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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Tadschik – Tafelgelder

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Tadsch'

und seiner Gemahlin Ardschmand Banu Begam (genannt Mumtás-e Mahal, d.i. Auserwählte des Palastes); letzterer zu Ehren wurde der T. 1629–48 erbaut. Kuppel und Minarets sind aus weißem Marmor, der Unterbau ist ebenfalls aus weißem Marmor, aber im Innern, zur Unterbrechung der Einförmigkeit, mit Simsen, Steinguirlanden u.dgl. aus braunem, violettem und schwarzem Marmor geschmückt; auf Portalen und Nischen, sowie überall im Innern, sind bunte Gemmen, Arabesken von Blumen und Sternen aus Edelsteinen in den weißen Grund eingelegt; Koransprüche, in schwarzen Marmor geschrieben, zieren Säulen und Wölbungen. Von feenhafter Pracht ist das Innere des T. Das Ganze umschließt ein herrlicher Park, zu dem ein Eingangsthor aus rotem Sandstein führt. Der T. ist das erhabenste und schönste Denkmal der islamitischen, ja der ganzen orient. Baukunst. Der Entwurf ist höchst kompliziert, das Ganze von größter harmonischer Wirkung.

Tadschik, in Mittelasien die persisch redenden Städtebewohner. Sie sind die Überreste einer frühern iranischen Bevölkerung der turanischen Tiefebene und leben jetzt nur zerstreut zwischen Türken. In mehrern Städten, z. B. Buchara, Chodschent, Dschissak, bilden die T. noch den Hauptteil der Bevölkerung, in andern Städten, wie Taschkent, Turkestan, Tschemkent, haben sie sich mit den Türken vermischt und sprechen die türk. Sprache. Solche türkisch redende T. werden Sart (Sarten) genannt. In den südl. Gebirgen leben noch sog. Bergtadschik (Galtscha). Das im 11. Jahrh. verfaßte türk. Buch «Kudatku Bilik» nennt überall die pers. Sprache Tedschik-til (Tedschiksprache).

Tadschurabai, s. Tedschurabai.

Tael (engl. auch Tehl, Tale oder Tail), chines. Liang, eine Geldeinheit und ein Gewicht in China. Das T. als Geldgröße wird in 10 Tsién oder Mas zu 10 Fen oder Candarin, also in 100 Candarin oder auch in 1000 Cash geteilt und ist eine chines. Unze (Liang) Silber von je nach den Handelsplätzen verschiedener Feinheit. In Kanton und Hong-kong rechnet man 717 T. = 1000 mexik. Piastern (Pesos, Dollars), so daß das Kanton- (oder Hong-kong-) Tael 33,816 g Feinsilber enthält und (zum Preise von 90 M. für 1000 g Feinsilber [1895]) = 3,058 M. ist. Zu demselben Preise ist das Shang-Hai-Tael (34,246 g Feinsiber) = 3,082 M. und das Regierungs-Tael, Haikwan-Tael genannt, in welchem alle Zölle und Tonnengelder entrichtet werden (38,150 g Feinsilber) = 3,433 M. Das Kanton-Tael oder Liang als Gold- und Silbergewicht hat die Schwere von 37,573 g; 16 T. machen ein Kin oder Catty (s. d.). Als Handelsgewicht ist das T. etwas schwerer, nämlich = 37,799 g. Seit einigen Jahren werden in der neu eingerichteten Münzstätte zu Kanton nicht nur die schon früher in China angefertigten (gegossenen) Cash (s. d.) aus Kupfer, Zinn und Zink, etwa 4 g schwer, in der Mitte mit einem viereckigen Loch, sondern auch Silbermünzen geprägt. Letztere sind Stücke zu 1/10, 1/5, ½ und 1 Dollar (Drachenthaler). Die Feinheit ist 900 Tausendteile, das Gewicht eines Dollars beträgt 26,899 g, so daß derselbe 24,209 g Feinsilber enthält, was zu dem erwähnten Preise 2,179 M. ergiebt. Die Teilstücke sollen nach Verhältnis geprägt werden; dieselben sind aber von einem geringern Feingehalt. (S. die Tabellen: Münzen und Münzsysteme, Bd. 12, S. 84.) ↔

Tafalla (spr. -fallja), Bezirksstadt der span. Provinz Navarra, am Zidaco, der rechts zum Aragon geht, 434 m ü.d.M., an der Linie Pamplona-Saragossa der Nordbahn, in fruchtbarer, viel Wein, Öl und Getreide erzeugender Gegend, hat (1887) 6496 E.; betrieben wird hauptsächlich Branntweinbrennerei, Gerberei und Töpferei.

Tafel, Fläche am Brillanten (s. d. und Edelsteinschleiferei.

Tafelbai, engl. Table Bay, Bucht an der südlichsten Westküste des Kaplandes; an der Südwestecke liegt Kapstadt; östlich von der letztern mündet der Salt-River. Nordwestlich vorgelagert ist die Robbeninsel. Ein 1000 m langer Wellenbrecher schützt gegen die Nordwestwinde. (S. Karte: Kapstadt und Umgebung.)

Tafelberg, Sternbild der südl. Halbkugel (s. Sternkarte des südlichen Himmels, beim Artikel Sternkarten).

Tafelberg, engl. Table Mountain, ein 1082 m hoher, im S. der Tafelbai und der Kapstadt (s. d.) aufsteigender Berg in Südafrika, dessen Gipfel eine 2 km breite Ebene bildet. Auf die tiefern, etwa unter 45° geneigten Abhänge des Berges, welche ungefähr dessen halbe Höhe einnehmen, folgen schwarze Gesteinschichten, welche fast senkrecht abfallen und nur hier und da von Ericaceen überzogen sind. Die Basis wird von Granit gebildet. Eine eigentümliche meteorolog. Erscheinung ist das sog. Tafeltuch; der arktische Südostpassat führt von den warmen Gestaden der Falschen Bai mit Wasser gesättigte Luftmassen auf die Höhe des Berges; da die dünne Luft nur wenig Feuchtigkeit zu halten vermag, entstehen auf dem flachen Gipfel dichte Massen weißen Gewölks, welche über die nördl. Kante abwärts in das Thal der Kapstadt ziehen, um sich dort in der warmen Luft sogleich wieder zu verflüchtigen. (S. Karte: Kapstadt und Umgebung.)

Tafelbild, ein auf eine Holztafel oder Leinwand auf der Staffelei gemaltes Gemälde; Tafelmalerei, soviel wie Staffeleimalerei. (S. Malerei.)

Tafeldielung, s. Fußboden.

Tafeldruck, s. Holzschneidekunst und Zeugdruck.

Tafelente (Fuligula ferina L.), eine im nördl. Europa wild lebende Tauchente, die häufig in der Gefangenschaft gehalten wird. Das Männchen hat rotbraunen Kopf und Hals, schwarzen Kropf und Nackenring, der übrige Körper ist oberseits zart grau, unterseits weiß. Das Weibchen ist bis auf den weißen Unterkörper braun. Der Preis beträgt etwa 20 M. für das Paar. Über ihre Gattung s. Enten.

Tafelfarben, s. Applikationsfarben.

Tafelfeuerwerk, auch Salonfeuerwerk genannt, kleineres, zum Abbrennen im Zimmer bestimmtes Feuerwerk. Die Raketen haben hier die Stärke einer Bleifeder, die Schwärmer die einer starken Stricknadel u.s.w. Die Feuerwerkssätze erhalten wenig Schwefel, der Satz wird auch mit ätherischen Ölen parfümiert. Zur Füllung der Feuertöpfe dienen Bonbons und Devisen u.s.w.

Tafelfichte, Gipfel des Isergebirges (s. d.).

Tafelgebirge, s. Gebirgsbildung.

Tafelgelder, Zuschüsse, die an Bord der in Dienst gestellten deutschen Kriegsschiffe gewährt werden. Außer von dem Kommandanten werden sie von Offizieren, Ärzten, Ingenieuren, Pfarrern, Seekadetten, Kadetten und Deckoffizieren sowie Passagieren und Beamten, die einer Messe dienstlich zugewiesen sind, bezogen. Das Tafelgeld beträgt für jeden Tag des Anbordseins z. B.für den Staats-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 584.