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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Syrjanen; Syrmien

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Syrjanen - Syrmien

1872) und der Nestorianer Georg Warda (Anfang des 13. Jahrh.).

Die zahlreichen Übersetzungen griech. Schriftsteller, Philosophen und Ärzte, welche besonders die Nestorianer lieferten, hat verzeichnet Wenrich, "De auctorum Graecorum versionibus et commentariis syriacis" (Lpz. 1842); über ihren Wert für die Textkritik haben Ryssel (ebd. 1880 u. 1881) und Baumstark (ebd. 1894) gehandelt. Manche Stücke dieser Profanlitteratur sind auch schon herausgegeben, z. B. Abhandlungen des Aristoteles und anderer Philosophen von de Lagarde ("Analecta syriaca", Lpz. 1858), G. Hoffmann ("De hermeneuticis apud Syros Aristoteleis", Berl. 1869; 2. Aufl., Lpz. 1873), Sachau ("Syriaca inedita", Halle 1870) u. a., auch anderes allgemein Interessantes, z. B. das "Syr.-röm. Rechtsbuch", eine Bearbeitung der röm. Rechtssätze, von Bruns und Sachau (Lpz. 1880), der "Physiologus" von Land (in seinen "Anecdota"; vgl. Ahrens, Das Buch der Naturgegenstände, Kiel 1892), "Kalilag und Damnag" aus dem Pehlevi oder Persischen von Bickell (Lpz. 1876) und aus dem Arabischen von Wright (Lond. 1884), "Sindban" von Bäthgen (syrisch und deutsch, Lpz. 1879), "Geoponica" von de Lagarde (ebd. 1860), des Pseudo-Callisthenes "Leben Alexanders d. Gr." von Budge (syrisch und englisch, Cambr. 1889).

Die reichsten Sammlungen von syr. Handschriften finden sich in Rom (vgl. Assemani, Bibliotheca orientalis Clementino-Vaticana, 3 Bde., Rom 1719-28, und dessen Bibliothecae Vaticanae codicum manuscriptorum catalogus, Bd. 2 u. 3, ebd. 1758-59), in Paris (Cataloque von Zotenberg, 1874) und im Britischen Museum zu London (Catalogus von Rosen und Forshall, 1838; fortgesetzt von W. Wright, 3 Bde., 1870-72), das namentlich 1843 und 1847 einen reichen Zuwachs aus einem ägypt. Kloster gewonnen hat, zum Teil sehr alte Handschriften, aus denen, außer mehrern der schon genannten Werke, z. B. Cureton die Übersetzung der Briefe des Ignatius, Festbriefe des Athanasius (deutsch von Larsow, Lpz. 1852) u. a., Lee die "Theophania" des Alexandrinus zum Evangelium des Lukas, W. Wright neutestamentliche Apokryphen, die Homilien des Aphraates (Lond. 1869) u. a., de Lagarde die "Recognitiones" des Clemens Romanus u. a., Land "Anecdota syriaca" (Bd. 1-4, Leid. 1862-75), Sachau "Theodori Mopsuesteni fragmenta" (Lpz. 1869), Ryssel "Gedichte und Briefe des Araberbischofs Georg" (deutsch, ebd. 1891), Budge "Die Reden des Philoxenos von Mabbogh" (syrisch, Lond. 1894) u. a. anderes herausgaben. "Die syr. Sammlung der Königlichen Bibliothek in Berlin nimmt jetzt, seit dem Hinzukommen der Sachauschen Sammlung (vgl. Kurzes Verzeichnis der Sachauschen Sammlung syrischer Handschriften, Berl. 1885), in Europa die dritte Stelle (nach der des Britischen Museums und der der Vaticana) ein.

Eine Übersicht der bis 1871 veröffentlichten syr. Litteratur gab Bickell, Conspectus rei Syrorum literariae (Münst. 1871), und E. Nestle in seiner der "Brevis linguae syriacae grammatica" (Karlsr. 1881; 2. Aufl., deutsch Berl. 1888) beigegebenen Literatura syriaca, sowie Ryssel im Artikel Syrien in Herzogs "Realencyklopädie" (2. Aufl., Bd. 15, Lpz. 1885, S. 185-190); die vollständigste Übersicht bietet W. Wrights Artikel Syriac Literature in der "Encyclopædia Britannica", Bd. 22, S. 824-856 (Lond. 1887), jetzt auch separat erschienen u. d. T.: A short history of Syriac literature (ebd. 1894).

Die neusyrische Volkssprache ist von der amerik. Mission in Urmia (an ihrer Spitze J. Perkins) zur Schriftsprache erhoben worden, und mit Hilfe Eingeborener hat man die Bibel und anderes übersetzt und zum Druck gebracht (einzelnes auch von seiten der röm. Mission). Auch eine Grammatik dieser neusyr. Sprache von Stoddard ist in Neuyork (1856) erschienen, eine wissenschaftliche Behandlung derselben von Nöldeke (Lpz. 1868). Merx veröffentlichte ein "Neusyr. Lesebuch" (Gieß. 1874); Sammlungen anderer Texte gaben Socin ("Neuaramäische Dialekte", Tüb. 1882) und Duval ("Les dialectes néoaraméens de Salamas", Par. 1883). Von dem neusyr. Dialekt des Tur Abdin im nordöstl. Mesopotamien lieferten Proben Prym und Socin (2 Bde., Gott. 1881) und eine wissenschaftliche Analyse Nöldeke (in der "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft", 1882), eine "Skizze des Fellichi-Dialekts von Mosul" (Berl. 1895) Sachau.

Syrjanen, auch Syrjänen, russ. Zyrjany, früher sehr verbreitete sinn. Völkerschaft im europ. und asiat. Rußland, die gegenwärtig besonders in den Gouvernements Wologda und Archangelsk, an der Petschora, dem Mesen und den östl. Zuflüssen der Dwina angetroffen wird; Zahl gegen 112 000. Sie stehen den Permiern (s. d.) sehr nahe und nennen sich wie diese Komi oder Komi-Murt (vielleicht vom Fluß Kama; Murt = Mann), unterscheiden sich aber von ihnen durch ihr weit energischeres Wesen. Die S. nahmen im 14. Jahrh. das Christentum an und haben sich in Sitte und Lebensart den Russen so genähert, daß sie sich von diesen nur noch in der Sprache unterscheiden. Grammatiken des Syrjänischen lieferten von der Gabelentz (Altenb. 1841), Castrén (Helsingf. 1844), Wiedemann (Reval 1847; Petersb. 1884), in russ. Sprache Sawwaïtow (Petersb. 1850), ein Wörterbuch Sawwaïtow (ebd. 1850) und Wiedemann (ebd. 1880). - Vgl. P. Hunfalvy, Die Völker des Ural und ihre Sprachen (Budapest 1888).

Syrmien, ungar. Szerém, slaw. Srěm, Komitat im Königreich Kroatien und Slawonien, ein Teil des ehemaligen Herzogtums S., grenzt im N. an das ungar. Komitat Bács-Bodrog, im O. an Torontäl, im S. an Serbien und Bosnien, im W. an die Komitate Virovititz (Veröcze) und Pozsega und hat 6865,80 qkm und (1890) 347 022 meist griech.-orient. serb. E. (57 508 Deutsche, 20 854 Magyaren, 9224 Slowaken, 3452 Ruthenen), darunter 156 183 Römisch-, 4072 Griechisch-Katholische, 18 293 Evangelische und 3759 Israeliten. Das Komitat gehört zu den gesegnetsten und schönsten Teilen der Monarchie. Die Bergkette Fruška-Gora (546 m) durchzieht dasselbe von Westen gegen Osten und sendet rechts und links Seitenzweige aus, welche die herrlichsten Gegenden bilden; sie wird fast ganz von den Klöstern griech.-kath. Mönche serb. Nationalität eingenommen und produziert sehr viel guten Wein. Kaiser Probus hat die Rebe hierher verpflanzt. Pflaumen (Zwetschen) wachsen in großer Menge, weshalb hier der Hauptsitz für die Zubereitung des Sliwowitz (s. d.) ist. Das Komitat zerfällt in zehn Stuhlbezirke und umfaßt die selbständigen Städte Ruma, Mitrovicza, Peterwardein, Semlin und Karlowitz. Hauptort ist Vukovar (s. d.). - S., benannt von der alten, jetzt in Ruinen liegenden Stadt Sirmium beim heutigen Mitrovicza, hieß einst ein