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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sumatrakampfer; Sumatrakämpfer; Sumatrawachs; Sumba; Sumbawa; Sumbulwurzel; Sümeg; Sumelas; Šumen

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Sumatrakampfer - Šumen

der Insel Simalu, wozu noch unabhängige Batakländer kommen, in das Gouvernement von Sumatras Westküste mit den Abteilungen Tapanuli (mit Banjakinseln und Nias), Padang Benedenlanden (mit Batu- und Mentawei-Inseln), Padang Bovenlanden, ferner die Residentschaft Benkulen mit Engano, die Lampongschen Distrikte, die Residentschaft Palembang mit Djambi, die Abteilung Indragiri und Kwanten (zu Rio gerechnet), die Residentschaft Sumatras Ostküste und die unabhängigen Batakländer zwischen Ostküste, Atschin und Tapanuli.

Geschichtliches. Als Marco Polo, der erste Europäer, das von ihm la meneur isle de Java (Giava minore) genannte S. gegen Ende des 13. Jahrh. besuchte, bestanden daselbst acht verschiedene Reiche, von denen Polo sechs namhaft macht. Der Name S. kommt zuerst in dem Reisebericht des Minoritenmönchs Oderich von Pordenone von 1330 als Sumoltra und 1310 bei Ibn Batuta als Sumathra und Samathra vor. Masôudi, 944 n. Chr., nennt die Insel Fantsôur und Edrisi, 1150 n. Chr., Kela. Als die Niederländer 1599 unter Cornelis Houtman zuerst Java und S. besuchten, bestand das letztere aus drei großen Abteilungen, nämlich einer südlichen, genannt Batangharie, einer mittlern, dem Reiche Manangkaban, und einer nördlichen, Tanah-Batta. Die Niederländer breiteten sich namentlich 1664-70 an der Westküste aus und errichteten Handelsfaktoreien, an deren Spitze Padang stand. Von den Engländern wurde 1685 zu Benkulen eine Faktorei errichtet. Mit der Eroberung von Java durch die Engländer 1812 gelangten an diese auch alle Besitzungen der Niederländer auf S., wurden aber 1819 zurückgegeben; 1824 traten die Engländer auch Benkulen ab. Später folgten noch Kämpfe mit Atschin (s. d.).

Litteratur. Marsden, History of S. (3. Ausg., Lond. 1811); Junghuhn, Die Battaländer auf S. (2 Bde., Berl. 1817); Rosenberg, Der Malaiische Archipel (Lpz. 1878); Bastian, Indonesien, Tl. 3 (Berl. 1886); Verbeck, Topographische en geologische beschrijving van en gedeelte van Sumatras westkust (Batavia 1886); Xavenga, Kaart van het Eiland S., 1:1 500 000 (Brüss. 1886); Dornseiffen und de Geest, Algemene Kaart van S. etc., 1:1 Mill. (Amsterd. 1892); Hoeckstra, Die Oro- und Hydrographie S.s (Groningen 1893); Brenner, Freiherr von, Besuch bei den Kannibalen S.s (Würzb. 1894); Topographische Kaart van S., 1:20 000 (bis 1894: 91 Blätter); Yzerman, van Bemmelen, Koorders und Bakhuis, Dwars door S. (Haarlem und Batavia 1896).

Sumatrakampfer, soviel wie Borneokampfer (s. Kampfer).

Sumatrakämpfer, s. Kampfhühner.

Sumatrawachs, s. Getah Lahoe.

Sumba, Pulo Tschindana oder Tjendana, d. h. Sandelholzinsel, auch Sandelbosch, Insel im Indischen Ocean, südlich von Flores und zu der niederländ. Residentschaft Timor gehörend (s. Karte: Malaiischer Archipel, Bd. 11, S. 516), bedeckt mit Savu (s. d.) 11 360 qkm und hat etwa 180 000 E. S. ist noch wenig bekannt, das Innere ist bis 1000 m hoch, das Klima gesund. Die Insel erzeugt sehr brauchbare Pferde und zeigt, was Tierreich und Pflanzenreich betrifft, eine gewisse Übereinstimmung mit Timor. Die Bewohner sind Malaien; Hauptstadt ist Nangamessi an der Nordküste.

Sumbawa, Insel in Hinterindien, eine der kleinen Sunda-Inseln (s. d.), zur niederländ. Residentschaft Celebes gehörig, ist durch die Straße von Allas von Lombok und östlich durch die Straße von Sapi von Komódo und Flores getrennt (s. Karte: Malaiischer Archipel, Bd. 11, S. 516), zählt auf 13 980 qkm 150 000 mohammed. malaiische E. Die Insel ist tertiär und trägt mehrere Vulkane. Die Eruption des 2760 m hohen Vulkans Tambora auf der nördlichsten Halbinsel im April 1815 gehört zu den verheerendsten, welche man kennt. S. zerfällt in Besitzungen eingeborener Häuptlinge, welche Vasallen und Bundesgenossen der niederländ.-ind. Regierung sind. An der Westküste liegt Allas, im Norden S., Sangar, Reina; die Sumbawa-Bai schneidet tief in die Nordküste ein. Reis, Baumwolle, Tabak und Sandelholz sind die wichtigsten Erzeugnisse.

Sumbulwurzel, Moschuswurzel, die Wurzel einer in Persien wachsenden Umbellifere, Euryangium sumbul Kauffm., kommt in Form von 2 bis 5 cm dicken, bis 6 cm breiten Querschnitten von schwammiger Konsistenz und hellbraunem bis weißgelblichem Aussehen über Bombay und auf dem Landwege über Rußland in den Handel. Der Geruch ist moschusartig, der Geschmack gewürzhaft bitter. S. findet nur noch in der Parfümerie Verwendung; früher wurde sie auch medizinisch benutzt.

Sümeg (spr. schü-). 1) S., ungar. Somogy, Komitat in Ungarn, grenzt im N. an das Komitat Veszprim, im O. an Tolna und Baranya, im S. an Kroatien, im W. und NW. an Zala und hat 6530,94 qkm und (1890) 326 835 meist kath. magyar. E. (19 721 Deutsche, 10 829 Kroaten), darunter 83 675 Evangelische und 12 002 Israeliten. Das Komitat ist teils eben, teils von Hügelland erfüllt, an der Nordgrenze von dem mit Sümpfen umgebenen Plattensee, an der Südgrenze von der Drau bewässert und liefert Getreide, Wein, Obst, Gartenfrüchte, Tabak, Eichenholz, Rindvieh u. s. w. Das Komitat umfaßt die königl. Freistadt Kaposvár und acht Stuhlbezirke. Hauptort ist Kaposvár. - 2) Groß-Gemeinde im ungar. Komitat Zala (Szalad), am Nordwestabhang des Bakonyer Waldes, an der Linie Ukk-Tapolcza der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 1950 kath. magyar. E., Residenzschloß des Bischofs von Veszprim, Franziskanerkloster, Realschule; Ackerbau, Weingärten, Waldungen; besuchte Jahrmärkte.

Sumelas, griech. Kloster am Schwarzen Meer, im Süden von Trapezunt, in der Wildnis des Sumelasberges. Es ist der Sage nach von den Mönchen Sophronius und Barnabas im 4. Jahrh. gegründet worden, im Besitz eines der drei nach der Sage vom Evangelisten Lukas gemalten Marienbilder. - Vgl. Fallmerayer, Fragmente aus dem Orient, Bd. 1 (Stuttg. 1845).

Šumen (spr. schu-), türk. Schumla oder Šumna, Stadt im Fürstentum Bulgarien, 90 km westlich von Varna, auf den Vorhöhen des östl. Balkans, von hoher strategischer Wichtigkeit, da sich hier die Straßen von den Donauübergängen bei Silistria und Rustschuk vereinigen, um von hier aus in mehrern Pässen, besonders dem Dobral-Paß, den Balkan zu übersteigen und über Karnabad oder Jamboli nach Adrianopel zu ziehen. Die Stadt liegt an einer Mulde innerhalb eines hufeisenförmigen, 250 m über die Umgebung aufragenden Höhenzuges, an einem Zufluß des Kamčik, ist Hauptort eines Kreises und macht mit seinen Kasernen, Magazinen und andern Militärbauten den Kernpunkt des nur von der Ostseite aus zugänglichen, befestigten Lagers gleichen Namens aus. Š. zählt (1893) ohne Militär