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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Thermomultiplikator - Theseus

stützung der Reibung des Stifts. Stift I zeigt also die niedrigste, Stift II die höchste Temperatur während des Beobachtungszeitraums an. Die Zurückführung der Stahlstifte zu Anfang des letztern geschieht durch einen an den Schenkeln herabgeführten Magneten. - Das Sixthermometer wird auch zur Tiefseeforschung (s. d.) verwendet.

Thermomultiplikator (grch.-lat.), s. Thermoelektricität.

Thermopathogenie (grch.), die Lehre von der Entstehung und den Ursachen des Fiebers.

Thermophon (grch.), Instrument, mittels dessen durch Wärmestrahlung Töne erzeugt werden, ähnlich wie man dies beim Photophon (s. d.) durch Lichtstrahlen erreicht.

Thermopylä oder die Thermopylen (grch., d.i. die warmen Thore, nach einigen daselbst entspringenden warmen Schwefelquellen) oder schlechtweg Pylä (d. i. die Thore) nannten die Griechen den langen, an den schmalsten Stellen nur für ein Fuhrwerk Raum bietenden Engpaß, der zwischen dem steil aufsteigenden Kallidromon (einem Teil des Ötagebirges) und dem Malischen Meerbusen (jetzt Golf von Lamia) hinführte, und der in seinem östl. Teile durch eine im Altertum mehrfach erneuerte Verschanzung mit Thoren abgeschlossen war. Der Paß war als die einzige wirkliche Heerstraße aus Thessalien nach dem mittlern Hellas von großer strategischer Bedeutung und ist daher im Altertum öfters der Schauplatz denkwürdiger Kämpfe gewesen. Hier leistete Leonidas I. (s. d.) im Aug. 480 v. Chr. dem Heere des Xerxes seinen heldenmütigen Widerstand, bis die Perser, durch den Verräter Ephialtes auf einem Seitenpfad (Anopäa) über das Gebirge geführt, den Verteidigern in den Rücken fielen. Auch versuchten hier die vereinigten Griechen wieder vergeblich 278 v. Chr. das Vordringen der von Brennus geführten Kelten aufzuhalten. In den Thermopylen erlitt Antiochus d. Gr. von Syrien 191 v. Chr. durch ein röm. Heer unter Führung des Manius Acilius Glabrio und des Marcus Porcius Cato eine schwere Niederlage. Heutzutage ist die Gestalt und der Charakter der jetzt zur Nomarchie Phthiotis gehörigen Gegend infolge der durch die Anschwemmungen des Flusses Spercheios (jetzt Hellada) und einiger Gebirgsbäche bewirkten Verbreiterung der Küste wesentlich verändert. Im Sommer, wo die sumpfige Küstenstrecke fast ausgetrocknet und passierbar ist, besteht kein wirklicher Engpaß mehr, im Winter führt ein schmaler gepflasterter Weg zwischen den Felsen und Sümpfen hindurch. - Vgl. Gordon, Account of two visits to the Anopaea or the highlands above Termopylae (Athen 1838); Bursian, Geographie von Griechenland, Bd. 1 (Lpz. 1863).

Thermosäule, s. Thermoelektricität.

Thermoskop (grch.), jedes Instrument, welches die Veränderung im Wärmezustand eines Körpers anzuzeigen geeignet ist, z. B. das Thermometer (s. d.) und der Thermomultiplikator (s. Thermoelektricität). Speciell heißt T. auch ein Feuermelder (s. d.).

Thermostat (grch.), eine Vorrichtung zur Erhaltung einer bestimmten Temperatur, wie dieselbe zur Durchführung vieler physik., chem., physiol. und bakteriologischer Untersuchungen nötig ist. Man denke sich einen Blechkasten mit doppelter Wandung, dessen Mantelraum mit Wasser gefüllt ist und unter dem sich ein Bunsenscher Gasbrenner als Feuerung befindet, in dem Kasten eingeschlossen aber ein thermometerartiges Quecksilbergefäß, das so eingerichtet ist, daß das sich ausdehnende Quecksilber in dem Maße den Gaszufluß zu jenem Brenner vermindert, als die Temperatur steigt. Ist eine gewisse Temperatur erreicht, so liefert die Flamme ebensoviel Wärme, als der Kasten gleichzeitig an die Umgebung verliert. Dann bleibt die Temperatur stationär. Durch Veränderung der Gaszuflußöffnung in dem regulierenden Ouecksilbergefäße kann man innerhalb weiter Grenzen diese bleibende Temperatur beliebig einstellen. Neuere, sehr genau arbeitende Konstruktionen sind der Arsonvalsche T., bei dem der Gaszufluß durch eine Gummimembran reguliert wird, und Lautenschlägers T. mit elektromagnetisch wirkender Regulierung.

Thermostrom, s. Thermoelektricität.

Thermotherapie (grch.), die Behandlung der Krankheiten vermittelst heißer Bäder, heißer Luft, heißer Bähungen.

Theromorphen, s. Theriodonten.

Theromorphie (grch.), jede bei Menschen vorkommende Mißbildung von tierähnlicher Gestalt.

Theropoden, Reptilien aus der Gruppe der Dinosaurier (s. d.), zum Teil früher mit einigen Orthopoden, als Ornithosceliden (s. d.) zusammengestellt. Es sind teils riesige eidechsenartige Geschöpfe mit gewaltigen Krallen und schon aus der deutschen Trias bekannt (Zanclodon, Megalosaurus) oder aber sie sind den Kängurus ähnlich und den Vögeln schon nahe verwandt und finden sich im deutschen und amerik. Jura. Manche von diesen Tieren waren mit Hörnern versehen (Compsognathus, Ceratosaurus).

Thersites (d. i. der Freche), der häßlichste Mann im griech. Heere vor Ilios. Er war schielend, säbelbeinig, auf einem Fuße lahm, und bucklig. Besonders aber war er berüchtigt wegen seiner boshaften Geschwätzigkeit. Deshalb wurde er, als er den Agamemnon lästerte, von Odysseus vor der ganzen Versammlung gezüchtigt (2. Buch der Ilias, Vers 211-277). Nach Sophokles ("Philoktet") kehrte er wohlbehalten von Troja zurück; nach anderer Sage wurde er von Achilles durch einen Faustschlag getötet, weil er ihn verleumdet und der Penthesileia (s. d.) mit dem Speere die Augen ausgerissen hatte.

Thesaurarius (mittellat.) oder Sacrista, in Kollegiat- und Domkapiteln das Mitglied, dem die kirchlichen Kostbarkeiten zur Aufbewahrung überwiesen sind. Sein Amt fällt oft mit dem des Küsters (s. d.) zusammen.

Thesaurus (grch.), Schatz; in der Baukunst heißen Thesauren die unterirdischen Kuppelgräber der alten griech. Herrschergeschlechter, die man früher irrtümlich für Schatzhäuser hielt, wie das des Atreus zu Mykenä. Man nennt T. auch jede größere wissenschaftliche Sammlung, worin ein ganzes Gebiet der Gelehrsamkeit von einem oder mehrern Verfassern behandelt wird, wie z.B. der "T. linguae graecae" von H. Stephanus (neu hg. von Hase und W. und L. Dindorf, Par. 1829 fg.).

Thesaurus meritorum (lat), der unendliche Schatz überverdienstlicher Werke (s. Opera supererogationis und Ablaß).

These (grch.), s. Thesis.

Theseen, s. Theseus.

Theseion (d. i. Heiligtum des Theseus), ein noch jetzt in Athen erhaltener Tempel dor. Stils. (S. Athen [das alte] und Theseus.)

Theseus, der eigentliche attische Nationalheros und Vertreter der dortigen Ionier, war nach der Sage