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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Syrnium; Syrokomla; Syros; Syrphidae; Syrrhaptes; Syrten; Syrup; Syrus; Sysran; Syssitien; Systaltisch; System; Systematik

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Syrnium – Systematik

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Syrmien'

eigenes Herzogtum in Slawonien (s. Kroatien und Slawonien), das lange unter türk. Botmäßigkeit stand, 1688 der Pforte entrissen wurde und nun an das Haus Odescalchi und später durch den Kaiser, der es gekauft hatte, an das Haus Albani kam. Es umfaßte den östl. Teil der von der Drau, Save und Donau umflossenen Syrmischen Halbinsel oder das spätere Syrmische Komitat und den ehemaligen Bezirk des aufgelösten Peterwardeiner Grenzregiments.

Syrnĭum, s. Eulen (Vögel); S. uralense, s. Habichtseule.

Syrokomla, Name eines poln. Wappens; Władysław S., Pseudonym des poln. Dichters L. Kondratowicz (s. d.).

Syros, eine der Cykladen, s. Syra.

Syrphĭdae, s. Schwebfliegen.

Syrrhaptes, s. Steppenhuhn.

Syrten, zwei Busen des Mittelländischen Meers an der Küste von Nordafrika. Die Kleine Syrte, auch Golf von Gabes genannt, liegt an der Ostküste von Tunis, zwischen der Insel Dschebado und den Kerkenahinseln; ihre Tiefe ist im Mittel 60 m; die Große Syrte, auch Golf von Sydra, Sidra oder Dschûn el-Kebrit genannt, südöstlich der vorigen, zwischen Tripolis und dem Plateau von Barka, bildet den südlichsten Teil des Mittelmeers, hat einen nur schmalen Saum, jenseit dessen die Tiefe bis zu 1800 m steigt. Durch Untiefen und Sandbänke waren die S. schon im Altertum verrufen; der einzige Hafen ist Bengasi.

Syrup, s. Sirup.

Syrus, röm. Dichter, s. Publilius Syrus.

Sysran (Syzrań, spr. ßüfránj). 1) Kreis im südlichsten Teil des russ. Gouvernements Simbirsk, mit Höhen im NO., die durch die Wolgaschleife von Samara scharf begrenzt werden, hat 9122,1 qkm, 245236 E., darunter Mordwinen (5 Proz.), Tataren (2,5) und Tschuwaschen (2,5); Ackerbau, Teersiederei, Anfertigung von Holzwaren, 96 Fabriken mit 2,2 Mill. Rubel Produktion, darunter 3 Tuchfabriken. –

2) Kreisstadt im Kreis S., nahe am rechten Ufer der Wolga und an der Eisenbahn Morschansk-S., hat (1897) 32377 E., 8 Kirchen, darunter 3 Kathedralen, 1 Mönchs-, 1 Nonnenkloster, Realschule, Mädchengymnasium, Buchdruckerei, 2 Buchhandlungen, Filiale der Reichsbank, Stadtbank, Flußhafen; Herstellung von Leder, Leder- und Eisenwaren, Handel mit Getreide, Fischen, Salz. 19 km oberhalb S. überschreitet die Eisenbahn nach Orenburg die Wolga auf einer 1,5 km langen Brücke (1877–80 erbaut).

Syssitĭen (grch.), die gemeinsamen Mahlzeiten der Männer, wie sie in Sparta (hier Pheiditien genannt) und Kreta gehalten wurden.

Systaltisch (grch.), s. Diastaltisch.

Systēm (grch.), ein gegliedertes Ganzes, d. h. ein solches, dessen Teile in einem einheitlichen Zusammenhange miteinander stehen oder einem gemeinsamen obersten Princip oder Gesetz sich unterordnen. So spricht man von Planetensystem, Tonsystem u.s.w., in praktischen Gebieten von Regierungssystem, Eisenbahnsystem u.s.w. So strebt aber namentlich die Erkenntnis nach Abschluß in einem S., d.h. nicht bloß nach äußerm Zusammenschluß, sondern zugleich nach einer innern Einheit des Princips und der Methode. Die Philosophie hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Wissenschaft hinsichtlich ihres systematischen Zusammenschlusses zu der einen Wissenschaft zu prüfen, soweit ein ↔ solcher vorhanden ist, ihn nachzuweisen, soweit er nicht vorhanden ist, wenigstens die noch offenen Fragen und unerfüllten Erfordernisse zu einer systematischen Einheit darzulegen. In solchem Sinne ist eine wissenschaftliche Systematik auf jeder Stufe der menschlichen Erkenntnis möglich und gefordert.

Systemātik (grch.), die Kunst der systematischen, planmäßig geordneten Darstellung, auch die Anleitung dazu (s. System). In der Botanik ist die Aufgabe der S. in erster Linie, die sämtlichen bekannten Pflanzenarten nach ihren Verwandtschaftsverhältnissen zu gruppieren, sowie eine möglichst genaue Beschreibung der einzelnen Pflanzenformen selbst zu geben. Im Laufe der Entwicklung dieses Zweigs der Botanik (s. d.) haben sich naturgemäß die Anschauungen über die Umgrenzung der einzelnen Gruppen sowie insbesondere über die Stellung derselben zueinander in mannigfacher Weise geändert, so daß seit der Mitte des 18. Jahrh. nach und nach von verschiedenen Forschern eine ganze Reihe von Pflanzensystemen aufgestellt worden sind. Das Linnésche Sexualsystem basierte zum größten Teil nicht auf der natürlichen Verwandtschaft der Pflanzen, sondern stellte nach äußerlichen Kennzeichen in eine und dieselbe Klasse oder Ordnung oft die verschiedenartigsten Gewächse zusammen. Die Grundlage der jenem künstlichen System gegenüberstehenden sog. natürlichen Systeme bildet die von Jussieu am Ende des vorigen Jahrhunderts aufgestellte Gruppierung. Die Jussieusche Einteilung wurde weiter ausgebildet von De Candolle im Anfange des 19. Jahrh., und die von diesem Forscher angegebene Umgrenzung und Anordnung der einzelnen Familien ist in den wesentlichsten Punkten auch in den zahlreichen andern natürlichen Systemen der neuern Zeit beibehalten worden, wenn auch die Bezeichnungen der einzelnen Gruppen vielfach verändert wurden. Es liegt in der Natur der Sache, daß in jedem umfassendern systematischen Werke auch wieder Neuerungen besonders in betreff der Anordnung des Stoffs gemacht werden, da von einer größeren Anzahl von Familien, deren Umgrenzung zwar ziemlich sicher ist, das Verwandtschaftsverhältnis mit andern Familien noch zu sehr subjektiven Anschauungen überlassen ist. So herrschen z.B. auch jetzt noch die verschiedensten Ansichten über die Reihenfolge der größern Gruppen, und in diesen über die Reihenfolge der Familien, zumal bei Phanerogamen. Selbst die Frage, ob in dem natürlichen System die Dikotyledonen oder die Monokotyledonen ihrer Ausbildung nach einen höhern Rang einnehmen, läßt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, noch weniger kann man über die natürliche Reihenfolge der einzelnen Familien ein bestimmtes Urteil abgeben. Während von einigen die Sympetalen als die höchst entwickelten Pflanzen an die Spitze des Systems gestellt werden, betrachten andere die Choripetalen als die höher stehenden; so beginnt das eine System mit den Ranunkulaceen, das andere mit den Leguminosen, das dritte mit den Kompositen u.s.w.

Die von Linné durchgeführte sog. binäre Nomenklatur für die Bezeichnung der Arten ist als die brauchbarste von allen Systematikern beibehalten worden, es hat sich jedoch mit der Zeit eine reiche Synonymik entwickelt, da sowohl die Umgrenzung der Gattungen vielfach geändert wurde, als auch durch neuere Untersuchungen viele früher nur mangelhaft beschriebene Arten betreffs ihrer systemati-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 560.