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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Syra; Syracuse; Syrakus

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Syra - Syrakus

Reste ziehen sich Spuren eines großen Kanalnetzes. Der S. ist zwischen Tschinas und Perowsk auf 960 km schiffbar. Der 1853 begonnene Dampfschiffahrtsverkehr ist aber wieder eingestellt worden.

Syra, im Altertum Syros, eine der Cykladischen Inseln, 81 qkm groß, mit (1889) 36 098 großenteils kath. E., bildet mit Mykonos und den Eilanden Giura, Megali- und Mikra-Delos die Eparchie S. des Nomos Cykladen, mit 31 412 E. Die Insel ist durchaus felsig, aus Glimmerschiefer und weißem und grauem Marmor bestehend, mit wenigen und dürftigen Quellen; der Boden ist selbst in den Thälern und den kleinen Strandebenen dünn und steinig, so daß nur etwas Gerste, Wein, Feigen und Honig produziert wird. S. war die Heimat des Philosophen Pherekydes. Während des griech. Befreiungskampfes fanden hier Familien aus Chios, Psara und andern Gegenden ein Asyl. Diese Flüchtlinge bauten an der Ostküste auf der Stelle der alten Stadt Syros, unterhalb der 2-3 km vom Meere auf einer felsigen Anhöhe gelegenen, fast ganz von röm. Katholiken bewohnten mittelalterlichen Stadt (jetzt Ano-Syra genannt, mit 8102 E.), die neue Stadt Hermupolis (s. d.).

Syracuse (spr. ßírĕkjuhs), Hauptstadt des County Onondaga im nordamerik. Staate Neuyork, am Onondaga-Creek, Onondagasee und Eriekanal, wo dieser sich nach Oswego verzweigt, liegt an zwei Linien der Neuyork-Central-, an der West-Shore-, der Delaware-Lackawanna-Western- und andern Bahnen. S. hatte 1880: 51 792, 1890: 88 143 E. und verdankt seine Blüte den nahen Salzquellen. Diese, 1654 von franz. Jesuiten entdeckt und seit 1787 ausgebeutet, liefern durchschnittlich 7 Mill. Bushel. Die 50 Brunnen sind etwa 100 m tief und werden 8 Monate bearbeitet. Mehr als die Hälfte des Salzes wird durch Verdunstung, der Rest mit Hilfe künstlicher Wärme gewonnen. Die Stadt hat außerdem Hochofen, Eisengießerei, Stahl-, Maschinen- und Glaswerke, Brauereien, Fabriken von Ackerbaugeräten, Schuhen u. s. w. Von Bauten sind zu nennen: das Stadthaus, Postamt, St. Johns-(kath.) und St. Paulskathedrale, Court-House, das Hospital für schwachsinnige Kinder, Sternwarte und die methodistische Universität mit 800 Studenten und einer Bibliothek (45 000 Bände), in die unter anderm die Bücherei L. von Rankes übergegangen ist.

Syrakus, ital. Siracusa, früher auch Siragosa. 1) Provinz im Königreich Italien, der südöstlichste Teil der Insel Sicilien, grenzt im N. an Catania, im O., S. und W. an das Mittelländische Meer und im NW. an Caltanissetta, hat 3697 (nach Strelbitskij 3729) qkm und (1881) 341 526, nach Berechnung für 31. Dez. 1895: 417 505 E., d. i. 108 E. auf 1 qkm, und zerfällt in die 3 Kreise Modica, Noto und S. mit zusammen 32 Gemeinden. Die Provinz ist von einigen Höhen durchzogen, die sich nicht über 1000 m erheben und nach den Küsten zu abfallen, wird bewässert von kleinen Küstenflüssen (Erminio, Tellaro, Anapo) und ist außerordentlich fruchtbar; sie liefert Getreide, besonders Weizen, Wein, Oliven und Südfrüchte. Wichtig ist die Schafzucht und besonders die Fischerei. Die die Provinz durchziehenden Eisenbahnlinien berühren die Hauptstadt. - 2) S., früher auch Siragosa, Hauptstadt der Provinz S., im Altertum die bedeutendste Stadt Siciliens, auf der Insel Ortygia, die nur durch einen schmalen Kanal von dem Festland getrennt ist, und im SW. von dem Großen Hafen (Porto Grande), in den der Anapo mündet, im N. von dem Kleinen Hafen (Porto Piccolo) begrenzt, an den Linien Messina-S. (182 km) und S.-Licata (218 km) der Sicil. Eisenbahnen, ist Sitz eines Präfekten und Bischofs und hat (1881) 19 389, als Gemeinde 23 507, nach Berechnung für 31. Dez. 1894: 25 300 E., in Garnison ein Bataillon des 50. Infanterieregiments, enge und winklige Straßen, einen Dom, auf dem Grunde und in die Säulen eines dor. Diana- oder Minervatempels gebaut, mit 36 antiken Säulen, ein Kastell, Trümmer eines griech. Tempels, dem Apollon oder der Diana geweiht, Reste antiker Bäder und mittelalterlicher Paläste, ein neuerdings bedeutend erweitertes Museum (Altertümer, kostbare Münzen u. a.) und eine Bibliothek (9000 gedruckte Bände und Handschriften). Im südl. Teil der Stadt liegt die berühmte, mit Papyrusstauden umsäumte Quelle der Arethusa, vom Volke la Parrucca genannt, deren Wasser durch ein Erdbeben salzig geworden ist.

^[Abb: Das alte Syrakus (Situationsplan).]

Den Gesamtumfang der alten Stadt S. (lat. Syracusae, s. vorstehenden Plan) giebt Strabo auf 180 Stadien (33 km) an; nach genauern neuern Messungen betrug er 27,3 km, der Flächeninhalt 18 qkm. S. war damit die größte Stadt der antiken Welt. Sie hatte bis etwa 500 000 E. und bestand außer dem Teile, der die jetzige Stadt umfaßt, aus vier Stadtteilen auf dem Festlande (Achradina, Tyche, Neapolis und Epipolä), von deren Gebäuden nur wenig erhalten ist. Es finden sich Reste der antiken Mauern, die ehemals die ganze Stadt auf dem Festlande umschlossen, der beiden großen Wasserleitungen, einer röm. Palästra, welche 1864 aufgedeckt wurde, eines röm. Amphitheaters aus der Zeit des Augustus,