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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Tel el-Kebir; Telektroskōp; Telelōg; Telemăchos; Telemann; Telemarken; Telemēter

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Telektroskop - Telemeter

Krieges von 1859 in Turm für Ungarn, wurde 1860 in Dresden gefangen und nach Wien ausgeliefert; begnadigt, kehrte er nach Ungarn zurück und trat 1861 als Mitglied der Opposition in den Reichstag, hierdurch geriet er mit dem bei seiner Begnadigung gegebenen Versprechen in Konflikt und endete infolgedessen 8. Mai 1861 durch Selbstmord. Seine Tragödie «A kegyencz» («Der Günstling», 1841) gehört zu den bedeutendsten ungar. Dramen. Aus demselben prot. Zweig der Familie stammt Graf Samuel T. v. S., geb. 1845, der 1887‒88 mit Höhnel (s. d.) das Gebiet des Kilima-Ndscharo durchforschte und die Rudolf- und Stefanieseen entdeckte. Seit 1881 ist er Mitglied der ungar. Magnatentafel.

Telektroskōp, s. Elektrisches Sehen.

Tel el-Kebir, ägypt. Dorf, Station der von Ismailia nach Sagasig führenden Eisenbahn, am Süßwasserkanal gelegen und am Ausgang des Wadi Tumeilat nach dem Nildelta, wurde befestigt, als das brit. Heer unter Wolseley sich im Aug. 1882 des Sueskanals bemächtigt hatte. Bei T. erlitt das ägypt. Heer unter Arabi Pascha (s. d.) 13. Sept. 1882 eine entscheidende Niederlage.

Telelōg (grch.), ein 1877 von Fein in Stuttgart nach den Angaben des bad. Artillerielieutenants Ackermann ausgeführter Telegraph zur Verständigung zwischen einer namentlich auf größere Entfernung schießenden Geschützbatterie und dem Posten, der die Schüsse beobachtet und dann der Batterie die nötigen Winke zu einer wirksamen Beschießung des Ziels giebt. Als Empfänger dient eine auf Ruhestrom (s. Telegraphenschaltungen) geschaltete gewöhnliche elektrische Klingel; ein an der Vorderseite des die Klingel enthaltenden Kästchens angebrachter Knopf wird behufs der Unterbrechung eines federnden Kontakts und dadurch des Stromes niedergedrückt, so oft man einen Schlag gegen die Glocke geben will. Die aus Glockenschlägen gruppierten Signale zur Verständigung sind auf dem vom Posten ins Knopfloch einzuhängenden, im Geschützstande an einen Nagel zu hängenden Kästchen aufgeschrieben. Für ein Sprechen mit dem T. wurden einfache und dreifache Glockenschläge als Elementarzeichen zu einem Alphabet gruppiert. Die Leitung zwischen den beiden T. wird als Schleife mittels eines in Längen von je 200 m auf Trommeln aufgewickelten, zwei Drähte nebeneinander enthaltenden Kabels (s. d.) hergestellt. Die Ruhestrombatterie ist in der feuernden Batterie aufgestellt; die 20 Fächer des Batteriekastens sind mit Bittersalzlösung gefüllt, auf dem Boden jedes Fachs liegt eine mit Kupfervitriol gefüllte Kupferschale und vom Deckel herab reicht in jedes Fach ein hohler Zinkcylinder. – Vgl. H. Ackermann, Der T. (Rastatt 1877).

Telemăchos, der Sohn des Odysseus und der Penelope, war noch sehr jung, als sein Vater nach Ilios zog. Kurz vor dessen Heimkehr kam Athena in Gestalt des Taphierkönigs Mentes zu ihm und riet ihm, nach Pylos und Sparta zu reisen, um sich dort nach seinem Vater zu erkundigen. Auf der Reise begleitete ihn Athena selbst in Gestalt des Mentor; er erhielt in Sparta von Menelaos die Mitteilung der Weissagung des Proteus über seines Vaters Rückkehr. Bei dem Sauhirten Eumaios traf er seinen von Athena in einen Bettler verwandelten Vater. Dieser entdeckte sich ihm und beide beratschlagten nun über die Strafe der Freier. An seines Vaters Seite kämpfte er gegen sie und begleitete ihn dann zu dem hochbejahrten Laërtes. So weit geht die

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Odyssee. Seine übrigen Schicksale werden auf mannigfache Weise erzählt. Als Säugling legte ihn Palamedes vor den Pflug seines mit einem Pferd und einem Ochsen ackernden Vaters, um diesen zu dem Eingeständnis, daß er nur Wahnsinn erheuchele, zu zwingen. Dem T. soll Polykaste, die Tochter des Nestor, oder Nausikaa, die Tochter des Alkinoos, den Perseptolis geboren haben. Nach andern vermählte er sich mit der Kirke, die ihm den Latinos gebar. Die Geschichte des T. ist der Inhalt des Romans von Fénelon: «Les aventures de Télémaque».

Telemann, Georg Philipp, Tonsetzer, geb. 14. März 1681 zu Magdeburg, bezog 1701 die Universität Leipzig, um die Rechte zu studieren, machte sich aber sofort als Musiker und Opernkomponist geltend. 1704 stellte ihn der Rat als Organist und Musikdirektor an der Neuen Kirche (jetzigen Matthäikirche) an; schon vorher hatte T. ein studentisches Collegium musicum gegründet, das für die weitere Entwicklung des Leipziger Musikwesens sehr wichtig wurde und zum Aufschwung der deutschen Instrumentalmusik einen bedeutenden Anstoß gegeben hat. Von Leipzig wurde T. noch 1704 als Hofkapellmeister nach Sorau i. d. L. berufen, ging in gleicher Stellung 1708 nach Eisenach, von da 1712 nach Frankfurt a. M. Seit 1721 war er städtischer Musikdirektor in Hamburg, wo er 25. Juni 1767 starb. T. ist einer der angesehensten deutschen Komponisten des 18. Jahrh. Von seiner Fruchtbarkeit einen Begriff zu geben, genügen einige Titel: 44 Passionsmusiken, 12 Jahrgänge Kirchenkantaten. So fleißig wie für die Kirche arbeitete er auch für die Bühne, für das Konzert und die Hausmusik. Tiefe geht T.s Kompositionen ab; dafür verstand er sich aber vortrefflich auf den Geschmack seiner Zeit, schrieb drastisch und gefällig. Matthesons «Ehrenpforte» (Hamb. 1740) enthält die für die Musikgeschichte des 18. Jahrh. sehr wichtige Selbstbiographie T.s.

Telemarken (Thelemarken), Name der innern Landschaften des norweg. Amtes Bratsberg (s. d.), zählt etwa 50000 E. und wird von Reisenden viel besucht. Der höchste Berg ist der Gausta (1883 m); die Wälder sind sehr bedeutend. Bergbau, Waldwirtschaft und Viehzucht sind die Hauptnahrungsquellen der Bevölkerung. Durch die zahlreichen, durch schiffbare Flüsse oder Kanäle verbundenen Binnenseen wird der Verkehr erleichtert.

Telemēter (grch.), ein von Ch. L. Clarke und R. Hewitt 1884 auf der Elektrischen Ausstellung zu Philadelphia vorgeführter Elektrischer Fernmelder (s. d.). Der gebende sowohl als der empfangende Teil enthält zwei Elektromagnete; besitzen diese nicht polarisierte Anker, so sind zwei und bei einer neuern, größere Sicherheit bietenden Anordnung gar drei Leitungen zwischen den beiden Teilen nötig. In dem Instrument wird von dem Quecksilber, Wasser u. s. w., dessen Stand telegraphiert werden soll, ein Kontaktarm unmittelbar bewegt und entsendet jedesmal, wenn die Änderung im Flüssigkeitsstande eine gewisse Größe erreicht hat, einen Strom in die eine oder die andere Leitung, so daß die zwei in dieser Leitung liegenden Elektromagnete ihre Anker anziehen und dabei die Zeiger am gebenden und empfangenden Orte, je nachdem der Strom durch die erste oder die zweite Leitung gesendet ward, um einen Schritt vorwärts oder rückwärts drehen, und daß endlich ein fünfter Elektromagnet durch die Anziehung seines Ankers den Strom unterbricht, worauf sämtliche Anker in ihre Ruhelage zurückkehren.