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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trunk-Eisenbahuen - Truthuhn

Trunk-Eisenbahnen (engl. trunk lines, spr. trönk leins), die großen Eisenbahnnetze in den Vereinigten Staaten von Amerika, die wichtige Verkehrsmittelpunkte verbinden; insbesondere die fünf Eisenbahnen, die den Verkehr zwischen den atlantischen Häfen Neuyork, Philadelphia, Baltimore, Boston und Portland (Maine) und den Stapelplätzen an den großen Seen und in deren Umgebung (Chicago, Milwaukee, Detroit, Toledo u. s. w.) vermitteln. Es sind dies die Neuyork-Central- und Hudson-River-Eisenbahn, die Neuyork-Lake Erie- und Western-Eisenbahn, die Baltimore- und Ohio-Eisenbahn, die Pennsylvania-Eisenbahn und die Grand Trunk-Eisenbahn von Canada. Diese Bahnen haben im Beginn der siebziger und dann wieder im Beginn der achtziger Jahre die heftigsten Tarifkämpfe miteinander gehabt, sind aber seit 1885 zu einem großen Verbande, dem Trunk Line Pool, seit Erlaß des Bundesverkehrsgesetzes (s. Interstate Commerce Act) Trunk Line Association genannt, vereinigt, dem auch die kleinern zwischenliegenden Bahnen beigetreten sind. Der Verband hat unter anderm eine gemeinsame Güterklassifikation mit im wesentlichen übereinstimmenden Sätzen. Die Länge der zu diesem Verbande vereinigten Eisenbahnen beträgt zur Zeit rund 80 000 km mit ungefähr 11 000 Stationen.

Trunkenheit, s. Alkoholismus; T. als Strafausschließungsgrund, s. Zurechnung.

Trunkfälligkeit, s. Alkoholismus.

Trunk lines, s. Trunk-Eisenbahnen.

Trunkmaschine, s. Dampfschiff.

Trunksucht, s. Bd. 17 und Alkoholismus (Bd. 1).

Trunksuchtsmittel, s. Geheimmittel.

Trüong, Längenmaß in Annam, s. Düong.

Trupiale, Vogelfamilie, s. Stärlinge.

Truppen, die Teile jeder militärisch organisierten und gegliederten Streitmacht, vorzugsweise die fechtenden Teile derselben. Die Vereinigung der einzelnen zu einer organischen Einheit wird als Truppenkörper oder Truppenteil bezeichnet, z. B. die Compagnie, das Bataillon, das Regiment u. s. w. Truppengattungen werden nach der Art ihres Auftretens (Fußtruppen, berittene T.), nach ihrer Bewaffnung mit Gewehr und Geschütz (Infanterie, Artillerie) und nach ihrem Zweck (fechtende, technische T.) unterschieden.

Truppengeneralstab, s. Generalstab.

Truppenlehre, s. Taktik.

Truppenoffizier, s. Offizier (Bd. 17).

Truppenteil, s. Truppen.

Truppentransporte oder Militärtransporte, die Beförderung von Truppen mit zugehörigem Kriegsmaterial mittels der Eisenbahn und auf dem Wasserwege. Man unterscheidet Friedens- und Kriegstransporte. Die erstern werden im Frieden, ohne Störung des öffentlichen Verkehrs, ausgeführt und umfassen Manöver-, Reservisten-, Rekrutentransporte u. s. w. Ihre Regelung erfolgt in Deutschland nach den Vorschriften der Militärtransportordnung (s. d. und Friedensleistungen). Bei den Kriegstransporten unterscheidet man Mobilmachungs- und Aufmarschtransporte. Bei ihrer Ausführung ist der öffentliche Verkehr in der Regel gänzlich aufgehoben. Für die Ausführung größerer T. sind umfassende eisenbahnmilitär. Maßnahmen notwendig, welche an den wichtigsten Linien und Punkten bereits im Frieden zum Teil vorbereitet sind (z. B. Erbauung großer Rampen zum Ein- und Ausladen). - Truppenverschiebungen von einem Kriegstheater auf das andere sind daher eine der schwierigsten Aufgaben des Eisenbahnbetriebes. T. auf dem Wasserwege sind sowohl auf Flüssen wie zur See nur in beschränktem Maße ausführbar.

Truppenübungen, die Übungen der Truppen im Gelände (s. Felddienst), besonders das Manöver (s. d).

Truppenübungsplätze, s. Lager.

Trupps, in der Forstwirtschaft, s. Bestand.

Truro, Municipalborough, die wichtigste Stadt der engl. Grafschaft Cornwall, am nördlichsten Ende des Falmouth-Hafens, Station der Linien Exeter-Penzance und T.-Falmouth der Great-Westernbahn, hat (1891) 11 131 E., ein Museum (Vögel, Mineralien und Altertümer), eine Bergbauschule, anglikan. Seminar, Stadthaus und Krankenhaus; Papiermühlen, Eisengießerei, Zinnschmelzöfen, Teppichmanufaktur, Porzellanfabriken und bedeutenden Zinnhandel. T. ist Bischofssitz.

Trüsche, Fischart, s. Aalraupe.

Trusenthal, s. Brotterode.

Trust (engl., spr. trößt), eine besondere Art von Kartellen der großen Unternehmungen in den Vereinigten Staaten von Amerika, in der Form, daß zwar die beteiligten Unternehmungen ihre bisherige Verwaltungseinrichtung behalten, ihr Aktienbesitz aber gegen "Certifikate" an den T. übergeht, der durch seine Vertrauensmänner, die Trustees, die vereinigten Unternehmen beaufsichtigen und deren Leitung beeinflussen läßt. Zinsen und Gewinn der einzelnen Etablissements sind an den T. auszuliefern, der dieselben nach Abzug seiner Kosten an die Betriebe verteilt. Ein drastisches Beispiel für diese Form der Kartellierung ist die Standard-Oil-Company (s. Petroleum). In ähnlicher Weise haben sich auch in England (etwa seit 1888) Trustgesellschaften (T. Companies, Investment-Trusts) gebildet, welche eine Zusammenlegung von Kapital in Wertpapieren aller Art bewirken und dafür ihre eigenen Aktien oder Obligationen ausgeben. Der Grundgedanke war, durch Verschmelzung eine Ausgleichung des Zinsfußes und für die Kapitalisten eine gleichmäßigere Rente herbeizuführen. Vielfach aber sind diese Gesellschaften der Agiotage verfallen und haben das Vertrauen des Publikums verloren, zumal wo sie sich als Ringbildungen zur Ausschließung von Konkurrenz und zur Ausbeutung des Publikums erwiesen haben. Auch in Deutschland und Österreich kommen Trustgesellschaften (z. B. Eisenbahnbanken) vor. (S. Kartell.) - Vgl. Aschrott, Die amerikanischen T. als Weiterbildung der Unternehmerverbände (Tüb.1889).

Trustee (engl., spr. trößtíh), Beglaubigter, Vertrauter, Bevollmächtigter, Pfleger, s. Trust.

Truthahn, das männliche Truthuhn (s. d.).

Truthahngeier (Catharista aura L.), ein zu den Hühnergeiern gehöriger, rabengroßer, schwarzer Vogel mit rotem Kopf aus dem wärmern Amerika, der neben dem Rabengeier als geschätzter Reiniger der Straßen gehegt wird. In europ. Tiergärten nicht selten und ausdauernd. Preis etwa 100 M. für das Exemplar.

Truthuhn (Meleagrinae), auch Puter oder kalikutisches Huhn, in Frankreich indisches (Indian) und in England türkisches Huhn genannt, eine aus einer Gattung und drei Arten bestehende Unterfamilie der Fasanvögel (s. d.), die das südl. Nordamerika, von den mittlern Vereinigten Staaten bis Guatemala bewohnt (s. Karte: Tiergeographie I). Es sind sehr schöne Tiere, namentlich