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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Topfgießerei - Toepler

(geb. 1766 zu Genf, gest. 1847), eines wegen seiner Landschaften und Volksscenen geschätzten Malers, widmete sich unter Anleitung des Vaters der Kunst, ging später zum Schulfach über und wurde Professor der Ästhetik an der Akademie zu Genf, wo er 8. Juni 1816 starb. Die Novelle "Le presbytère" (2 Bde., Genf 1839) erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Zschokke führte ihn mit den "Genfer Novellen" (2 Bdchn., Aarau 1839) in die deutsche Litteratur ein, der deutschen Bearbeitung der "Noevelles genevoises", die T. für das Feuilleton eines Pariser Blattes lieferte und später mit reichen Illustrationen besonders (Par. 1815) herausgab. Auch die übrigen Werke T.s, wie "Nouvelles et mélanges" (Par. 1840), "La bibliothèque de mon oncle" (ebd. 1813; deutsch Lpz. 1847; auch in Reclams "Universalbibliothek") und "Rosa et Gertrude" (Par. 1815; deutsch Berl. 1816), fanden Beifall, sowie seine von ihm selbst illustrierten Reiseskizzen "Voyages en zigzag" (1848) und "Nouveaux voyages en zigzag" (1853). Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in fünf Bänden (Par. 1852-61). Für künstlerische Arbeiten bediente sich T. nur des Stifts, aber seine Skizzen, besonders die Genrezeichnungen, womit er seine kleinen humoristischen Reisebeschreibungen, wie die "Voyages en zigzag", illustrierte, sind voll Wahrheit, Witz und Satire. Zu seinen besten Arbeiten zählen sieben kleine Romane in Bildern: "Mr. Jabot", "Mr. Crepin", "Mr. Pencil", "Le Dr. Festus", "Histoire d'Albert", "Les amours de Mr. Vieux Bois", "Mr. Cryptogame (deutsch von Kell u. d. T. "Fahrten und Abenteuer des Herrn Steckelbein", Lpz. 1847 u. ö.), die im einzelnen mehrfache Auflagen erlebten und in der ""Collection des histoires en estampes" (mit franz. und deutschem Text, 6 Tle., Genf 1846-47) gesammelt erschienen. Von einer deutschen Ausgabe von T.s "Gesammelten Schriften" sind die "Genfer Novellen" (3 Bdchn., Lpz. 1847; Prachtausg., ebd. 1847) und "Das Pfarrhaus" (4 Bdchn., ebd. 1852) erschienen.- Vgl. Rambert, Écrivains nationaux suisses, Bd. 1 (Genf 1874); Blondel und Mirabaud, Rodolphe T. (Par. 1887); Glöckner, R. T., sein Leben und seine Werke (Zerbst 1891).

Topfgießerei oder Poterie, die Herstellung gußeiserner Kochgeschirre.

Topfhelm, s. Helm nebst Textfigur 3.

Topfkuchen, s. Napfkuchen.

Topfpflanzen, in verhältnismäßig kleinen Gefäßen, Blumentöpfen (s. d.) und Blumenkübeln, dauernd gezogene Gewächse, worin sie ein kümmerliches Leben führen müßten, würden sie nicht sehr nahrungsreiche Erde bekommen und viel Düngstoffe zugefügt erhalten. Trotz alledem können T. nicht allzulange in derselben Erde wachsen, sie bilden in mehr oder weniger kurzer Zeit ein so starkes Wurzelgewebe, daß die Erde keine Nahrungsstoffe mehr in genügendem Maße aufnehmen kann und die Pflanzen anfangen zu kümmern. Es ist daher von Zeit zu Zeit eine teilweise Erneuerung der Erde nötig. Eine sehr wichtige Arbeit ist das Gießen und Bespritzen (s. d.) sowie das Reinigen der Blätter von Staub und Schmutz mittels feuchter Schwämme, besonders bei großblätterigen Pflanzen.

Topfpressen, s. Ölpressung.

Topfstein, s. Chloritschiefer.

Top-Hane, d. i. Kanonenfabrik, Vorstadt von Konstantinopel (s. d. nebst Textplan und Plan), zwischen Galata, Pera und Fündüklü, der Serailspitze gegenüber, mit hölzernen, sich amphitheatralisch erhebenden Häusern. Eine enge, nach dem Meere herablaufende Gasse (Rue Jenidscharschi) teilt das Ganze in zwei Hälften. In der Nähe des Meers hat man die Vorstadt neuerdings im unmittelbaren Anschluß an die Gebäude des Artilleriearsenals (mit Kanonengießerei, Schmiede u. s. w.) im großartigsten Stil erweitert. Das imposante Conseil- und Verwaltungspalais (Medschliß) wurde 1865 -66 gebaut. Mitten unter diesen Werken der Neuzeit ragt die ehrwürdige Mahmudije- (Nusretije-) Moschee mit ihren beiden hohen Minarets empor, daneben liegt ein freier Platz mit Uhrturm und kaiserl. Kiost, westlich davon eine große Artilleriekaserne. Neben dem Arsenal erhebt sich die Moschee Kilidsch Ali Paschas, ein Werk des berühmten türk. Baumeisters Sinans, des Schöpfers der Suleimanieh.

Topik (grch.) nannten die alten griech. und lat. Rhetoren und Grammatiker die systematische Darstellung gewisser allgemeiner Begriffe und Sätze, die beim Ausarbeiten rednerischer Vorträge als Richtschnur oder Leitfaden für die Auffindung und Wahl zweckmäßiger Beweisgründe dienen sollten. Ein solcher Gemeinplatz oder allgemeiner Begriff, z. B. "Freiheit", "Seelenruhe", hieß bei den Griechen Topos, bei den Römern Locus communis. Von den Griechen wurde die T. in späterer Zeit mit besonderer Vorliebe bearbeitet, unter den Römern namentlich von Cicero in den "Topica" und andern rhetorischen Schriften, vorzüglich mit Rücksicht auf die öffentliche Beredsamkeit. An der Rhetorik finden bei der Lehre von der Erfindung (inv6ntio) die speciellen tópoi oder loci noch jetzt ihren Platz als allgemeine Gesichtspunkte oder Fragen, deren Berücksichtigung zur Erschöpfung des Themas dient. So bei histor. Abhandlungen sind in der gerichtlichen Beredsamkeit die Fragen: Quis? Quid? Ubi? Quibus auxiliis? Cur? Quomodo? Quando? - Vgl. Kästner, T. oder Erfindungswissenschaft (Lpz. 1816).

In theologisch-dogmatischem Sinne versteht man unter T. oder Topologie eine Theorie der Grundsätze, die der Theolog bei der Wahl und Behandlung der biblischen Beweisstellen zu befolgen hat, ob z. B. eine Stelle vermöge der Richtigkeit des Textes oder vermöge der erforderlichen Deutlichkeit die gehörige Beweiskraft für eine gewisse Lehre haben könne oder nicht. In der Predigtkunst ist topische Methode diejenige, zufolge deren nach kurzer Erklärung eines Textes ein sog. Gemeinplatz abgehandelt wird.

Topinambur, s. Helianthus und Tafel: Futterpflanzen I, Fig. 1.

Topische Färberei, s. Zeugdruck.

Topische Mittel, diejenigen Medikamente, die nur auf die leidende Stelle des Körpers wirken sollen. Dahin gehören Bähungen und Aufschläge, Einreibungen, Atzmittel, blasenziehende Mittel u. s. w.

Toepler, Aug., Physiker, geb. 7. Sept. 1836 zu Brühl bei Köln a. Rh., studierte in Berlin Chemie und Physik, wirkte zuerst in Poppelsdorf bei Bonn als Chemiker an der landwirtschaftlichen Versuchsstation, dann als Docent für Chemie und Physik an der landwirtschaftlichen Akademie daselbst. 1861 als Professor an das Polytechnikum zu Riga berufen, beteiligte er sich an der Organisation dieser Hochschule und richtete auch die erste landwirtschaftlich-chem. Versuchsstation daselbst ein. 1868 folgte