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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Thurocz - Thw.

lassung seiner sämtlichen Postgerechtsame 3 Mill. Thlr. Außerdem besitzt das Haus mehrere ehemals reichsunmittelbare Herrschaften in Württemberg und Bayern, fünf Herrschaften in Böhmen und fünf Herrschaften in Kroatien. Der jeweilige regierende Fürst führt den Titel "Erb-Generalpostmeister" und besitzt das Kronamt eines "Kron-Oberst-Postmeisters" in Bayern, ist erbliches Mitglied der Kammer der Standesherren in Württemberg, des Reichsrates der Krone Bayern, des preuß. Herrenhauses und des Herrenhauses des österr. Reichsrates sowie erblicher Inhaber des bayr. 2. Chevaulegerregiments "Taxis". Gegenwärtiger Standesherr ist der Sohn des Erbprinzen Maximilian (gest. 26. Juni 1867) und der Herzogin Helene in Bayern (gest. 16. Mai 1890), Fürst Albert, geb. 8. Mai 1867, vermählt seit 15. Juli 1890 mit Erzherzogin Margarete von Österreich, der 2. Juni 1885 seinem Bruder, dem Fürsten Maximilian, folgte.

Eine Sekundogenitur des Hauses T. u. T. bildet die Nachkommenschaft des Prinzen Maximilian Joseph (geb. 1769, gest. 1831), Halbbruder des genannten Fürsten Karl Anselm. Gegenwärtiges Haupt dieser in Böhmen ansässigen Nebenlinie ist dessen Urenkel, Prinz Alexander, geb. 1. Dez. l851, der zu Prag residiert. Seines Großvaters Bruder war Prinz Karl Theodor von T. u. T., geb. 17. Juli 1797, seit 1850 bayr. General der Kavallerie und seit 1851 Mitglied der bayr. Kammer der Reichsräte. Derselbe kommandierte in dem Kriege von 1866 das Kavalleriereservekorps gegen Preußen; er wurde bald nach dem Friedensschlusse zur Disposition gestellt und starb 21. Juni 1868 zu München.

Thurocz, Komitat in Ungarn, s. Turócz.

Thürschließer, meist durch Federn, durch Gewichte, durch die Elasticität des vulkanisierten Kautschuks oder durch Feder mit Lufthemmung wirkende Vorrichtungen, mittels deren ein selbstthätiges Schließen der Thüren ohne heftiges Zuschlagen derselben erreicht werden soll. Am besten wird der genannte Zweck durch die pneumatischen T. erreicht. Die nachstehenden Abbildungen zeigen eine neuere Konstruktion der Berliner Thürschließerfabrik Schubert & Werth in Berlin (Fig. 1: äußere Ansicht, Fig. 2: Durchschnitt). Ein Cylinder C enthält einen Kolben K, der beim Öffnen der Thür die hinter ihm eingelegte Spiralfeder F zusammenpreßt. Dadurch vergrößert sich der vor dem Kolben befindliche Luftraum H, indem Luft durch das Kolbenventil eingesaugt wird. Die Feder F sucht die Thür wieder zuzuschlagen; die Bewegung wird aber durch die im Raum H befindliche Luft, die nur langsam aus W entweichen kann, gehemmt, was durch Regulieren der Schraube W schnell oder langsam geschehen kann. Frühere Konstruktionen von pneumatischen T. wurden durch öfteres gewaltsames Zudrücken der Thür von seiten der Passanten bald ruiniert, indem die stark zusammengepreßte Luft die Kolbendichtung oder andere Teile beschädigte. Der abgebildete T. ist gegen solche Beschädigung durch das Zwischenglied A geschützt, ein Rohr, in welchem sich eine Feder befindet, die für gewöhnlich den Bolzen S in die Röhre hineingezogen hält. Erfolgt aber gewaltsames Zuschlagen der Thür, so giebt die Feder nach, indem sie von dem der Thür folgenden Bolzen S zusammengedrückt wird, wie in Fig. 2 dargestellt; der übrige Apparat folgt dann nach mit der Geschwindigkeit, mit der die Luft aus W entweicht; dabei dehnt sich die Feder im Rohr A aus und kann von neuem ihre Aufgabe erfüllen.

^[Fig. 1.]

^[Fig. 2.]

Thursday-Insel (spr. thörsdé, "Donnerstaginsel"), 50 km von der nördlichsten Spitze Australiens, dem Kap York, entfernt, hatte 1893: 1409 E., darunter 651 Weiße und 740 Japaner, die hier dem Perl- und Perlmutterfischfang obliegen (1893 für 2 134 000 M.). Die Insel ist Post- und Telegraphenstation, sowie Anlegeplatz der durch die Torresstraße fahrenden Dampfer.

Thurso (spr. thör-), die nördlichste Stadt Schottlands in der Grafschaft Caithneß, an der schönen Thursobai, hat (1891) 3890 E., ein Museum; Fischerei, Ausfuhr von Getreide und Steinplatten. Der Hafen ist klein, aber zu Scrabster, 2 km im NW., ist eine gute Reede mit Landeplatz. Scrabster steht in täglicher Dampferverbindung mit den Orkney-Inseln. T. Castle ist der Sitz der Sinclairs.

Thür- und Fenstersteuer, s. Fenstersteuer.

Thürverdachungen, s. Sims.

Thus,. s. Fichtenharz.

Thûs, s. Chorassan und Meschhed.

Thusis, roman. Tusaun, ital. Tosana, Marktflecken im Bezirk Heinzenberg des schweiz. Kantons Graubünden, in 731 m Höhe, auf der linken Seite des Domleschg am Hinterrhein, wo derselbe aus der Kluft der Via mala heraustretend links die Nolla aufnimmt, an der Linie T.-Chur-Davos-Platz (91,3 km), hat (1888) 1069 E., darunter 186 Katholiken, Post, Telegraph; Korn- und Viehhandel, bedeutende Jahrmärkte. Fünfmal fast gänzlich durch Feuer verwüstet, wurde T. nach dem letzten Brande (1845) an anderer Stelle unterhalb des alten Dorfteils wieder aufgebaut. Dank seiner Umgebung, in welcher die Via mala und der Schynpaß die bemerkenswertesten Punkte sind, und seiner Lage am Kreuzungspunkt der Splügen- und der Schynstraße hat T. als Übergangsstation nach dem Engadin sehr lebhaften Fremdenverkehr und wird als Luftkurort besucht. Jenseit des Rheins die Trümmer von Hohen-Rhätien oder Hoch-Realte (Hoch-Ryalt 950 m), der ältesten aller Schweizer Burgen. - Vgl. Lechner, T. und die Hinterrheinthäler (2. Aufl., Chur 1897).

Thusnelda, Gattin des Arminius (s. d.). T. heißt auch der 219. Planetoid.

Thutmosis, Name von vier ägypt. Königen der 18. Dynastie. Der berühmteste ist T. III. (S. Ägypten, alte Geschichte.)

Thuya, s. Thuja.

Thw., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für George Henry Kendrick Thwaites, geb. 1800, gest. 11. Sept. 1882; er war Direktor des Botanischen Gartens zu Paradenia auf Ceylon und schrieb über diesen sowie eine Flora von Ceylon.