikation.

Sultanarosinen, Sultanīnrosinen, s. Rosinen.

Sultanshühner (Porphyrio), aus etwa 20 Arten bestehendes Geschlecht der Rallen von mittlerer Größe, mit starkem, sehr hohem Schnabel, dessen Epithel sich nach hinten auf die Stirn fortsetzt, kräftigen, mittellangen Schwingen, buntem, meist blauem oder violettem Gefieder und rotem Schnabel und Füßen. Von den Arten, die hauptsächlich Indien und Australien, doch auch Afrika bewohnen, findet sich das Purpurhuhn (Porphyrio hyacinthinus Tem.) auch in sumpfigen Gegenden, Reisfeldern u. s. w. Italiens, Spaniens und Südrußlands. Eine verwandte Art, das Smaragdhuhn (Porphyrio smaragdonotus Tem.), ist auf Tafel: Stelzvögel III, Fig. 2 abgebildet. S. sieht man regelmäßig in zoolog. Gärten, wo sie sich gut halten und eine Zierde der Volieren bilden. Gehacktes Fleisch mit Garneelenschrot und Weißbrot, Fischstücke und etwas Grünzeug bilden ihre Hauptnahrung. Das Paar Purpurhühner kostet etwa 50 M., andere Arten sind teurer. - S. heißen auch eine Art Haubenhübner (s. d.).

Sulu-Inseln, span. Joló, eine Reihe kleiner gebirgiger, aber fruchtbarer Inseln zwischen der Nordostspitze von Borneo und der Südwestspitze von Mindanao. (S. Karte: Malaiischer Archipel.) Dazu gehören von NO. gegen SW. Basilan (s. d.) oder Taguima, Jolo oder Sulu, Siassi, Taui-Taui, Sibutu und viele kleinere. Sie bedecken 4739 qkm, sind noch wenig erforscht und von 104 000 mohammed. Malaien bewohnt, die lange Zeit als kühne und grausame Seeräuber berüchtigt waren. Die Spanier besetzten 1848-51 den Archipel. Der Radscha von Serawak auf Borneo, Sir James Brooke, fügte den Seeräubern 1862 eine schwere Züchtigung zu, auch die niederländ. Regierung ließ fortwährend gegen diese Räuberflotten kreuzen. Endlich 1876 besetzten die Spanier die Insel Sulu militärisch und verleibten sie ihrer Kolonie der Philippinen ein. Seitdem ist die Piraterie fast ganz unterdrückt. Das span. Besitzrecht wurde 1885 von Deutschland und England anerkannt. Jetzt bildet das Einsammeln der eßbaren Vogelnester und die Perlenfischerei die ergiebigste Erwerbsquelle. Der Handel ist unbedeutend und fast ganz in den Händen der Chinesen, meist aus Manila.

Sulz. 1) Oberamt im württemb. Schwarzwaldkreis, hat 226,69 qkm und (1895) 18 651 (8763 männl., 9882 weibl.) E. in 4 Städten und 25 Landgemeinden. - 2) S. am Neckar, Oberamtsstadt und Solbad im Oberamt S., im engen Thale des Neckar, an der Linie Stuttgart-Horb-Immendingen der Württemb. Staatsbahnen, Sitz des Oberamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Rottweil) und Hauptsteueramtes, hat (1895) 1981 E., darunter etwa 140 Katholiken, Post, Telegraph, evang. Kirche, kath. Kapelle, Real- und Lateinschule, Wasserleitung, eine Saline, welche ihre Sole von Bergfelden erhält, mit Solbad; Gerbereien, Rindvieh-, Schaf- und Wollmärkte. Nahebei die königl. Domäne Geroldseck und die Ruine Albeck.

Sulz. 1) S., auch Ober-Sulz, Hauptstadt des Kantons S. (12 826 E.) im Kreis Gebweiler des Bezirks Oberelsaß, in fruchtbarer Gegend, an der Nebenlinie Bollweiler-Lautenbach der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Colmar), hat (1895) 4444 E., darunter etwa 170 Evangelische und 220 Israeliten, Post, Telegraph, kath. Dekanat, Reste der alten Befestigungen, Kirche zum heil. Mauritius (13. bis 15. Jahrh.), Synagoge, Spital, ehemalige Malteserkomturei, alte Bürgerhäuser; Baumwoll- und Seidenspinnerei, Seidenbandweberei, Eisengießerei und Weinbau. - S. wird zuerst 770 (Sulza) urkundlich genannt. Unweit westlich der Große Belchen (auch Sulzer oder Gebweiler Belchen genannt), der höchste Wasgaugipfel (1424 m). 3 km südwestlich von S. der ehemalige Wallfahrtsort Thierenbach. Das Kloster wurde 1135 gegründet, im Bauernkrieg 1525 zerstört, wieder aufgerichtet, von den Schweden abermals niedergebrannt, und im 18. Jahrh. mit großer Kirche im Zopfstil neu aufgebaut. Das Kloster brannte 26. Juni 1884 ab; die neu errichtete Kirche gehört jetzt der Gemeinde Jungholz. - 2) S. unterm Wald, Flecken und Hauptort des Kantons S. (14 375 E.) im Kreis Weißenburg des Bezirks Unterelsaß, am Sulzbach und Fröschweilerbach und an der Linie Straßburg-Weißenburg der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Straßburg), Steueramtes, hat (1895) 1582 E., darunter etwa 500 Katholiken und 230 Israeliten, Post, Telegraph, eine kochsalz- und bromhaltige Mineralquelle; Ölraffinerie, Hopfenbau und in der Nähe Asphaltgruben und Petroleumquellen.

Sülz, ehemaliges Dorf, seit 1888 zu Köln a. Rh. gehörig, im Südwesten der Stadt.

Sulz., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Johann Heinrich Sulzer, schweiz. Entomolog, geb. 1735, gest. 1814 als Arzt in Winterthur.

Sulza, Solbad, s. Stadtsulza.

Sulzbach. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Oberpfalz, hat 350,33 qkm und (1895) 20 326 (9881 männl., 10 445 weibl.) E. in 34 Gemeinden mit 234 Ortschaften, darunter 1 Stadt. - 2) S. in der Oberpfalz, Bezirksstadt im Bezirksamt S., ehemals Residenz der Herzöge von Schwaben und Neuburg, am Rosenbach und an der Linie Furth i. Wald-Nürnberg der Bayr. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Amberg) und Rentamtes, hat (1895) 5466 E., darunter 2513 Evangelische und 79 Israeliten, in Garnison das 2. Bataillon des 21. Infanterieregiments, Post, Telegraph, ein Schloß (gegenwärtig Gefangenanstalt), in welchem Hieronymus von Prag gefangen saß, Wasserleitung; Hopfenbau und bedeutende Eisensteingruben und Hochöfen (Maximilianshütte). Das ehemalige Fürstentum S., 1050 qkm groß, stand ursprünglich unter eigenen Grafen und kam nach deren Aussterben im 13. Jahrh. an Bayern. Mit der Oberpfalz ging es an die Pfalz über und gehörte nun meist zu Pfalz-Neuburg, das sich 1410-48 Neuburg-Sulzbach nannte. Nachdem es an die Zweibrücker Linie übergegangen, wurde es 1614 infolge einer Landesteilung wieder selbständiges Herzogtum. Mit Herzog Karl Theodor kam es 1777 an Pfalz-Zweibrücken und nach dessen Tod 1799 an Bayern. - 3) S., Kreis Saarbrücken, Dorf im Kreis Saarbrücken des preuß. Reg.-Bez. Trier, am S., in 250 m Höhe, von Bergen umschlossen, an der Linie Saarbrücken-Bingerbrück der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Saarbrücken) und Katasteramtes, hat mit den eine polit. Gemeinde bildenden Ortschaften (Bergmannskolonien) Altenwald, Hühnerfeld und Neuweiler (1895) 13 274 (7010 männl., 6264 weibl.) E., darunter