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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Telemikrophon - Telephon

Telemikrophōn (grch.), von E. Mercadier in Paris 1886 angegebene Verbindung von Telephon und Mikrophon. An der Platte des Telephons sind zwei Kohlenstückchen befestigt, die das Mikrophon bilden; sie sind von einer dünnen Eisenröhre umschlossen, und ihr Druck auf die Unterlage wird durch einen kleinen Hilfsmagneten reguliert. Gesprochen wird gegen eine dünne Tafel aus Glas, Glimmer, Holz u. dgl., welche von der Platte durch eine geschlossene Luftschicht von 1 cm Dicke getrennt ist. Beim Sprechen entsendet das T. telephonische und mikrophonische Ströme zugleich, letztere unter Mitwirkung einer Induktorrolle. (S. Mikrotelephon.)

Telenŏmus terĕbrans Rtzb., Eierwespe, s. Schlupfwespen, sowie die Tafel: Insekten Ⅱ, Fig. 15.

Teleobjektiv, s. Photographie.

Teleolŏgie (vom grch. telos, Zweck), die Betrachtung der gesamten Natur oder wenigstens gewisser Gebiete derselben, besonders der organischen Natur, unter dem Gesichtspunkt des Zwecks, namentlich wenn man dabei den Zweck zur Ursache macht. Der teleologischen Naturauffassung steht gegenüber die kausale oder mechanische, die alle Erscheinungen ausschließlich nach dem Gesetz der Verursachung, insbesondere mechan. Verursachung erklären will. Über Recht und Unrecht der T. s. Zweck. Historisch ist die T. eigentlich die älteste Art der Naturauffassung; sie ist dem menschlichen Denken höchst natürlich, weil wir überall geneigt sind, unsere subjektiven Auffassungsweisen in die Dinge hineinzutragen. So behauptet Plato eine letzte Abzweckung der Natur auf das sittlich Gute, so führt Aristoteles die teleologische Auffassung im weitesten Sinne, in seiner Weise großartig, namentlich durch das organische Reich durch, und von daher blieb sie herrschend, bis die Philosophie und Wissenschaft der Neuzeit, am stärksten bei Descartes, Spinoza und deren Anhängern, sich dawider erhob und die kausalische Betrachtungsweise zum Siege brachte. Leibniz strebte einen Ausgleich an; Kant läßt die T. ausschließlich als subjektives Princip der Beurteilung gelten; einige seiner Nachfolger versuchen sie (fast stets in irgend einem Ausgleich mit der Kausalität) zu retten, so z. B. noch Lotze. Die Fortschritte der neuern Naturwissenschaft sind der T. wenig günstig, daher die Frage im Materialismus- und Darwinismusstreit obenan stand.

Teleorman, linker Nebenfluß der Vede in Rumänien, in der walach. Tiefebene. Der Distrikt T. mit der Hauptstadt Turnu-Magurele hat 4685 qkm und 223447 E.

Teleosaurĭer (Teleosaurus), krokodilähnliche, bis 6 m lang werdende Reptilien der ältern Juraperiode, von denen man mehrere Arten kennt. Sie haben ihre ersten Vorläufer in dem triasischen Geschlecht Belodon (s. d.) und nahe, gleichaltrige Verwandte in den Steneosauriern; im obern Jura werden sie durch Krokodilier aus den Gruppen der Dakosaurier, Machimosaurier u. a. abgelöst.

Teleostĕi, s. Knochenfische.

Telepăthie (grch.), das angebliche Vermögen mancher Individuen, räumlich oder zeitlich auseinander liegende Vorgänge zu empfinden. (S. Gedankenlesen und Zweites Gesicht.)

Telephănie (grch.), s. Elektrisches Sehen.

Telephōn (grch.), Fernsprecher, Apparat zur Übermittelung von Tönen oder Worten auf weite Entfernungen; die T. gehören zu den Akustischen Telegraphen (s. d.), wenn es sich bei ihnen um die Fortleitung des Schalls in einem Schallleiter handelt, dagegen zu den Elektrischen Telegraphen (s. d.), wenn die an dem einen Orte vorhandenen tönenden Schwingungen zur Veränderung oder zur Erzeugung von elektrischen Strömen verwendet und durch letztere dann an einem andern Orte neue tönende Schwingungen hervorgebracht werden, welche jenen am ersten Orte gleichen.

Ⅰ. Akustische T. Nachdem schon mehrere Jahrzehnte vorher unter der Benennung T. einige akustisch-telegr. Vorrichtungen in Vorschlag gebracht worden waren, stellte Weinhold 1870 sein Bindfadentelephon, aus zwei Resonanzböden oder Membranen her, welche durch einen straff gespannten Bindfaden oder einen Eisendraht miteinander verbunden sind; man konnte ganz leises Klopfen auf 600 m, auch die Sprache mehrere hundert Meter weit deutlich übertragen. Auch in dem 1886 von der Stanhope Company in London gelieferten Byng-Telephon vermittelte das Geben und Hören eine Holzplatte. Bei Shavers T., dessen Patentrechte die Consolidated Telephone Company of New York erwarb, war sogar die Möglichkeit der Verbindung verschiedener Leitungen in einer Centralstelle beschafft.

Ⅱ. Elektrische T. Das erste elektrische T. wurde von Philipp Reis (s. d.) wahrscheinlich 1860 erfunden, aber erst 1861 beschrieben; doch soll sich Meucci schon früher um die Herstellung eines elektrischen T. bemüht haben, nachdem er 1849 in Habana ein akustisches T. hergestellt hatte. Bei dem T. von Reis wurde durch eine Membran, gegen welche gesprochen oder gesungen wurde, der Strom einer galvanischen Batterie in rascher Folge abwechselnd geschlossen und unterbrochen; an der Empfangsstelle aber durchlief der Strom eine Drahtspule und versetzte den in letztere eingelegten dünnen Eisenkern in tönende Längsschwingungen, deren Tonhöhe von dem Tempo der Stromschließungen, also von der diese bewirkenden schwingenden Membran abhängig war.

Verbesserungen dieses T., welche bereits 1863 Legat vorschlug, näherten seine Einrichtung den die gesprochenen Worte ganz deutlich wiedergebenden neuern T., welche sich in Magnettelephone und Batterietelephone einteilen lassen, je nachdem ihre Wirkung auf der Verwendung eines Stahlmagnets oder eines Batteriestromes beruht. Das wichtigste Magnettelephon ist das T. von Alex. Graham Bell in Boston (s. Tafel: Telephon und Telephonanlagen, Fig. 1 und 2), welches sich 1877 auch in Europa rasch verbreitete. Das Bellsche T. ist Empfänger und Sender in Einem und trägt zugleich auch die Elektricitätsquelle in sich. Spricht man in das Mundstück V hinein, so wird die hinter demselben liegende Eisenplatte p in Schwingungen versetzt, die den durch das Sprechen entstandenen Luftschwingungen konform sind. Da der Eisenkern a an einem in dem Holzrohr C eingelegten Stahlmagnete o anliegt, so ist in ihm Magnetismus induziert, welcher durch die Vibrationen der Eisenplatte abwechselnd verstärkt und geschwächt wird; dabei werden in der über den Eisenkern a gesteckten Spule b Induktionsströme erregt und durchlaufen über die Klemmschrauben K₁ und K₂ die Leitung L₁, L₂, sowie die Spule eines zweiten in den Stromkreis L₁, L₂ eingeschalteten, ganz ebenso eingerichteten T., das man aber als Empfänger benutzt, indem man es mit seinem Mundstück V ans Ohr legt; die Ströme verstärken und schwächen im Empfänger die vom