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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Suppenkerbel - Süptitz

Suppenkerbel, s. Anthriscus.

Suppenschildkröte (Chelone viridis Schneid., mydas Latr.), Art der Seeschildkröten (s. d.) mit völlig knöchernem Panzer, bis über 2 m lang; die 13 Hornplatten des Rückenschildes liegen nebeneinander und berühren sich mit ihren Rändern. Der platte Kopf hat 12 Schilder. Die Färbung ist vorherrschend olivengrün. Die S. bildet zahlreiche Abänderungen und findet sich in allen wärmern Meeren, auch im Mittelmeer und gelegentlich an der Südküste Englands. Sie frißt vorzugsweise Tang; ihre Eier sowie ihr Fleisch sind wegen ihres Wohlgeschmacks berühmt. Man bereitet aus ihr die echte Schildkrötensuppe.

Suppentafeln, s. Fleischbrühe.

Supper (engl., spr. ßöppĕr), Abendmahlzeit.

Suppléant (frz., spr. ßüppléang), Stellvertreter.

Supplement (lat.), soviel wie Ergänzung, z. B. ein Nachtrag zu einem Werke. In der Mathematik versteht man unter S. eines Winkels oder Bogens denjenigen Winkel oder Bogen, der mit jenem zusammen 180 Grad ausmacht. Zwei sphärische Dreiecke heißen Supplementardreiecke oder Polardreiecke, wenn die Seiten des einen die S. der Winkel des andern sind.

Supplicatio (lat., d. i. Bittgang), im altröm. Kultus Bezeichnung der Dank- und Bittprozessionen, die bei besondern Veranlassungen auf Anordnung des Senats abgehalten wurden und an denen sich die ganze Bevölkerung beteiligte.

Supplicieren (lat.), eine Bittschrift einreichen.

Supplieren (lat.), ergänzen; ersetzen.

Supplik (lat.), Bittschrift (s. d.); Supplikánt, Bittsteller; Supplikation, öffentliche Demütigung vor Gott, Buß- und Betfest.

Süpplingen, Dorf im braunschw. Kreis Helmstedt, an der Schunter, hat (1895) 1689 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, Braunkohlengrube und Zuckerraffinerie (Hamburg). Nahebei das Dorf Süpplingenburg (608 E.) mit dem alten Schloß Süpplingenburg, Stammhaus des schon im 8. Jahrh. erwähnten Geschlechts der Grafen von Suplinburg, dem Kaiser Lothar II. angehörte. Derselbe schenkte nach Besteigung des deutschen Königsthrons seinen heimatlichen Sitz dem Orden der Tempelherren; nach Auflösung des Ordens war S. bis 1822 Johanniterkomturei, seitdem herzogl. Domäne. Die ehemalige Templerkirche, eine roman. Basilika (12. Jahrh.), ist neuerdings restauriert.

Supponieren (lat), unterlegen, voraussetzen.

Support (frz., spr. ßüppohr, "Stütze"), bei einer Drehbank (s. d.) oder Metallhobelmaschine (s. Planhobelmaschine) diejenige Vorrichtung, durch welche das Werkzeug oder unter Umständen auch das Arbeitsstück feste Stellung und sichere Führung erhält. (S. Kreuzsupport.)

Supportstahl, s. Drehstahl.

Supposition (lat.), Unterschiebung (eines Kindes, Testaments); Voraussetzung, Annahme.

Suppositorien (lat.), cylindrisch oder konisch geformte arzneiliche Massen, die in den Darm oder den weiblichen Geschlechtsapparat (Vaginalkugeln) eingeführt werden, um hier zu zerfließen und die ihnen zukommende Heilwirkung zu entfalten. Sie bestehen aus einer Grundmasse (Kakaobutter, Gelatine) und den wirksamen Zusätzen. Am häufigsten werden die sog. Stuhlzäpfchen (Suppositoria analia) zur Hervorbringung von Stuhl sowie die narkotischen S. zur Stillung von Schmerzen angewendet. Neuerdings werden auch die sog. Glycerinsuppositorien, aus Stearin gefertigte Zäpfchen, die kleine Mengen von Glycerin einschließen, gegen Stuhlverstopfung vielfach benutzt.

Suppositum (lat., Mehrzahl Supposita), das Untergeschobene (z. B. Ansicht); auch das Angenommene, Vorausgesetzte.

Suppressiv (lat.), unterdrückend; Suppression, Unterdrückung; Supprimieren, unterdrücken.

Suppuration (lat.), Eiterung.

Supputation (lat.), Überrechnung, Überschlag.

Supralapsarier (neulat.), s. Prädestination.

Supranaturalismus (neulat.) oder Supernaturalismus, im allgemeinen der Glaube an das Übernatürliche, Übersinnliche; im engern Sinne der Glaube an eine übernatürliche Offenbarung Gottes. In der Geschichte der prot. Theologie bezeichnet S. die theol. Schule, die in Deutschland seit Ende des 18. Jahrh. bis etwa 1830 die Verteidigung einer abgeschwächten Orthodoxie gegenüber dem Rationalismus (s. d.) führte.

Suprem (lat.), keiner Steigerung fähig.

Supremat (lat., d. i. Obergewalt), die Machtvollkommenheit, welche sich der Papst über die kath. Bischöfe und die ganze Kirche zuschreibt (s. Primat); Suprematie, Oberherrschaft.

Supremateid (engl. Oath of Supremacy), ein Eid, der erklärte, daß nach der Anschauung des Schwörenden der Papst nicht die oberste Kirchenmacht in England habe. Dieser Eid, ebenso wie der Oath of Allegiance (Treueid) und der Oath of Abjuration (Abschwörungseid), mußte von allen Parlamentsmitgliedern und Beamten geleistet werden; doch wurde 1829 durch das Gesetz, welches die Emancipation der Katholiken einführte, den letztern der Gebrauch einer Formel gestattet, die mit ihrem Glauben vereinbar ist. Die Promissory Oaths Act von 1868 hat für alle Beamten und Parlamentsmitglieder sehr kurze und einfache Eidesformeln eingeführt, welche an die Stelle der erwähnten Eide treten, und die Oaths Act von 1888 gestattet den Personen, deren religiöser Glaube oder Unglaube die Leistung eines Eides unstatthaft macht, die Ausstellung einer Erklärung an Eidesstatt.

Supreme Court (spr. ßöpprihm kohrt), der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika, hat die Jurisdiktion über alle Streitfälle, die sich über die Verfassung, Gesetze und Verträge der Vereinigten Staaten erheben; ferner über alle Fälle, in denen die Vereinigten Staaten selbst Partei sind, über alle Fälle zwischen einem oder mehrern Staaten, zwischen Bürgern verschiedener Staaten oder Staaten mit ihren Bürgern. Durch die Befugnis, die der S. C. besitzt, eine Kongreßakte oder ein Gesetz eines Staates für nichtig zu erklären, ist er zum obersten Interpreten der Verfassung gemacht und nimmt eine von allen europ. Gerichtshöfen verschiedene Stellung ein. Der S. C. besteht aus einem Oberrichter (Chief justice) und acht Richtern (Associate justices), denen ihr Amt auf Lebenszeit übertragen wird. - Vgl. H. L. Carson, The S. C. of the United States (2 Bde., Philad. 1891).

Süptitz, Dorf im Kreis Torgau des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, 5 km westlich von Torgau, hat (1895) 737 E., Postagentur, Fernsprechverbindung. Es war der Mittelpunkt der Schlacht bei Torgau. Am 3. Nov. 1760 griff Friedrich d. Gr. die starke Stellung der Österreicher (unter Daun) auf dem Ratsweinberge und den Süptitzer Höhen an,