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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trèfle - Treiben

die Mitte des Trefferbildes. - Vgl. Rohne, Schießlehre für die Feldartillerie (Berl. 1895); ders., Schießlehre für Infanterie (ebd. 1896.)

Trèfle (frz., spr. träfl), Klee, Kleeblatt; eine Farbe der franz. Spielkarte, deutsch Treff (Eicheln).

Trefort (spr. -fohr), August, ungar. Staatsmann und Publizist, geb. 1817 zu Homonna, studierte in Pest die Rechte und trat 1837 bei der ungar. Hofkammer in den Staatsdienst, verließ ihn jedoch bald wieder, um sich ausschließlich nationalökonomischen, polit. und histor. Studien zu widmen. Mit Baron Joseph Eötvös und Lad. Szalay verband er sich 1840 zur Herausgabe der Zeitschrift "Budapesti Szemle" ("Budapester Revue"); 1844 trat er in die Redaktion des Kossuthschen "Pesti Hirlap" ein und wurde einer der eifrigsten Vertreter der Reformprincipien. Seit 1843 gehörte T. auch dem Landtage an. 1848 übernahm er im neuen Ministerium für Ackerbau, Industrie und Handel die Stelle eines Unterstaatssekretärs, die er beim Ausbruch der Revolution niederlegte. 1860 wurde er zum Vicegespan des Békeser Komitats erwählt und seit 1861 war er Mitglied des Reichstags. 1872 übernahm er das Portefeuille eines Ministers für Kultus und Unterricht, das er bis zu seinem Tode (22. Aug. 1888) bekleidete. In Budapest wurde ihm ein Denkmal errichtet. Seine gesammelten "Reden und Studien" sind (Lpz. 1883) auch in deutscher Sprache erschienen; dann folgten "Essays und Denkreden" (ebd. 1887). T. gehörte seit 1841 der Ungarischen Akademie an, zu deren Präsidenten er 1885 erwählt wurde. - Vgl. Schwicker, Zehn Jahre Unterrichtsminister (in der "Ungar. Revue", Budap. 1883).

Trehalose, s. Mykose.

Treibanker, s. Anker.

Treibbeete, soviel wie Mistbeete (s. d.).

Treibbuhnen, s. Buhne.

Treibeis, auch Trift- oder Drifteis genannt, die im Meer treibenden Eismassen. Teils entstammen sie den arktischen und antarktischen Gletschern, die ihre Eismassen direkt in das Wasser der Fjorde schieben, teils gefriert das Meerwasser selbst zu Schollen und Flarden. Jene Massen bilden die eigentlichen Eisberge (s. d.). Die Schollen werden wesentlich durch den Wind getrieben, zusammengeschoben und aufgestaut und bilden so das Packeis und die Eisfelder, womit der größte Teil der Polarmeere fortwährend bedeckt ist. Die Ausbreitung des T. von den Polarmeeren nach niedrigern Breiten zu ist von den Meeresströmungen und vorherrschenden Windrichtungen abhängig und deshalb in verschiedenen Jahren sehr verschieden; bisher ist es nur auf statist. Wege nach zahlreichen Beobachtungen möglich gewesen, mittlere Grenzen zu bestimmen, innerhalb welcher der Seefahrer auf die besondere Gefahr des Vorkommens von T. rechnen muß. Die äquatorialen Treibeisgrenzen finden sich auf allen Seekarten, in vielbefahrenen Gewässern für die einzelnen Jahreszeiten gesondert, verzeichnet. Im Atlantischen Ocean (s. die Karte: Meeresströmungen und Karte der Nordpolarländer) hält der Golfstrom einen großen Teil des nördl. Gebietes vom T. frei; echtes arktisches T. ist noch nie ostwärts vom Golfstrom angetroffen worden. Nur die Region südlich von den Neufundlandbänken, wo ihm der eisbeladene Labradorstrom in die Flanke fällt, ist reich an solchem. Hier werden Eisberge und Schollen häufig im Frühling und Sommer von den Schiffen angetroffen. Südlicher als 40° Nordbreite kommen Eisberge nur selten vor, die äußerste Grenze, bis zu der besonders massige Berge vorgedrungen sind, liegt auf 37½° Nordbreite. Hauptgebiet der nördl. Treibeismassen bleibt somit das Nordmeer östlich von Spitzbergen, das Beringmeer, dessen T. höchstens bis 55° Nordbreite in den Stillen Ocean vordringt, die Davisstraße und der Labradorstrom. Auf der südl. Halbkugel (s. Karte der Südpolarländer, beim Artikel Südpolarländer) ist die Treibeisbildung eine auffällig unregelmäßige. Die kolossalen tafelförmigen treibenden Eisinseln dringen hier in den sog. Eisjahren bis auf 35° Südbreite, in Sicht des Kaps der Guten Hoffnung vor, halten sich allerdings bei Kap Hoorn auf 56° Südbreite; jedenfalls ist in allen Jahreszeiten auf den Segelrouten um diese Kaps und im südl. Indischen Ocean auf der Route der "strammen Westwinde" nach Australien die Gefahr vorhanden, auf T. zu stoßen. Im Stillen Ocean ist T. zwischen 45 und 50° Südbreite fast in allen Längen, am häufigsten zwischen 150 und 110° westl. Länge zu treffen. Südöstlich von Neuseeland geht das T. am weitesten nach Norden; im Westen von Kap Hoorn wird ebenfalls oft T. getroffen.

Die Annäherung von T. kündigt sich dem aufmerksamen Seemann schon auf größere Entfernungen durch schnelle Temperaturabnahme der Meeresoberfläche an. Im Golfstrom an der Neufundlandbank können diese Sprünge in der Wasserwärme auf 20-30 Seemeilen Entfernung 14-15° C. betragen. Zum Besten der Schiffahrt werden von dem Hydrographischen Amt der Vereinigten Staaten von Amerika monatlich und von der deutschen Seewarte (s. d.) vierteljährlich Eiskarten der Neufundlandbank veröffentlicht; außerdem warnen die nahe der Neufundlandbank passierenden Schiffe sich gegenseitig mit Hilfe eines besondern Eissignalsystems, indem sie sich die Position (geogr. Länge und Breite) der etwa angetroffenen Eisberge mitteilen.

Treibel, s. Lammfelle.

Treiben der Pflanzen, ein Verfahren, Pflanzen in Gewächshäusern oder Mistbeeten durch Anwendung künstlicher Wärme zu einer um Monate frühern Vegetation zu nötigen, wird nur dann angewendet, wenn es einen Ertrag abwirft, der die aufgewendeten Mühen und Geldopfer aufwiegt. Man unterscheidet Gemüse-, Blumen- und Obsttreiberei. Gemüse, das im zeitigen Frühjahr geerntet werden soll, wird in Ende Januar angelegten Treib- oder Mistbeeten (s. d.) getrieben. Es eignen sich hierzu besonders: Salat, Radieschen, Gurken, Bohnen, Kohlrabi, Blumenkohl und Melonen. Blumentreiberei wird zur Erzielung von Blütenpflanzen für den Winter betrieben, wozu Hyacinthen, Maiblumen, Tulpen, Narcissen, Scilla, Crocus u. a. wie auch eine ganze Reihe Blütensträucher (Rosen, Flieder, Prunus, Deutzien u. s. w.) benutzt werden. Das T. dieser Pflanzen geschieht in warmen feuchten Gewächshäusern mit oder ohne Anwendung von Bodenwärme, das der Blumenzwiebeln oft auch in warmen Zimmern. Zur Obsttreiberei werden entweder die betreffenden Obstgehölze in eigens zu diesem Zweck gebauten Gewächshäusern dauernd angepflanzt, oder es werden in Gefäßen kultivierte Obstgewächse zum T. benutzt. Am häufigsten werden getrieben: Wein, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und Erdbeeren.

Treiben des Bleches, die Erzeugung körperlich hervortretender Gebilde (Buckel, Blätter, Ranken, Figuren auf einer ebenen oder gekrümmten