Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

702

Tenochtitlan - Tentakeln

"Enoch Arden" (186L; deutsch von Waldmüller, 39. Aufl. 1896; von Weber, Lpz. 1869; von Mendheim, ebd. 1893; von Kessel in Reclams "Universalbibliothek"). Zugleich erschien "Aylmer's field" (deutsch von Feldmann, Hamb. 1870). Dann wendete T. sich dem Drama zu. Es erschienen die Tragödien "Queen Mary" (1875), "Harold" (1877; deutsch von Wickenburg, Hamb. 1880) und "Becket" (1881) und die Schauspiele "The cup" (aufgeführt 1881, gedruckt 1881), "The falcon" (aufgeführt 1879, gedruckt 1884), "The promise of May" (aufgeführt 1882, gedruckt 1886) u. a. In "Tiresias and other poems" (1885) kehrte T. noch einmal zu der betrachtenden poet. Erzählung zurück, 1886 erschien "Locksley Hall, sixty years after" und 1890 die gleichfalls lyrische Sammlung "Demeter and other poems". Zu seinen letzten Gedichten gehören "The death of Oenone" und ""Akbar's dream". Zur Anerkennung seiner Verdienste hatten Oxford und Cambridge ihm schon während der sechziger Jahre Ehrengrade verliehen. 1884 wurde er als Baron T. von Aldworth und Farringford zum Peer erhoben. Er starb 6. Okt. 1892 in Aldworth und wurde in der Westminsterabtei beigesetzt. Seine einzelnen wie seine gesammelten Werke sind in zahlreichen, zum Teil von Doré und andern illustrierten Ausgaben und Auflagen erschienen und in die meisten europ. Sprachen übersetzt. - Vgl. Walter E. Wace, A. T.(Edinb. 1881); Ritchie, Records of T., Ruskie and Browning (Lond. 1892); Waugh, Lord T., a study of his life and work (ebd. 1892); Alfred Lord T.: A memoir, by his son (ebd. 1897).

Tenochtitlan (spr. tenotsch-), der ursprüngliche Name der Stadt Mexiko.

Tenonitis, Entzündung der Tenonschen Kapsel (s. d.).

Tenonsche Kapsel, die kapselartig verdickte vorderste Schicht des hinter dem Augapfel liegenden Zellgewebes, die den Bulbus wie die Pfanne eines Kugelgelenks an seinem hintern Umfange umfaßt, benannt nach dem franz. Chirurgen und Augenarzt Jacques René Tenon (spr. nóng, geb. 21. Febr. 1724, gest. 16. Jan. 1816 zu Paris).

Tenor (lat.), der ununterbrochene Lauf einer Sache; Haltung, Inhalt eines Schriftstücks u. s. w.

Tenor (ital. tenore, ursprünglich soviel wie Inhalt, Text, dann Melodie, Hauptmelodie), eine der vier Hauptgattungen der menschlichen Stimme (s. d.). Es ist die höhere unter den beiden Stimmen, die dem reifen männlichen Alter zukommen, und hat gewöhnlich den Umfang vom d bis zum /g. Zum Solotenor ist eine größere Tiefe und Höhe erforderlich, nämlich vom c bis zum //c. Man unterscheidet nach dem Klang der Stimme den lyrischen T. von weichem Klanggepräge und etwas höherer Tonlage und den Heldentenor von kräftigem Klang und etwas tieferer, dem Bariton (s. d.) sich nähernder Tonlage. Im gemischten Chor bildet der T. die zweite Mittelstimme, indem er tiefer liegt als der Alt; im Männerchor führt er als erste Stimme die Hauptmelodie und als zweiter T. die höhere Mittelstimme. Der Notenschlüssel dieser Stimme war früher der C-Schlüssel (Tenorschlüssel) auf der vierten Linie; jetzt wird der T. im Violinschlüssel notiert und eine Oktave tiefer gesungen. Die Franzosen nennen ihn taille und haben bis in die neuere Zeit, gleich den Engländern, den hohen T. mit Kopfstimme oder den Männeralt häufig ausgebildet. Noch im 18. Jahrh., wie früher allgemein, sang der T. in der Kirchen- und Oratorienmusik die Altstimmen, wie denn auch Alt wörtlich "hoch" bedeutet, d. h. hoher T.

Tenorbariton, s. Bariton.

Tenorhorn, tubaartiges Messinginstrument, besonders für Militärmusik, mit dem Umfang vom großen As bis zum zweigestrichenen c.

Tenorrhaphie (grch.), Sehnennaht.

Tenorschlüssel, s. Tenor.

Tenortuba, s. Tuba.

Tenos, neugrch. Tinos, eine der Cykladen (s. d.) im Griechischen Archipel (s. Karte: Griechenland), der östl. Reihe derselben angehörig, zunächst südöstlich von der Insel Andros, nur durch einen ganz schmalen Sund von ihr getrennt, zählt auf 201 qkm (1896) 12 300 (etwa ein Drittel röm.-kath.) E. und bildet eine eigene Eparchie des Nomos Cykladen. Von einer gegen Nordwesten gestreckten, teils aus Granit, teils aus Glimmerschiefer, Serpentin und Marmor bestehenden Bergkette gebildet, die nur an der Südost- und Ostseite Raum für einige Thalebenen läßt, ist sie nicht sehr fruchtbar, aber quellenreich und besser und höher hinauf bebaut als die meisten griech. Inseln. Hauptausfuhrartikel sind Wein, weißer Marmor und dunkelgrüner Serpentin mit apfelgrünen Flecken (der "Ophites" der Alten). Doch kann die Insel die starke Bevölkerung nicht ernähren; daher leben zahlreiche Tenier als Handwerker und Dienstboten in der Fremde. An der Südküste liegt, an der Stelle der antiken Stadt T., die einen berühmten Tempel des Poseidon in einem heiligen Haine hatte, die jetzige Haupt- und Hafenstadt Hagios-Nikolaos, auch T. genannt, eng gebaut, aber mit guten Häusern und (1896) 2415 E. Die nördlich dabei gelegene Kirche der Panagia Evangelistria bewahrt ein wunderthätiges Marienbild und führt alljährlich Tausende von Pilgern nach T. Die Insel besitzt auch ein kath. Nonnenkloster mit viel besuchter Mädchenerziehungsanstalt. Etwa 6 km von der Stadt T. liegt auf einer Bergspitze der jetzt verödete mittelalterliche Hauptort Eroburgo oder Kastro. T. galt als Kolonie Athens; seit dem 13. Jahrh. bis 1715 war es im Besitz der Venetianer. - Vgl. Georgandopulos, Τηνιαχά (Athen 1889).

Tenosynitis (grch.), die Sehnenscheidenentzündung, s. Sehnenscheiden.

Tenotomie (grch.), Sehnendurchschneidung, die operative Durchtrennung der Sehnen krankhaft verkürzter Muskeln, hat den Zweck, die durch Muskelverkürzung hervorgerufene fehlerhafte Stellung eines Gliedes beseitigen zu helfen. Die T., die in der Regel subkutan, d. h. von einem ganz kleinen Einstich aus gemacht wird, ist nur ein unbedeutender und ungefährlicher operativer Eingriff, der am häufigsten zur Heilung des Schiefhalses, des Klumpfußes sowie des Schielens ausgeführt wird. Nachdem die Sehne durchschnitten, wird der betreffende Körperteil in seine natürliche Lage gebracht und durch einen Verband so lange in dieser erhalten, bis die Wiederverwachsung der durchschnittenen Sehnenenden durch Zwischenlagerung von neuer Sehnenmasse erfolgt ist.

Tension (lat.), soviel wie Expansivkraft (s. Expansion).

Tenson (frz., spr. tangsóng), Tenzone (s. d.).

Tentakeln (Tentakŭla), bewegliche, meist am Kopf gewisser Tiere befindliche Fortsätze des Körpers von verschiedenem Bau, verschiedenem Ursprung und verschiedener Funktion. Teils sind es Orientierungsapparate, Träger von Sinnesorganen u. s. w., und