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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Taxis; Taxodineen; Taxodium; Taxus; Tay; Taygetos; Taylor

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Taxis (Familie) - Taylor (Bayard)

Taxis (vom ital. tasso, d. h. der Dachs), aus der Landschaft Bergamo stammende Familie, die ihren Ursprung auf Roger de Tassis (1309) zurückführt. Ein Roger de T. trat unter Kaiser Friedrich III. (1440-93) in die Dienste des Hauses Habsburg, und bereits unter diesem Kaiser wurde der Postbetrieb in dessen Landen dem Hause T. anvertraut (s. Postwesen). Den rittermäßigen Reichsadel erlangte die Familie durch Diplom vom 31. Mai 1512. Erst im 17. Jahrh. stellten span. und ital. Genealogen die Abstammung der Familie T. von den Turriani (Torriani, della Torre, della Tour, zu deutsch Thurn), die bis 1311 in Mailand und einem großen Teile der Lombardei geherrscht hatten, als erwiesene Thatsache hin; daraufhin erhielt die Familie 1650 im Einverständnis mit den in Tirol, Kärnten und Steiermark seßhaften Grafen von Thurn und Valsassina deren Titel und Wappen zu den ihren. (S. Thurn und Taxis.)

Taxodineen, s. Nadelhölzer.

Taxodium Rich., Pflanzengattung aus der Ordnung der Nadelhölzer (s. d.), Abteilung der Taxodineen, mit drei Arten, zwei in Nord- und Mittelamerika und einer in Ostasien, hohe Bäume, die ein sehr bedeutendes Alter erreichen können. Die Blätter stehen zweizeilig oder sind den Zweigen angepreßt. Die Zapfen sind oval und enthalten ungeflügelte Samen, die zu zwei auf jeder Schuppe sitzen. Die Nadeln fallen im Herbst ab. Die bekannteste Art ist die sog. virginische Sumpfcypresse, T. distichum L., die im Süden der Vereinigten Staaten häufig vorkommt und bis nahezu 40 m hoch wird. An den Küsten vertritt sie die Mangrovepflanzen. Das Holz wird vielfach als Bauholz u. dgl. verwendet und kommt auch unter dem Namen weißes Cedernholz in den Handel. Die mexik. Art, T. mucronatum Ten., liefert gleichfalls ein sehr geschätztes Holz. Von diesem letztern Baume sind einige Exemplare bekannt, die zu den ältesten Bäumen der Welt gehören; so soll die sog. Cypresse des Montezuma in der Nähe der mexik. Stadt Oaxaca ein Alter von 6000 Jahren haben. Wenn auch diese Schätzung jedenfalls zu hoch ist, so läßt sich doch immerhin annehmen, daß der betreffende Baum bereits mehr als 1000 Jahre vegetiert. Beide Arten werden vielfach als Zierbäume kultiviert, in Deutschland kann allerdings nur T. distichum im Freien gezogen werden.

Taxus, s. Eibe.

Tay (spr. teh), Fluß in der schott. Grafschaft Perth, entspringt als Dochart am Ben-Laoigh der Südlichen Grampians, durchfließt den Loch T., nimmt den Namen T. an, berührt Dunkeld, empfängt links den Tummel, Isla (im Strathmore) u. a., wird bei Perth während der Flut auch für Seeschiffe fahrbar und mündet, rechts durch den Earn verstärkt, als Firth of T. nach einem Laufe von 200 km (40 km Ästuar) südlich vom Vorgebirge Buddon Neß (mit Leuchtturm) in die Nordsee. Er durchfließt eine der schönsten Gegenden Schottlands. Sehr wichtig ist die Lachsfischerei. Rechts bespült das Ästuar von Newburgh ab die Grafschaft Fife, links von oberhalb Dundee ab die Grafschaft Forfar. Über die Taybrücke bei Dundee s. Eisenbrücken.

Taygetos oder Taygeton nannten die Alten den seit der byzant. Zeit mit dem Namen Pentedaktylon ("Fünffingergebirge") bezeichneten, höchsten Gebirgszug des Peloponnes, der, vom südl. Rande der Ebene des arkadischen Megalopolis an bis in die Gegend von Gythium (s. d.) hinab eine ununterbrochene Kette bildend, die ganze westlichere Hälfte der Landschaft Lakonien einnimmt. Der Hauptkamm stürzt steil nach Osten zum Becken des Eurotas ab, besonders im mittlern Teil bei Sparta. Dort erhebt er sich als zackiger, nur im Hochsommer schneefreier Felsgrat aus Marmor über einem sanfter geformten Sockel von Glimmerschiefer bis zu 2409 m Höhe (Eliasberg oder Hagios Ilias). Am quellenreichen Fuß des Gebirges dehnen sich Obst- und Olivenhaine aus; die mittlern Gehänge des Glimmerschiefers sind zum Teil mit Getreidefeldern bedeckt und weisen noch einige Dörfer auf; darüber folgen dunkle Tannenwälder und endlich die kahle Gipfelregion. Im Westen schließen sich eine Anzahl paralleler Nebenketten aus Marmor und Kalkstein an, den Raum bis zur messenischen Ebene und zum messenischen Golf erfüllend. Ehemals bewaldet, sind sie jetzt fast ganz nackt, wasserlos und unwegsam. Nach Süden findet der T. seine Fortsetzung in der Halbinsel Mani (s. d.). Im Mittelalter wurde das Gebirge zum Teil von Slawen besetzt, die später hellenisiert wurden.

Taylor (spr. tehl'r), Bayard, amerik. Schriftsteller und Dichter, geb. 11. Jan. 1825 zu Kennett Square in Pennsylvanien, erhielt eine sorgfältige Erziehung, reiste 1844 nach Europa, durchwanderte Deutschland und Italien und veröffentlichte nach seiner Rückkehr "Views afoot; or Europe seen with knapsack and staff" (Neuyork 1846 u. ö.), die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Seit 1848 schrieb er für die "New York Tribune", für die er 1849 Kalifornien bereiste. Nachdem er über Mexiko zurückgekehrt war, schilderte er seine Erlebnisse in "Eldorado, or adventures in the path of Empire" (2 Bde., Neuyork 1850). 1851 begab sich T. auf größere Reisen nach dem Orient, Afrika, Indien, China und im Mai 1853 mit der amerik. Expedition unter Perry nach Japan. Zu Hong-kong verließ er die Expedition und kehrte über das Kap und St. Helena nach Neuyork zurück. Als Früchte dieser Reise erschienen: "A journey to Central Africa" (Neuyork 1854), "The land of the Saracen" (ebd. 1855) und "India, China and Japan" (ebd. 1856). Nach einem zweiten Aufenthalt in Europa (1856-58) veröffentlichte T. "Northern travel" (Lond. und Neuyork 1857), "Greece and Russia" (ebd. 1859) und "At home and abroad" (Neuyork 1860; second series, 1861). Bis Mai 1863 war er Gesandtschaftssekretär in Petersburg. Darauf lebte er auf seinem Landsitze zu Cedarcroft unweit seines Geburtsortes in Pennsylvanien und schrieb einige Romane, wie "Hannah Thurston" (Neuyork 1863), "John Godfrey's fortunes" (ebd. 1865) und "The story of Kennet" (ebd. 1866). Eine Sommerreise durch die Felsengebirge schilderte er in "Colorado" (Neuyork 1867). Seine poet. Arbeiten, von denen einzelnes von Strodtmann, Spielhagen, Hammer, Karl Bleibtreu u. a. ins Deutsche übertragen worden ist, hat er in mehrern Sammlungen vereinigt, wie "Rhymes of travel" (Neuyork 1849), "Poems of the Orient" (Boston 1854), "Poems of home and travel" (ebd. 1855), "The poet's journal" (ebd. 1862) und "The picture of St. John" (ebd. 1866). Im Okt. 1857 vermählte er sich zu Gotha mit Marie Hansen, Tochter des Astronomen Hansen, welche viele seiner Prosaschriften ins Deutsche übertrug. Die J. 1867 und 1868 brachte T. in Europa zu. Die Frucht dieser Reise war ein Prosaband: "Byways of Europe" (Neuyork 1869). Goethes "Faust" übersetzte er im