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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Topasfels - Töpffer

Topasfels, das Gestein, das bei Gottesberg unfern Auerbach im sächs. Vogtlande im dortigen Phyllit eine schroff mauerähnlich emporragende Felsmasse, den Schneckenstein, bildet, und auf dessen Drusenräumen und Klüften, begleitet von ockerfarbenem Steinmark und von Quarz, die schönen weingelben Topaskrystalle sitzen. Das Gestein selbst ist eine Breccie, bestehend aus faust- und zollgroßen eckigen Bruchstücken eines quarzreichen, übrigens auch etwas topashaltigen Turmalinschiefers, die ordnungslos miteinander verbunden sind. Nach den neuern Untersuchungen liegt hier eine durch den Granit bewirkte Kontaktmetamorphose vor, bei der die Phyllitbruchstücke, aller Wahrscheinlichkeit nach auf sublimatorischem Wege, mit Turmalin und Topas imprägniert wurden.

Topaskolibri (Topeza pella), s. Kolibris nebst Tafel, Fig. 6.

Topazolith, gelbe Abart des Granats (s.d.).

Topeka (spr. -pihke), Hauptstadt des nordamerik. Staates Kansas und des County Shawnee im östl. Teil des Staates, am südl. Ufer des Kansas-River, in hübscher Lage mit schattigen Straßen, zählte 1880: 15 452, 1890: 31 007 E. T. liegt an der Atchison-T.-Santa Fe-, der Union-Pacific-, Chicago-Rock-Island-Pacific-, Missouri-Pacific- und Kansas-Nebraska-Bahn. Das erstgenannte Bahnsystem hat hier seine Werkstätten. Öffentliche Gebäude sind: Saatskapitol ^[richtig: Staatskapitol], Postamt, Reformschule, Grace Churchkathedrale, Washburn College. Etwa 3 km von der Stadt liegt das Staatsirrenasyl. Der Handel ist beträchtlich, besonders in Getreide. Das Bankwesen erstreckt sich namentlich auf Farmhypotheken, die Industrie auf Eisengießerei und Maschinenbau, Getreidemühlen, Fabrikation von Windmühlen, Backsteinen, Stärke, Thüren, Wagen und Zuckerraffinerie; auch Gärtnerei ist wichtig.

Topelius, Zacharias, schwed.-finn. Dichter, geb. 14. Jan. 1818 zu Kuddnäs bei Ny-Karleby in Finland, war nach vollendeten Studien publizistisch thätig und leitete 1841-60 die schwed. "Helsingforser Zeitung". 1854 erhielt T. eine außerord. Professur für finländische, 1863 die ordentliche für finländ., russ. und nordische Geschichte, die er 1878 niederlegte. Seitdem lebt T. auf seinem Landsitz Björkulden in der Nähe von Helsingfors. Lange Zeit war T. Sekretär des Finländischen Kunstvereins. Sein bedeutendstes lyrisches Werk sind die "Ljungblommor" ("Heideblumen", 3 Tle., 1845-54). Seine spätern lyrischen Poesien gab er 1870 u. d. T. "Nya Blad ("Neue Blätter") und 1889 "Ljung" heraus. Sehr beliebt sind seine Erzählungen "Fältskärns berettelsär" (5 Bde., Stockh. 1858-67 u. ö.; deutsch von Gleiß als "Aus hohem Norden", 4 Bde., Gütersl. 1886), die Finlands Geschichte von Gustav Adolf bis zu Gustav III. zu Grunde legen, und "Vinterqvällar" (2 Cykeln, Stockh. 1880-82; deutsch als "Aus Finland" von Longs, 2 Bde., Gotha 1888). Seine Erzählungen und kleinen Gedichte für Kinder verbinden tiefe Religiosität, sittliche Reinheit und Vaterlandsliebe mit kindlicher Naivetät und poet. Schönheit. Sie sind größtenteils gesammelt in den "Läsning för Barn" (Tl. 1-7, Stockh. 1865-91; deutsch von A. von Podewils, "Schwed. Märchenbuch", Wiesb. 1885, und L. Fehr, Gotha 1885).

Topen (aus Pāli thūpa = Sanskrit stūpa), Grabmäler, die unmittelbar auf den Gräbern selbst oder, wie namentlich in Indien, zum Andenken an heilige Männer, besonders des Buddha, errichtet sind. Oft enthalten die T. auch Reliquien, die in dem innern, Dagob genannten Raume aufbewahrt werden. Ihre Gestalt ist kegel- oder glockenförmig. Die T. sind über einen großen Teil Asiens verbreitet, sowohl im südl. Teil des asiat. Rußlands als namentlich in Indien und Afghanistan. - Vgl. Ritter, Die Stupas (Berl. 1838); Cunningham, The Bhilsa-Topes (Lond. 1854).

Topfbaum, brasilianischer, s. Lecythis.

Töpfchen, in Sachsen die halbe Kanne (s. d.).

Töpfer, Karl, Dramatiker, geb. 26. Dez. 1732 in Berlin, besuchte daselbst das Joachimsthalsche Gymnasium, folgte dann seiner Neigung für das Theater und trat zuerst in Strelitz als Schauspieler auf, von wo er nach Breslau, dann nach Brünn und 1815 an das Hofburgtheater nach Wien ging. Von seinen ersten Bühnenarbeiten fanden "Hermann und Dorothea" und "Des Königs Befehl" Beifall, noch mehr jedoch die Lustspiele "Der beste Ton" und "Freien nach Vorschrift". 1822 promovierte T. in Göttingen und ging dann nach Hamburg, wo er 22. Aug. 1871 starb. Seine Stücke, von denen sich besonders "Rosenmüller und Finke" (auch in Reclams "Universalbibliothek") auf dem Repertoire erhalten hat, haben ihre Stärke in der glücklichen Erfindung und Ausnutzung der Situationen; neben gemütlichen Volks- und Familienstücken steht eine Reihe histor. Lustspiele, in denen Friedrich d. Gr. T.s Lieblingsgestalt ist. Als Novellist versuchte sich T. in den "Zeichnungen aus meinem Wanderleben" (Hannov. 1823) und in den "Novellen und Erzählungen" (2 Bde., Hamb. 1842-43). Nach seinem Tode erschienen seine "Gesammelten dramat. Werke" (hg. von Herm. Uhde, 4 Bdo., Lpz. 1873).

Töpferei, s. Thonwarenfabrikation. Das Wappen der Töpfer zeigt Tafel: Zunftwappen II, Fig. 5, beim Artikel Zünfte.

Töpferei-Berufsgenossenschaft für das Gebiet des Deutschen Reichs. Sitz ist Berlin, Sitz der 9 Sektionen: Berlin, Farge bei Bremen, Neu-Altwasser bei Waldenburg i. Schl., Dresden, Magdeburg, Rudolstadt, Mettlach (Kreis Merzig), Saargemünd, Selb bei Rehau in Oberfranken. Ende 1895 bestanden 947 Betriebe mit 63 114 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 43 550 198 M. betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 233 579 M., die Ausgaben auf 188 645 M., der Reservefonds Ende 1895 auf 404 657 M. Entschädigt wurden 1895: 120 Unfälle (1,90 auf 1000 versicherte Personen), darunter 12 Unfälle mit tödlichem Ausgange und 14 mit völliger Erwerbsunfähigkeit. Die Summe der gezahlten Entschädigungen einschließlich der Renten für Unfälle aus frühern Jahren betrug 129 670 M. (S. Berufsgenossenschaft.)

Töpferkunst, s. Thonwarenfabrikation sowie Fayence, Majolika, Terracotta, Vasen.

Töpferscheibe, s. Thonwarenfabrikation.

Töpferschulen, s. Keramische Schulen.

Töpferthon, s. Thon.

Töpfervogel oder Ofenvogel (Furnarius rufus d'Orb.), ein Sperlingsvogel Südamerikas, genannt nach der Fertigkeit, mit der er aus Lehm sein Nest ungefähr in Gestalt eines kleinen Backofens von 20 cm Länge und 18 cm Höhe auf geeignete Baumäste baut. Der unscheinbar rostbraune, nur an der Kehle weiße Vogel wird gegen 20 cm lang.

Töpferware, Töpferzeug, s. Thonwaren.

Töpffer, Rud., Maler und Novellist, geb. 31. Jan. 1799 zu Genf, der Sohn Wolfgang Adam T.s