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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Toppsegelschoner - Torelli-Torriani

Toppsegelschoner, Fahrzeug ähnlich der Schonerbrigg (s. d.), jedoch kleiner.

Topschau (Topscha), s. Dobschau.

Topusko, Badeort im Komitat Agram in Kroatien, das "kroat. Gastein" genannt, südwestlich von Glina, am linken Ufer der Glina, in einem hügelumschlossenen Thale gelegen, hat drei erdig-salinische Quellen (56,3 - 61,3° C), deren Hauptbestandteile kohlensaure Erden, Gips und Natronsulfat sind. Das Wasser sowie der Badeschlamm wird bei hysterischen Krampfanfällen des Verdauungskanals, der Blase, bei Katarrhen der Atmungswege, Gicht und Menstruationsstörungen angewendet. Es bestehen drei Badehäuser mit Spiegelbädern.

Top-weight (engl., spr. weht, "Höchstgewicht"), das höchste Gewicht, welches das am meisten belastete Pferd in einem Handicap zu tragen hat.

Toque (frz., spr. tock), das hutartig steife Faltenbarett mit schmalem Rande, aus Seide oder Sammet gefertigt. Die T. erscheint zuerst als kleine Kappe mit Rand zur Zeit Ludwigs IX.; in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. ist sie, mit prächtiger Hutschnur und einem kleinen Federbusch geschmückt, die fast allein modische Kopfbedeckung beider Geschlechter. (S. Tafel: Kostüme III, Fig. 7 u. 8.)

Tor, s. Einsattelung.

Toraillen (frz., spr. -ralljen), rohe Korallen.

Toranus, Kirchenschriftsteller, s. Rufinus.

Torcello (spr. tortsch-), Laguneninsel (ital. Provinz und Distrikt Venedig), mit 128 E., die zur Gemeinde Burano gehören (s. Nebenkarte aus Plan: Venedig). T. ist Bischofssitz und hat einen Dom, Sta. Maria, eine dreischiffige, altchristl. Säulenbasilika aus dem 7. Jahrh. (864 und 1008 erneuert) mit byzantinischen und andern, aus dem 12. Jahrh. stammenden Mosaiken, merkwürdig angeordneten Priesterbänken, altertümlicher Krypta, achteckigem Baptisterium von 1008 und Glockenturm, sowie die Kirche Sta. Fosca, ein byzant. Centralbau, dessen jetzige Gestalt aus dem 12. Jahrh. stammt. T.war im 10. und 11. Jahrh. eine bedeutende Handelsstadt.

Torchongrund, eine Grundbindung der Réseauspitzen (s. Spitzen).

Torcy (spr. -ßih), Jean Baptiste Colbert, Marquis de, franz. Staatsmann, geb. 1665, Sohn des Ministers Colbert de Croissy (s. Colbert), war seit 1696 Staatssekretär und wurde 1699 Minister des Auswärtigen. Seine Wirksamkeit fällt in die schweren Jahre des Spanischen Erbfolgekrieges (s. d.). Wie sein Schwiegervater Pomponne jansenistisch gesinnt, wie dieser eine ehrliche, reine Natur von unabhängigem Auftreten, stimmte er nicht gut zu den leitenden Hofkreisen der Maintenon und Le Telliers; aber seine Tüchtigkeit hielt ihn. 1709 erbot er sich, die äußerst undankbaren Friedensverhandlungen persönlich im Haag mit Heinsius (s. d.) und seinen Genossen zu führen, mußte aber die übertriebenen Anforderungen ablehnen. Nach Ludwigs XIV. Tode wurde T. 1715 aus dem Amte verdrängt. Er starb 1746. Seine "Mémoires" (3 Bde., Par. 1756; Petitots Sammlung, II, 67-68) reichen von 1697 bis 1713. Ein Tagebuch (Journal) T.s (1709-11) gab Masson heraus (Par. 1884). - Vgl. von Noorden, Europ. Geschichte im 18. Jahrh., Bd. 3 (Lpz. 1882).

Torda-Aranyos (spr. -josch), Komitat in Siebenbürgen (s. Karte: Ungarn und Galizien, beim Artikel Ungarn), grenzt im N. an das Komitat Klausenburg, im O. an Maros-Torda, im S. an Klein-Kokel, Unter-Weißenburg und Hunyad, im W. an Bihar und hat 3369,91 qm und (1890) 150 564 meist griech.-kath. rumän. E. (37 590 Magyaren), darunter 49131 Griechisch-Orientalische, 32 212 Evangelische, 5253 Römisch-Katholische und 1931 Israeliten. Das Gebiet ist ein reiches, wildromantisches Hochland, aber für den Anbau wenig geeignet; es wird vom Aranyos und der Maros bewässert. Der Bergbau auf Gold, Silber, Eisen und Salz wird schon seit alten Zeiten hier lebhaft betrieben. Das Komitat wurde 1876 errichtet und umfaßt die Städte mit geordnetem Magistrat Felvincz und Thorenburg und sechs Stuhlbezirke. Hauptort ist Thorenburg (s. d.).

Tordalk (Alca torda L., s. Tafel: Schwimmvögel I, Fig. 1), eine 38 cm lange, 70 cm klafternde Art der Alke (s. d.), oben und am Halse schwarz, mit einem von dem der Quere weiß gebänderten Schnabel zum Auge verlaufenden weißen Strich und weißer Unterseite. Er nistet in großen Gesellschaften mit seinesgleichen und verwandten Formen in den nördl. Polargegenden.

Tordesillas, s. Herrera, Antonio de.

Toreador (span.), Stierkämpfer, s. Stiergefechte.

Torell, Otto Martin, schwed. Naturforscher, geb. 5. Juni 1828 in Warberg, studierte seit 1844 in Lund Medizin und Naturwissenschaften, machte dann wissenschaftliche Reisen durch Schweden, Norwegen, die Schweiz und Island, unternahm 1858 mit Nordenskjöld eine Reise nach Spitzbergen und besuchte 1859 Grönland. Nach seiner Rückkehr wurde T. zu Lund Adjunkt der Zoologie und Intendant des Zoologischen Museums. Auf einer zweiten Nordpolexpedition 1861 begleitete ihn Nordenskjöld nach Spitzbergen. Es folgte dann (1866) seine Ernennung zum Professor der Zoologie und Geologie zu Lund und 1871 zum Chef der geolog. Untersuchung Schwedens zu Stockholm. T. veröffentlichte unter anderm "Die schwed. Expeditionen nach Spitzbergen und Bäreneiland in den J. 1861, 1864 und 1868" (deutsch von L. Passarge, Jena 1869).

Torelli, Achille, ital. Dramatiker, geb. 5. Mai 1844 in Neapel, widmete sich seit dem 17. Jahre der dramat. Dichtkunst und gewann mit seinem ersten Lustspiel "Chi muore, giace" einen Turiner Staatspreis. Unter den mehr als 30 Stücken T.s wurden die Schauspiele "I mariti" (1867) und "Fragilità" (1868) mit großem Beifall aufgenommen. Seither hat er nichts Ähnliches mehr geleistet; doch haben die Lustspiele "La moglie" (1870), "Nonna scellerata" (1870) und besonders "Triste realtà" (1871) und "Il colore del tempo" (1875) noch einige Beachtung gefunden.

Torelli, Giuseppe, ital. Violinist, geb. um 1660 zu Verona, wirkte 1685 in Bologna und später (1703) als Konzertmeister des Markgrafen zu Ansbach, wo er 1708 starb. T. hat das Verdienst, in der instrumentalen Kammermusik den konzertierenden Stil mit künstlerischer Absicht angewandt zu haben. Er gilt als der Schöpfer des Concerto di camera. Sein Hauptwerk führt den Titel "Concerti grossi con una pastorale per il Santissimo Natale. Op. 8". Außerdem schrieb er mehrere Instrumentalsinfonien, "Balleti da camera" u. s. W.

Torelli-Torriani, Maria, ital. Romanschriftstellerin, bekannt unter dem Pseudonym La Marchesa Colombi, gebürtig aus Novara, verehelicht mit Eugenio Torelli-Viollier, Redacteur des "Corriere della sera" in Mailand. Sie schrieb "La genta per bene" (1877), "Tempesta e bonaccia" (1878), "I Risaja" (1877), "Piccole cause" (1879), "Senz'