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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Transkaspische Eisenbahn – Transleithanien

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Transkaspien'

schen Meer, Felle und Häute (6). Es giebt 9 russ., 1 armenische und 140 mohammed. Schulen. Das Gebiet wurde 1881 nach der Unterwerfung der Teke-Turkmenen gebildet, 1884 durch Merw und 1885 durch Penschdeh erweitert. Es gehörte bis 1890 zum Generalgouvernement Kaukasien und hat seitdem seine eigene Verwaltung in Aschabad. T. zerfällt in 5 Kreise: Aschabad, Krasnowodsk, Mangyschlak, Merw und Tedschen. – Vgl. Obrutschew, Die transkaspische Niederung (Petersb. 1890).

Transkaspische Eisenbahn, 1433 km lange Bahnlinie von dem etwa unter dem 40. Breitengrad am Ostufer des Kaspischen Meers gelegenen Fort Michailowsk über Merw und Buchara nach Samarkand. Mit dem Bau, zu dem der 1880 von den Russen unter General Skobelew unternommene Feldzug gegen die Achal-Turkmenen die erste Veranlassung gab, wurde im Aug. 1880 begonnen. Schon im Okt. 1880 wurden 23 km, im Dez. 125 km und im Febr. 1881: 158 km eröffnet. Die Russen konnten jetzt ihren Feldzug gegen die Turkmenen mit größerm Erfolg fortsetzen; 12. Jan. 1881 wurde die Hauptfestung Geoktepe besetzt, und im Mai war die Niederwerfung der Turkmenen vollständig erreicht. Nach Vollendung des Feldzugs wurde die Bahn bis Kisil-Arwat (231 km von Michailowsk) fortgeführt und im Juli 1883 eröffnet. Nachdem im Dez. 1883 Merw von den Russen besetzt worden, konnte der Weiterbau der Bahn bis Merw und darüber hinaus bis zum Amu-darja ins Auge gefaßt werden. Im März 1885 entstandene Verwicklungen mit Afghanistan beschleunigten den Beginn des Baues, der bereits 20. Mai 1885 angeordnet wurde. Für die durch die Weiterführung gesteigerte Bedeutung der Bahn und den zu erwartenden größern Verkehr erschien die bisherige Anfangsstation Michailowsk, wo die großen Dampfer wegen der Seichtigkeit des Wassers nicht anfahren können, nicht mehr geeignet. Es wurde daher die Bahn noch um 27 km nach Westen bis Usunada (Lange Insel) verlängert und daselbst ein Hafen angelegt. Die neue Anfangsstation und der Hafen wurden 6. Mai 1886 eröffnet. Der Weiterbau der Bahn nach Osten wurde mit größtem Eifer betrieben. Schon 7. Juli 1886 wurde die Strecke bis Merw (820 km vom Meere) eröffnet und bereits 13. Dez. 1886 waren 1050 km bis zur Stadt Tschardschui im Betrieb. Am 27. Mai 1888 fand die Eröffnung der Bahn in ihrer ganzen Ausdehnung bis Samarkand statt. Bei Tschardschui überschreitet die Bahn den sich in mehrere Arme spaltenden Amu-darja auf einer hölzernen Brücke (4 km). Die Länge der Brücke über den Hauptarm beträgt 1708 m, über den ersten Nebenarm 175 m, über den zweiten 124 m, und über den dritten 64 m; die einzelnen Brückenteile sind durch Dämme verbunden. Der Bau der T. E., welche die russ. Normalspur (1,524 m) hat, ist unter der Oberleitung des russ. Generalstabs ausgeführt; der Betrieb wird gleichfalls von der Militärbehörde geführt. Die außerordentliche Schnelligkeit, mit der der Bau ↔ bewirkt wurde (in drei Jahren wurden über 1100 km fertiggestellt), bedingte besondere Einrichtungen. Das militär. Personal bestand aus einem Eisenbahnbataillon von 1018 Mann einschließlich 16 Offiziere; außerdem wurden gegen 30000 gemietete Arbeiter beschäftigt. Die Soldaten des Eisenbahnbataillons befanden sich in einem als Kaserne eingerichteten Zuge von 34 bis 45 zum Teil zweistöckigen Wagen, die neben den Aufenthalts- und Schlafräumen für Offiziere und Mannschaften Arbeitsräume, Lazaretträume u.s.w. enthielten. Der Bau der Bahn war auf 43 Mill. Rubel, d. i. 32000 Rubel für die Werst (1,067 km), veranschlagt. Am 27. Okt. 1896 wurde die etwa 135 km lange Zweigbahn von der Station Akhtscha-Kuina nach Krasnowodsk, dem besten Hafen an der Ostküste des Kaspischen Meeres, eröffnet; Krasnowodsk ist damit der westl. Ausgangspunkt der Bahn geworden, da die Station Usun-ada eingehen wird. Die östl. Fortsetzung der T. E. bis Andidschan (550 km) befindet sich (1897) im Bau, auch ist eine Abzweigung von Taschkent zum Anschluß an das europ. Eisenbahnnetz in Orenburg geplant. – Vgl. Transkaspien und seine Eisenbahnen (nach Akten des Erbauers Generallieutenant M. von Annenkow, bearbeitet vom Staatsrat Heyfelder, Hannov. 1887); Archiv für Eisenbahnwesen (1888, 1897).

Transkaukasien, s. Kaukasien.

Transkaukasische Eisenbahn, s. Russische Eisenbahnen.

Transkeidistrikt, Distrikt in der Ostprovinz der brit. Kapkolonie, mit 6609 qkm und (1891) 153532 E., darunter 1021 Weiße, liegt im S. von Tembuland zwischen Bashee- und Groß-Kei-River und ist von Fingo (s. d.) bewohnt.

Transkeiterritorium, s. Kaffern.

Translateur (frz., spr. -töhr) oder Translātor (lat.), Übersetzer, besonders vereidigter Übersetzer von amtlichen Schriftstücken.

Translation (lat.), Übertragung; im Rechtswesen die Übertragung eines Rechts auf einen andern. T. des Vermächtnisses, s. Ademtion.

Translātor (lat.), s. Translateur und Elektrische Telegraphen B, 6.

Transleithanĭen oder transleithanischer Teil (die Reichshälfte jenseit der Leitha, des Grenzflusses zwischen Österreich und Ungarn), seit dem Ausgleich von 1867 im Gegensatz zu Cisleithanien (s. d.) der zwar nicht offizielle, aber doch sonst allgemein gebräuchliche Gesamtname für die Länder der ungarischen Krone (Ungarn im weitern Sinne). T. bildet den südöstl. (größern, aber weniger bevölkerten) Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (s. d.) und umfaßt:

  • 1) das Königreich Ungarn (s. d.) mit dem ehemaligen, jetzt einverleibten Großfürstentum Siebenbürgen (s. d.),
  • 2) die Freie Hafenstadt Fiume (s. d.) mit Gebiet und
  • 3) das Königreich Kroatien und Slawonien (s. d.) einschließlich der ehemaligen, jetzt einverleibten Militärgrenze.

(S. die Karten: Ungarn und Galizien, sowie Bosnien u.s.w.)

Der Nationalität nach verteilen sich (1890) die Bewohner von T. folgendermaßen:

Einw.KroatenRömisch-Griech.-
LänderqkmohneUngarnDeutscheRu-undKatho-Orien-Evange-Israe-
MilitärmänenSerbenlischetalischelischeliten
Ungarn und Siebenbürgen279749,6815133494735687419885892589066678747723921220647153393152707472
Fiume, Stadt und Gebiet19,75294941062198858913379428483145323489
Kroatien und Slawonien42535,2524864106879419885892826192171915530755669833615117261
Transleithanien322304,68173493987426730198858925919052604260882077026318433429626725222