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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Szigligeti - Szklenó

Szigligeti (spr. ßígg-), Eduard, eigentlich Joseph Szathmáry, ungar. Dramatiker, geb. 18. März 1814 zu Großwardein, sollte Ingenieur werden und ging 1832 nach Pest, wo er jedoch 1834 die Bühne betrat und infolgedessen seinen Familiennamen aufgab. 1837 ward er Mitglied des neu errichteten ungar. Nationaltheaters. Auch war er mehrere Jahre Sekretär und Regisseur und seit 1873 Direktor der Nationalbühne. Er starb 19. Jan. 1878. Erfolgreicher denn als Schauspieler wirkte S. als dramat. Dichter. Seine Dramen "Rósza" ("Rosa") und "Vándor szinészek" ("Wandernde Schauspieler") gewannen Preise der Ungarischen Akademie, "Zách unokái" ("Die Enkel Zachs") einen von der Theaterdirektion ausgesetzten Preis; den Teleki- oder Karátsonyi-Preis der Akademie errangen: "Die Mama", "Paul Béldi", "Rauschgold" (deutsch von Ignaz Schnitzer), "Die geheimen Akten", "Frauen-Herrschaft", "Emerich Laczsi", "Der Findling", "Schatten des Lichts", "Neigung und Beruf", "Der Prätendent", "Der Schnurrbart", "Béla IV.", "Der Hofnarr", "Strike", "Der Amerikaner", "Valeria" u. a. Unter seinen histor. Dramen, die sich durch spannende Handlung und treue Sitten- und Charakterschilderung auszeichnen, sind die besten: "Vazul", "Krone und Schwert", "Der falsche Andreas", "Stephan IV.", "Béla III." und besonders "Der Prätendent"; unter seinen Lustspielen: "Die Mama" und "Rauschgold". Noch größere Erfolge erzielte er mit seinen Volksstücken aus dem ungar. Volksleben, von denen "Der Deserteur", "Zwei Pistolen", "Der Jude", "Der Csikós", "Liliomfi" u. a. auch auf deutschen Bühnen Beifall fanden. Trefflich ist auch sein Buch "A dráma és válfajai" ("Das Drama und seine Arten", Pest 1874).

Szilágy (spr. ßíllahdj), Komitat in Ungarn, 1876 aus Kraszna, Mittel-Szolnok und einigen Teilen der Komitate Doboka und Koloczs gebildet, grenzt im N. und O. an das Komitat Szatmár, im O. an Szolnok-Doboka, im S. an Klausenburg, im W. an Bihar und hat 3628,69 qkm und (1890) 191 167 meist griech.-kath. rumän. E. (67 275 Magyaren, 2330 Slowaken, 1593 Deutsche), darunter 52 191 Evangelische, 10 955 Römisch-Katholische, 8337 Griechisch-Orientalische und 8435 Israeliten. Das Komitat ist größtenteils gebirgig, hat aber auch sanfte Thäler, namentlich am Szamosflusse und dessen Zuflüssen sowie an der Kraszna. Der Boden ist im allgemeinen fruchtbar, erzeugt Getreide und Obst, an vielen Orten auch Wein, die edlen Weine sind als "Ermelléker Weine" bekannt. Das Komitat umfaßt die Städte mit geordnetem Magistrat Zilah und Szilágy-Somlyó und sechs Stuhlbezirke. Hauptort ist Zilah (s. d.).

Szilágyi (spr. ßíllahdji), Alexander, ungar. Historiker, geb. 30. Aug. 1827 zu Klausenburg, studierte in seiner Vaterstadt, dann in Maros-Vásárhely, trat 1846 in den Staatsdienst, widmete sich frühzeitig der Journalistik und Litteratur, namentlich lieferte er Beiträge zur Geschichte der J. 1848 und 1849. Später übernahm er Lehrerstellen in Kecskemet und Nagy-Körös, wurde 1867 Sekretär im Ministerium für Kultus und Unterricht und 1879 Direktor der Universitätsbibliothek in Budapest. Seit 1859 ist S. Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Seine zahlreichen histor. Arbeiten behandeln meist die Geschichte Siebenbürgens; besonders zu nennen sind die "Monumenta Comitalia Regni Transsylvaniae" (bisher 18 Bde.). Deutsch ist von ihm erschienen: "Georg Báhóczy I. im Dreißigjährigen Kriege 1630-40" (Budap. 1883), "Gabriel Bethlen und die schwed. Diplomatie" (ebd. 1882). S. ist als Sekretär der Ungarischen Historischen Gesellschaft auch Redacteur der histor. Zeitschrift "Századok" ("Jahrhunderte").

Szilágyi (spr. ßíllahdji), Desider von, ungar. Staatsmann, geb. 1. Nov. 1840 in Großwardein, studierte in Wien sowie auf deutschen Universitäten und in Budapest die Rechte und widmete sich der Advokatenpraxis. 1867 wurde er Sekretär und später Sektionsrat im Justizministerium. 1870 machte er im Auftrage des Ministeriums eine Reise nach England, um dort das Civil- und das Strafverfahren zu studieren. Nach seiner Rückkehr wurde er Mitglied der im Ministerpräsidium errichteten Kodifikationskommission. 1874 schied er als Ministerialrat aus dem Justizministerium aus und übernahm an der Budapester Universität den Lehrstuhl für Strafrecht und Politik. Im Abgeordnetenhause, dem er seit 1871 angehörte, schloß er sich der Deák- und später der liberalen Partei an; 1877 trat er jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten bezüglich des zwischen Ungarn und Österreich abzuschließenden Zoll- und Handelsvertrags zur Opposition über, deren Führer im Verein mit dem Grafen Apponyi er bald wurde. Diese Partei vertrat er dann in den Delegationen und in dem Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses. Anfang April 1889 wurde er zum Justizminister ernannt und trat als solcher energisch für die Einführung der Civilehe ein. Er behielt sein Portefeuille auch bei der Neubildung des Kabinetts durch Wekerle, Nov. 1892, trat aber mit diesem Jan. 1895 zurück und wurde gleich darauf zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses gewählt.

Szilagyságer Eisenbahn (spr. ßílladjschahg-), s. Bd. 17.

Szilágy-Somlyó (spr. ßíllahdj schommljoh), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Szilágy, ehemals Hauptort des Komitats Kraszna (s. Szilágy), an der Kraszna, in 2l0 m Höhe und der Linie S.-Sarmaság (16 km) der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 4518 meist kath. magyar. E., schöne Kirche (1834), Minoritenkloster, kath. Untergymnasium; Weinbau.

Szinye-Lipócz (spr. ßinnje líppohz), Bad in Ungarn, s. Sáros.

Szinyér-Váralja (spr. ßínnjehr wah-), Groß-Gemeinde und Hauptort eines Stuhlbezirks (35 172 E.) im ungar. Komitat Szatmár, im Thal der Szamos, am Südrand des Avásgebirges, an der Linie Szatmár-Nagybánya der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 4008 meist griech.-kath., magyar. und rumän. E.; Töpferei und Weinbau. S. V. ist Geburtsort des Grammatikers und Reformators Johann Erdösy (Silvester). In der Nähe die Badeorte Bikszád (1487 E.) und Turvékonya (782 E.) mit alkalisch-muriatischen Säuerlingen und Vámfalu-Büdossár mit Schwefelwasserstoffquelle.

Sziszeck (spr. ßisseck), Stadt in Kroatien, s. Sissek.

Szita-Bodza (spr. ßi-), Klein-Gemeinde in Siebenbürgen, s. Bodza-Fluß.

Szitás-Keresztúr (spr. ßittahsch kérrestuhr), s. Székely-Keresztúr.

Szklenó (spr. ßklénnoh), Bars-Szklenó, deutsch Glashütten, Klein-Gemeinde und Badeort im Stuhlbezirk Garam-Szent-Kereszt des ungar. Komitats Bars, in 347 m Höhe, hat (1890) 345 slowak. E., mehrere Badehäuser und zahlreiche Thermalquellen