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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Superporte - Suppenkelle

unsern einheimischen Phosphaten, den Lahnphosphoriten, hergestellten S. Man verwendet diese Phosphorite infolgedessen gegenwärtig zur Herstellung von Doppelsuperphosphat. Hier wird das Rohmaterial mit so viel Schwefelsäure versetzt, daß aller Kalk und alles Eisen an dieselbe gebunden, die Phosphorsäure also vollständig frei wird (zum direkten Verbrauch ist das so erhaltene Präparat wegen seiner schmierigen Beschaffenheit nicht geeignet). Die Phosphorsäure wird sodann mit Wasser oder Alkohol ausgelaugt, eingedampft und nun selbst zum Aufschließen von Rohphosphat benutzt. Die dabei resultierenden S. (Doppelsuperphosphate) sind sehr phosphorsäurereich, sie enthalten etwa 40-45 Proz. lösliche Phosphorsäure. Der bei dem erwähnten Auslaugen zurückbleibende Gips enthält noch etwa 2 Proz. Phosphorsäure und kommt als Superphosphatgips, namentlich zur Konservierung des Stallmistes, in den Handel. Will der Landwirt nicht bloß mit Phosphorsäure, sondern auch gleichzeitig mit Stickstoff düngen, so wird dem S. schwefelsaures Ammoniak oder Chilesalpeter beigemischt: Ammonsuperphosphat, Salpetermischung. Auch Kaliammonsuperphosphat (durch Zumischung eines Kalisalzes) kommt im Handel vor. Einige wenige von der Natur gelieferte Rohphosphate enthalten von Haus aus schon wesentliche Mengen Stickstoff, so namentlich der Peruguano (s. Guano); bei den aus diesen fabrizierten S. wird natürlich der Stickstoffgehalt mit garantiert und bezahlt. Leider sind die Lager dieser letzteren Phosphate schon fast vollständig erschöpft.

Superporte (ital. sopraporta; frz. surporte), ein niedriges Bild über der Zimmerthür, von gleicher Breite wie diese selbst, wie solche im Zeitalter des Barock und des Rokoko Mode wurden.

Superrevision (neulat.), nochmalige prüfende Durchsicht.

Superstition (lat.), Aberglaube; superstitiös, abergläubisch.

Supersulfide, den Superoxyden entsprechend zusammengesetzte Schwefelverbindungen, z. B. des Kaliums (s. Kaliumsulfide).

Supertara, s. Tara.

Suphan, Bernh., Litterarhistoriker, geb. 18. Jan. 1845 zu Nordhausen, studierte in Halle und Berlin klassische Philologie, wandte sich dann aber dem Studium der deutschen Litteratur besonders des 18. Jahrh. zu. Als seine Hauptaufgabe betrachtete er die Wiedererweckung Herders, von dessen "Sämtlichen Werken" er eine mustergültige Ausgabe veranstaltete (auf 32 Bände berechnet, Berl. 1877 fg.). Seit 1868 in Berlin im höhern Lehrfach beschäftigt, wurde S. 1887 als Direktor des Goethe- (seit 1889 Goethe- und Schiller-)Archivs nach Weimar berufen. In den letzten Jahren erschienen von ihm: "Fr. Rückert" (Weim. 1888), "Über Friedrichs d. Gr. Schrift De la littérature allemande" (Berl. 1888), die Ausgabe der Briefe von Goethes Mutter an Goethe, Christiane und August von Goethe (Weim. 1889), "Hans Sachs in Weimar. Gedruckte Urkunden" (ebd. 1894), "Hans Sachs, Humanitätszeit und Gegenwart" (ebd. 1895), und in Verbindung mit Erich Schmidt: "Genien 1796" (ebd. 1893). Besonders aber bethätigte er sich als Leiter und Mitarbeiter der Weimar. Goethe-Ausgabe und der "Schriften der Goethe-Gesellschaft".

Suphis, ägypt. König, s. Cheops.

Supination, Supinatoren (lat.), s. Pronation.

Supinum (lat.), in der lat. Grammatik eine zur Konjugation des Verbums gerechnete Form, die eigentlich ein Substantivum nach der vierten Deklination ist, von dem nur der Accusativ und Ablativ gebräuchlich sind (z. B. amatum, amatu von einem Nominativ amatus), und zwar der erstere, um bei Verben der Bewegung den Zweck, zu dem die Bewegung geschieht, auszudrücken, z. B. ire rempublicam perditum ("gehen den Staat zu verderben"), der zweite bei Adjektiven, um zu bezeichnen, daß die Eigenschaft in Beziehung auf eine Handlung beigelegt wird, z. B. facile dictu ("leicht zu sagen"). Auch andere Sprachen zeigen ähnliche Bildungen, z. B. das ältere Slawisch. Das S. ist sprachwissenschaftlich zu den Infinitiven (s. d.) zu rechnen.

Suppé, Franz von, Operettenkomponist, geb. 18. April 1820 zu Spalato in Dalmatien, besuchte das Konservatorium in Wien, wirkte seit 1841 als Kapellmeister an verschiedenen Theatern, zuletzt am Carl-Theater in Wien. Dann lebte er abwechselnd in Wien und auf seinem niederösterr. Gute Sophienleina. Er starb 2l. Mai 1895 in Wien. Allgemein bekannt wurde S.s Name durch seine Operetten "Zehn Mädchen und kein Mann" (1862), "Flotte Bursche" (1863), "Die schöne Galathea" (1865), "Leichte Kavallerie" (1866), "Fatinitza" (1876), "Boccaccio" (1879), "Donna Juanita" (1880), "Bellmann" (1886), "Die Jagd nach dem Glücke" (1888), "Das Modell" (1895). S. hat außerdem Kirchenmusiken (Messen u. s. w.) geschrieben. Von seinen Liedern ist "O du mein Österreich" (aus dem Singspiel "Alraun", 1849) volkstümlich geworden.

Suppeditieren (lat.), an die Hand geben (z. B. eine Antwort), unterlegen; auch soviel wie als Unterstützung darreichen.

Suppenanstalten, von wohlthätigen Vereinen oder Gemeinden unterhaltene Küchen zur Speisung bedürftiger Leute mit nahrhaften Suppen. Meist wird die Benutzung durch Verteilung von Karten geregelt und gewöhnlich auch ein kleiner Geldbetrag für die Portion erhoben. In Darmstadt erforderte der Verkauf von täglich 1600 bis 1800 Portionen zu 5 Pf. in wenig Monaten einen Zuschuß von etwa 3000 M. Die erste Idee der S. ging vom Grafen Rumford (s. d.) aus und fand namentlich seit 1813 weite Verbreitung. Eine verwandte Einrichtung sind die sog. Schulsuppen, die darin bestehen, daß während der kalten Jahreszeit armen Schulkindern mittags eine Suppe verabreicht wird. Mit diesem Verfahren begann in Sachsen 1884 der Verein gegen Armennot und Bettelei in Dresden, und 1896 wurden in Dresden durch Vermittelung dieses Vereins 33222 Suppen im Werte von 2904 M. an etwa 1200 arme Schulkinder verteilt. 1896 wurde daselbst ein Verein gegründet, der ausschließlich die Speisung armer Schulkinder bezweckt. Viele andere deutsche Städte sind dem Beispiel Dresdens gefolgt; doch sind auch mancherlei Bedenken dagegen geltend gemacht worden. In der Schweiz besteht diese Einrichtung seit 1875 in St. Imier. Grundsätzlich verschieden von den S. sind die Volksküchen (s. d.). - Vgl. Rumford, Über die Verbesserung des Armenwesens und andere gemeinnützige Anstalten (4. Aufl., Weim. 1806); Zur Volksküche in der Familie. Aus den dreißigjährigen Erfahrungen der S. zu Darmstadt (von Wilh. Schwab, anonym; Darmst. 1887); P. César, Les soupes scolaires (St. Imier 1891; deutsch Berl. 1892).

Suppenkelle, s. Kelle.