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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Systematisch - Szamos-Ujvár

noch im Erscheinen begriffen); Endlicher, Genera plantarum (Wien 1836-40; dazu 5 Supplemente, ebd. 1842-50); Kunth, Enumeratio plantarum (5 Tle. und 1 Supplement, Stuttg. 1833-50); Bentham und Hooker, Genera plantarum (4 Bde., Lond. 1864-83); Eichler, Syllabus (4. Aufl., Berl. 1886); Engler-Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien (Lpz. 1887 fg.).

Systematisch (grch.), planmäßig, nach einem wissenschaftlichen System (s. d.) geordnet.

Systemschwerpunkt, s. Schiffbaukunst (Bd. 17).

Systole (grch., d. i. Zusammenziehung), in der Prosodie im Gegensatz zur Diastole (s. d.) die durch das Versmaß veranlaßte Verkürzung einer von Natur langen Silbe; in der Physiologie die Zusammenziehung des Herzmuskels (s. Herz).

Systybaum, s. Erythrophloeum.

Sythen, Schloß bei Dülmen (s. d.).

Syzrán, russ. Ort, s. Sysran.

Syzygie (grch.), in der Metrik soviel wie Dipodie (s. d.). Über die S. in der Astronomie s. Aspekten ^[richtig: Aspekte].

Syzygium-Jambolanum, s. Jambul (Bd. 17).

Szabadka (spr. ßá-), ungar. Name der Stadt Maria-Theresiopel (s. Theresiopel).

Szabolcs (spr. ßáboltsch), Komitat in Ungarn, grenzt im N. an die Komitate Zemplin und Ung, im O. an Bereg und Szatmár, im S. an Bihar und Hajdú, im W. an Borsod und hat 4917,34 qkm und (1890) 244 945 meist evang. magyar. E. (6897 Slowaken, 1357 Deutsche), darunter 65 119 Römisch-, 46 597 Griechisch-Katholische und 21 178 Israeliten. Das Land ist ohne Gebirge, besteht meistens aus Sandebenen mit Sodaseen und ist den Überschwemmungen der Theiß ausgesetzt, die oft Sümpfe zurückläßt und dadurch die Luft verpestet. Es liefert viel Getreide, Tabak, Obst, Melonen, Vieh u. s. w. Das Komitat umfaßt die Stadt mit geordnetem Magistrat und Hauptstadt Nyiregyháza (s. d.) und 7 Stuhlbezirke, und hat seinen Namen von dem alten, jetzt in Ruinen liegenden Schlosse bei dem Dorfe S. an der Theiß.

Szajnocha (spr. schai-), Karol, poln. Geschichtschreiber, geb. 1818 in Komarno bei Sambor (in Galizien), studierte in Lemberg und mußte, polit. Umtriebe verdächtig, 1835-37 Gefängnisstrafe verbüßen. 1853 wurde er Kustos an der Ossolinskischen Bibliothek, mußte aber wegen Verlust des Augenlichts 1858 das Amt aufgeben. Er starb 10. Jan. 1868 in Lemberg. S. begann mit einem Roman und Dramen, darunter einige aus Polens Vorzeit, ging aber dann zur poln. Geschichte über und veröffentlichte eine Reihe Werke, die sich durch ernste Forschung und kunstvolle Darstellung auszeichnen: "Bolesław Chrobry" (Lemb. 1848), "Pierwsze odrodzenie Polski" ("Die erste Wiedergeburt Polens", ebd. 1849), "Szkice historyczne" (4 Tle., ebd. 1854-69), "Jadwiga i Jagiello" (ebd. 1855 u. ö.; S.s bedeutendstes Werk), "Dwa lata dziejów naszych 1646-48" (2 Tle., ebd. 1869; betrifft die Kämpfe mit den Kosaken). S.s histor. Arbeiten erschienen gesammelt: "Dziela" (10 Bde., Warschau 1876), mit seiner Biographie von Kantecki. Auch gab er die 2. Auflage von Lindes "Poln. Wörterbuch" heraus (6 Bde., Lemb. 1854-60).

Szakolcza (spr. ßákolza), ungar. Name von Skalitz (s. d.) im ungar. Komitat Neutra.

Szalad (spr. ßá-), ungar. Komitat, s. Zala.

Szalas (ungar., spr. ßálasch; slowak. Saláš), Name der Sennhütten auf den Karpaten.

Szalay (spr. ßálaj), Ladislaus von, ungar. Geschichtschreiber, geb. 18. April 1813 in Ofen, studierte in Pest Jurisprudenz und wurde 1833 Advokat. Von einer Reise durch Europa zurückgekehrt, schrieb er 1840 die Schrift "A büntetö eljárásról" ("Das Strafverfahren, mit besonderer Rücksicht auf die Strafgerichte"), infolge deren er Mitglied und Schriftführer der vom Reichstage zur Ausarbeitung eines Strafcodex entsendeten Kommission wurde. Gleichzeitig gab S. die "Budapesti Szemle" ("Budapester Revue", 2 Bde.) heraus. Von 1844 bis Juli 1845 führte S. die Redaktion des "Pest Hirlap". Seine Abhandlungen, in denen er besonders auf Centralisation der Verwaltung und Reform des Komitatswesens drang, erschienen gesammelt als "Publizistische Arbeiten" (2 Bde., 1847). Meisterhaft nach Inhalt und Form ist sein Werk "Státusférfiak és szónokok könyve" ("Staatsmänner und Redner", Pest 1347-52). 1848 ernannte ihn die ungar. Regierung zu ihrem Gesandten bei der deutschen Centralgewalt in Frankfurt, von wo er im Oktober in gleicher Eigenschaft nach London ging, hier aber nicht anerkannt wurde. S. begab sich hierauf in die Schweiz, wo er die Akten über seine deutsche Gesandtschaft veröffentlichte (Zür. 1849) und sich ausschließlich histor. Studien zuwandte, deren bedeutendste Frucht die unvollendete "Magyaroszág története" ("Geschichte Ungarns", Bd. 1-6, Pest 1850-63; deutsch von Wögerer, Bd. 1-3, ebd. 1866-75) ist. Er starb 17. Juli 1864 in Salzburg. S. schrieb außerdem: "Die serb. Kolonien in Ungarn" (deutsch, Lpz. 1862), "Eszterházy Miklós" ("Graf Nik. Esterházy von Galantha, Palatin von Ungarn", 2 Bde., Pest 1862-66), "János király és a diplomatia" ("König Johann und die Diplomatie", ebd. 1853-60), "Magyar történelmi emlékek" ("Ungarische histor. Denkmäler", 5 Bde., ebd. 1856-65) u. a. - Vgl. Flegler, Erinnerungen an Ladislaus von S. (Lpz. 1866).

Szamorodny, s. Tokajer Wein.

Szamos (spr. ßámosch), Fluß in Siebenbürgen und Ungarn, entsteht aus der Vereinigung der Großen und Kleinen S., die bei Deés zusammenfließen. Die Große S. (Nagy-Szamos) entspringt im Komitat Bistritz an der galiz. Grenze, die Kleine S. (Kis-Szamos) hat wieder zwei Quellbäche: die Kalte (Hideg-Szamos) und die Warme S. (Meleg-Szamos), die im Bihargebirge entspringen. Der Fluß sammelt die fließenden Gewässer des nördl. Siebenbürgens, führt dieselben im westl. Laufe (500½ km) dem ungar. Tieflande zu und mündet bei Námény links in die Theiß. Von Szatmár bis zur Mündung (98,61 km) ist der Fluß für Ruderschiffe und Flöße fahrbar. Außer den erwähnten fließen ihm zu, links: Sájo, Almás und Kraszna, rechts: Szalva und Lápos.

Szamosthal-Eisenbahn (Szamosvölgyer Eisenbahn), s. Österreichisch-Ungarische Eisenbahnen.

Szamos-Ujvár (spr. ßámosch újwahr), auch Armenierstadt, rumän. Gherla, königl. Freistadt im Komitat Szolnok-Doboka in Siebenbürgen, an der Kleinen Szamos, in 257 m Höhe, an der Linie Klausenburg-Apahida-Zilah der Szamosthaler Eisenbahn, Sitz eines griech.-kath. Bischofs und evang. Konsistoriums, hat (1890) 5793 E., eine schöne armenische Kirche, altes Schloß (17. Jahrh.), jetzt Staatsgefängnis, wo der berühmte Räuber Rosza Sándor endete, und ein Staats-Untergymnasium. S. wurde 1726 von den hier angesiedelten Armeniern