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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sylva - Symbabje

(4,2 km) nach Westerland (s. d.) durch den merkwürdigen Lornsenhain führt. Mitten auf der Heide zwischen Wenningstedt und Kämpen und auf der Nordspitze stehen Leuchttürme. Im N. liegt Listland (s. d.). - Vgl. Meyn, Geognost. Beschreibung der Insel S. (Berl. 1876); Kunkel, Der Kurort S. und seine Heilwirkung (Kiel 1878); Hepp, Praktischer Wegweiser auf der Insel S. (3. Aufl., Tondern 1885); Jensen, Die nordfries. Inseln (Hamb. 1891); Dröhse, Wegweiser auf S. (Tondern 1896); Sylt, in "Griebens Reisebibliothek", Bd. 7; Weigelt, Die nordfries. Inseln (2. Aufl., Hamb. 1873).

Sylva, Carmen, Pseudonym der rumän. Königin Elisabeth (s. d.).

Sylva, Rui Gomez de, s. Eboli, Fürstin von.

Sylvān, ein bei 63° siedendes wasserhelles Öl, das im Fichtenholzöl vorkommt und bei der Destillation von Zucker mit Kalk entsteht. Es ist als Methylfurfuran, C4H3O(CH3) ^[C_{4}H_{3}O(CH_{3})], aufzufassen und ist dem Furfuran (s. d.) selbst sehr ähnlich.

Sylvanīt, Mineral, s. Schrifterz.

Sylvester (Silvester), Name von drei Päpsten:

S. I. (314-335). Weder daß er das Konzil von Nicäa berufen, noch daß dasselbe ihn nachträglich um Bestätigung seiner Beschlüsse ersucht, noch endlich daß er, von Konstantin d. Gr. verbannt, denselben später durch die Taufe vom Aussatz gereinigt habe, ist geschichtlich. Das Konzil von Nicäa beschickte S. nur mit zwei Delegierten. Die Taufe Konstantins wurde erst kurz vor dessen Tode vollzogen. Vor allem ist Papst S. der Held der spätern Legende von der Konstantinischen Schenkung (s. Donatio Constantini). Sein Gedächtnis feiert die griech. Kirche 2. Jan., die röm.-kath. Kirche 31. Dez. (daher Sylvestertag, Sylvesterabend).

S. II. (999-1003), der erste franz. Papst, war aus niederm Stande und hieß eigentlich Gerbert, geb. wahrscheinlich 950 zu Aurillac in der Auvergne, wo seit 1851 sein Standbild steht, widmete sich dem geistlichen Stande, studierte in Barcelona und unter den Arabern in Sevilla und Cordoba, bereiste dann Italien, Deutschland und Frankreich, lehrte in Reims Mathematik, Philosophie und klassische Litteratur, wurde 980 Abt zu Bobbio und Lehrer des nachmaligen Kaisers Otto III., 991 Erzbischof von Reims, 998 von Ravenna und 999 durch Vermittelung Ottos Papst. Philosophie und Mathematik waren seine Lieblingswissenschaften; er war einer der größten Gelehrten seiner Zeit, machte mehrere Erfindungen, soll die arab. Ziffern und die Pendeluhren im Abendlande eingeführt haben und kam durch seine physik. und chem. Kunstfertigkeiten in den Ruf eines Schwarzkünstlers. Als Papst hat er wenig geleistet. Gedruckt sind von ihm Briefe u. s. w. (hg. von Olleris, Clermont 1867), ungedruckt dagegen seine mathem. und astron. Schriften. - Vgl. Hock, Gerbert oder Papst S. II. und sein Jahrhundert (Wien 1837); Büdinger, Über Gerberts wissenschaftliche und polit. Stellung (Cass. 1851); Olleris, Vie de Gerbert (Par. 1867); Werner, Gerbert von Aurillac (Wien 1878); K. Schulteß, Papst S. II. als Lehrer und Staatsmann (Hamb. 1891); ders., Die Sagen über S. (ebd. 1893); Chantrel, Histoire populaire des papes (Par. 1895).

S. III., Gegenpapst Benedikts IX., 1044 von einer Gegenpartei gewählt, 20. Dez. 1046 auf der Synode von Sutri abgesetzt, wird in der Reihe der Päpste nicht mitgezählt.

Sylvester, Pseudonym für Georg Anton von Hardenberg, s. Hardenberg, Friedr. Leop.

Sylvesterabend, s. Sylvester (I., Papst).

Sylvesterorden, päpstl. Orden, von Papst Gregor XVI. 31. Okt. 1841 an Stelle des Ordens vom Goldenen Sporn (s. d.) gestiftet. Die Zahl der Komture ist auf 150, der Ritter auf 300 festgesetzt. Das Ordenszeichen, an einem rot und schwarz gestreiften Bande getragen, besteht in einem goldenen, weiß emaillierten Malteserkreuze, dessen blaues Mittelfeld die Figur des heil. Sylvester mit der Umschrift "Sanctus Silvester Pont. Magnus" zeigt; in den Winkeln sind goldene Strahlen und an den beiden untern Spitzen hängt ein kleiner goldener Sporn; auf dem Revers steht um die Jahrzahl MDCCCXLI die Inschrift "Gregorius XVI. restituit". (S. Tafel: Die wichtigsten Orden II, Fig. 20.) - Vgl. Imolese, Memorie storiche dell' ordine aureato ossia dello sperone d' oro (Rom 1841).

Sylvestertag, s. Sylvester (I., Papst).

Sylvestrēn, ein zu den Terpenen gehörender Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung C10H16 ^[C_{10}H_{16}], der den Hauptbestandteil des schwed. und russ. Terpentinöls bildet. Es siedet bei 175° C. und dreht die Polarisationsebene des Lichts nach rechts.

Sylvĭa, Vogelgattung, s. Grasmücke; S. galactodes, s. Baumnachtigall.

Sylvĭa, der 87. Planetoid.

Sylviĭdae, Singvögel, s. Sänger.

Sylvīn, auch Leopoldit oder Hövelit, natürliches regulär (namentlich in der Kombination von Würfel und Oktaeder) krystallisierendes Chlorkalium, KCl, das in Staßfurt und Kalusz in Galizien und andern Orten unter den Salzmineralien sich findet und jährlich in der Menge von mehrern Millionen Centnern gewonnen und verarbeitet wird. Nächst dem Carnallit und dem Kainit ist der S. das wichtigste der Abraumsalze (s. d.), aus denen man schwefelsaures Kalium, Pottasche und kalihaltige Düngerpräparate darstellt. S. erscheint auch als Sublimationsprodukt am Vesuv.

Sylvĭus, Franz, eigentlich de le Boë, berühmt als Begründer eines chemiatrischen Systems, geb. 1614 zu Hanau, studierte zuerst in Leiden, dann in Paris und wurde 1637 zu Basel Doktor der Medizin, hierauf praktizierte er in Hanau, Leiden und Amsterdam, bis er als Professor der Medizin nach Leiden kam, wo er 14. Nov. 1672 starb. Seine Lehre setzte er hauptsächlich in den Schriften "Disputationum medicarum decas" (Amsterd. 1663) und "Praxeos medicae idea nova" (1. Buch, Leid. 1667; 2. Buch, Vened. 1672; 3. Buch, Amsterd. 1674) auseinander. Seine "Opera medica" erschienen in Amsterdam (1679), in Genf (1731) und öfter.

Sylvĭus, Jakob, eigentlich Dubois, Anatom, geb. 1478 zu Loeuvilly bei Amiens, studierte in Paris und hielt dort seit 1531 als Baccalaureus anatom. Vorlesungen, die er unter großem Beifall bis zu seinem Tode (1555) fortsetzte. Seine Entdeckungen in der Anatomie und seine Erfindung der Injektion haben ihm in der Geschichte der Medizin einen Namen bewahrt. Seine "Opera medica" erschienen in Genf (1630). Nach ihm heißt eine in jede Hemisphäre des Großen Gehirns des Menschen von der Basis hereindringende Spalte die Fossa Sylvii, Sylviussche Grube (s. Gehirn).

Symbabje (Zimbaoe, Zimbabye), Ruinenstätte im östl. Südafrika, zwischen dem Limpopo und Sambesi, nahe einem rechtsseitigen Nebenfluß des obern Sabi, 300 km westlich von Sofala, war schon den alten portug. Schriftstellern Dos Santos und