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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sumpfklee - Sund

braun mit weißen Fleckchen, Brust und Bauch sind weißlich, Aftergegend rostrot, Schwung- und Steuerfedern dunkelbraun, der Schnabel ist an der Spitze gelb und wird nach der Basis zu orange. Das S. nährt sich von allerlei niedern Tieren.

Sumpfklee, s. Menyanthes.

Sumpfluchs, s. Luchs.

Sumpfluft, soviel wie Sumpfgas (s. Methan). Auch bezeichnet man mit S. alle die schädlichen Ausdünstungen stehender Gewässer und sumpfiger Gegenden, die früher als die Ursache der Malaria (s. d.) angesehen wurden.

Sumpfmeise, s. Meise.

Sumpfmerk, Pflanze, s. Sium.

Sumpfmiasma, s. Malaria.

Sumpfmoos, Torfmoos, Bezeichnung für alle Arten der Moosgattung Sphagnum (s. d.). Das S. besitzt die für die Gärtnerei wichtige Eigenschaft, sehr langsam zu verwesen und im trocknen Zustande wie ein Schwamm Wasser aufzusaugen. Es muß im Spätsommer gesammelt und vor dem Gebrauch getrocknet werden; seine Verwendung im frischen Zustande ist insofern gefährlich, als sich den Pflanzen schädliche Pilze auf ihm in den Töpfen bilden. Nur zum Belegen von Orchideentöpfen darf es frisch verwendet werden.

Sumpfofen, s. Kupfer (Gewinnung).

Sumpfohreule (Otus brachyotus Boie), eine 36 cm lange, gegen 1 m klafternde Ohreule, die der Waldohreule (s. d.) in der Färbung äußerst ähnlich ist, indessen kürzere und aus zwei bis vier Federchen bestehende Ohrbüschel hat. Sie scheint zwar normalerweise nur in den nördl. Teilen der Alten und Neuen Welt zu brüten, erscheint aber in mäusereichen Jahren in ganz Deutschland als Brütvogel und nistet auf der Erde. Auf ihren Wanderungen durchzieht sie die ganze Welt, Amerika bis zu seiner Südspitze und das oceanische Inselreich bis zu den Sandwichinseln.

Sumpfotter, s. Nörz.

Sumpfporst, Pflanzenart, s. Ledum.

Sumpfprimel, s. Hottonia.

Sumpfschildkröten (Emydae), eine aus mehrern Gattungen bestehende Gruppe von Schildkröten, die namentlich in Nordamerika, aber auch in Asien und eine in Europa verbreitet sind. Sie haben einen ovalen Rückenpanzer von nur geringer Wölbung, die Füße sind kräftig, die Zehen frei beweglich, durch Schwimmhäute miteinander verbunden und mit stattlichen Krallen bewaffnet. Sie leben teils auf dem Lande, wo sie unbeholfen und langsam kriechen, teils im Wasser, wo sie stets gewandt und schnell zu schwimmen vermögen. Die S. sind gefräßige Raubtiere, die sich von Fischen, Fröschen und andern Wassergeschöpfen ernähren, die sie zuweilen nicht auf-, sondern nur anfressen und dann liegen lassen. Am bekanntesten ist die europ. Art (Cistudo lutaria Marsili s. Emys europaea Rp., s. Tafel: Schildkröten, Fig. 3) mit schwarzem, gelb punktiertem oder gestricheltem Rücken- und gelblichem Bauchschild (s. Tafel: Körperbedeckung der Tiere II, Fig. 16 u. 17, Bd. 10, S. 612) und ebensolchen Beinen. Sie erreicht mit ausgestrecktem Kopfe bis 40 cm Länge und findet sich in wasserreichen Gegenden, in Deutschland besonders in Mecklenburg, Brandenburg und Schlesien, wo sie mitunter der jungen Fischbrut nachteilig wird. Ihr Fleisch wird gegessen und zu Suppen benutzt, doch soll es nicht so schmackhaft sein als das der griech. Landschildkröte (s. d.). Zu den S. gehört auch die amerik. Schnappschildkröte (s. d.).

Sumpfschnecken (Paludina), die größten Kiemenschnecken (s. Kammkiemer) unserer süßen Gewässer. Der Fuß trägt einen hornigen Deckel zum Verschluß des Hauses. Das Weibchen bringt lebendige Junge zur Welt. Der verdickte rechte Fühler des Männchens dient als Rute. Das Tier ist schwarz mit feinen rotgelben Punkten. In Norddeutschland fehlt häufig der schwarze Grund, so daß die ganze Haut rot erscheint. (S. Tafel: Weichtiere II, Fig. 13.)

Sumpfschnepfen, s. Becassinen.

Sumpfschotenklee, s. Lotus.

Sumpfsteppen, s. Tundra.

Sumpfvergißmeinnicht, s. Myosotis.

Sumpfvögel, s. Stelzvögel.

Sumpitan (malaiisch), Blasrohr. (S. Sipet.)

Sumptus (lat.), Aufwand, Kosten; sumtuös, kostspielig.

Sumvix, Schweizer Ort, s. Somvix.

Sumy. 1) Kreis im nordwestl. Teil des russ. Gouvernements Charkow, im Gebiet des Psjol und des Wir (der zum Sejm geht), hat 3187,4 qkm, 206 333 E., Getreide-, Zuckerrüben-, Hanf-, Tabakbau, Vieh-, besonders Pferdezucht, 8 Zuckerfabriken, 10 Branntweinbrennereien u. a. - 2) Kreisstadt im Kreis S., am Psjol und an der Suma sowie an der Linie Meresa-Woroshba (die sog. Sumybahn, 213 km) der Eisenbahn Charkow-Nikolajew, hat (1897) 26 622 E., 9 Kirchen, Gymnasium, Realschule, 2 Buchdruckereien, Buchhandlung, Stadtbank, Filiale der Handelsbank in Orel, große Zuckerfabrik, Jahrmärkte mit bedeutenden Umsätzen.

Sun, Gespinstfaser, s. Crotalaria.

Sun, The (spr. ßönn, "Die Sonne"), die wichtigste demokratische Tageszeitung in den Vereinigten Staaten von Amerika, erscheint in Neuyork; Herausgeber ist seit 25 Jahren Charles A. Dana. Die Morgenausgabe hat eine Auflage von 190 000, die unparteiische Abendausgabe "The Evening S." 150 000, die Sonntagsausgabe 210 000, eine Wochenausgabe (Mittwochs) 57 000. Die Zeitung wurde 1812 gegründet und ging 1851 in den Besitz einer Aktiengesellschaft über. Specialitäten des Blattes sind die ausführlichen Polizeiberichte und die sensationellen Interviews.

Sunamit, s. Sulamith.

Sund, eigentlich Oresund (im Mittelalter skandinav. Eyrarsund), die Meerenge zwischen der dän. Insel Seeland und der schwed. Landschaft Schonen (s. Karte: Dänemark und Südschweden). Diese Enge ist an ihrer schmalsten Stelle zwischen Schloß Kronborg bei Helsingör und Helsingborg nur 4½ km, zwischen Kopenhagen und Malmö aber 26 km breit, von Dragör (Amager) bis Helsingör 50 km lang, an wenigen Stellen bis 30 m tief, voller Untiefen, aber als vor Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals kürzestes Fahrwasser zwischen Ost- und Nordsee im Sommer von zahlreichen Schiffen bedeckt. Die Könige von Dänemark ließen von 1425 an bis 1857 im S. von allen durchgehenden Handelsschiffen einen Zoll, den Sundzoll, erheben, welcher zu Helsingör entrichtet werden mußte. Dieser Zoll wurde durch Verträge mit den übrigen Seemächten anerkannt. Franzosen, Engländer, Holländer und Schweden zahlten 1 Proz. Zoll von dem Werte ihrer Waren; die übrigen Nationen und dän. Schiffe mußten 1¼ Proz. entrichten. Die holländ. Schiffer zeigten nur ihre Papiere vor; andere Nationen mußten sich eine Durchsuchung ge-^[folgende Seite]