Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

85
Unguentum - Uniform
vnFNbntunz (lat.), Salbe. Ofsizinell sind: II. !
llciäi I>0i ici, Borsalbe (s. d.); II. d^8i1ic!um, Königs' !
salbe (s. d.); II. ('initlmi-ilwm, Spanischfliegenfalbe >
is. d.>; II. c^ienm, Wachssalbe (s. d.); II. ^6i'U88ao, !
Bleiweihfalbe ss. d.); II. (^"ru88Ä6 c^mpdoi-Htum, "
kampferhaltige Bleiweißsalbe; II. äiacnvion, Blei- !
pflastersalbe (s. Hebrasche Salbe); II. ^ckiini, !
Glycerinsalbe (s. d.); II. N^drai-^i-i aldum, weiße !
Quecksilbersalbe (s. d.); II. Ii^llilli-ßvii cinci-^um l
^l. nollpoliuuniin), grane Qnecksilbersalbe; II. II v- !
cii-ar^vi-j i'ndrnm, rote Quecksilbersalbe; II. Knlü
^0äüti, Kaliumjodidsalbe (s. d.); II. I",N6N8, (solo
Cream (s. d.); II. ?arlMni, Paraffinsalbe (s. d.);
II. ?1nmdi, Bleisalbe (s. d.); II. I^luindi tanni^i
sH. aä äe^uditum), Tannin-Bleisalbe; II. 1<"8-
inarini com^o^tnm, Rosmarinsalbe is. d.); ^.
^iirtari 8tiI>ilNi, Brechwcinsteinfalbe; II. 'leiedin-
tlnnae, Terftentinsalbe (s. d.); II. /^inci, Zinksalbe
ls. d.). Anßerdem sind zu erwähnen: II. äiF68tivnm
(f. Terpentinsalbe); II. N^0i-^nll.6 (f. Vteiranbutter);
II. ^ecli^uloi'nni (f. Läusesalbe); II. ?0pn1i (s. Pap-
vn^is <lat.), der Nagel (s. d.). ^pelsalbe).
UnFÜlas va-noröruln (lat.), Heilmittel, s. ('1i">
I7Q3u1ä.ta., s. Huftiere. ^we.
Unguu, afrik. Landschaft, s. Ngilrn.
Ungvar, slaw. H^oi-oä, Stadt mit geordnetein
Magistrat und Hauptstadt des ungar.^iomitats Ung,
an der Ungh und den Linien Nyiregyhaza-U. il>2 km)
der Ungar. Staatsbahnen und U.-Nagy Berezna
i42 km) der Ungvölgyer Eisenbahn, Sitz der ^omi-
tatsbehörden, einer Finanzdirektion, des griech. Bi-
schofs von Munkäcs und der 2l). Infanteriebrigade,
hat (18W) 11793 meist magyar. E. l 1965 Slo-
waken, 1651 Teutsche, 450 Nuthenen), darnnter
3939 Römisch-, 3111 Griechisch-Katholische, 999
Evangelische und 3738 Israeliten, in Garnison 3 Ba-
taillone des 65. Infanterieregiments "Erzherzog
Ludwig Salvator" und 1 Bataillon des 66.Infan
terieregiments "Ferdinand IV., Großberzog von
Toscana", eine 95 m lange Brücke, eine Kathedrale,
bischofl.Residenz an Stelle des alten festen Schlosses,
bischöfl. Seminar, Staatsobergymnasium, Lehrer-
präparandie, Diöcesan - Waisenanstalt, Mineral-
quellen; Tbonwarenindustrie und Weinbau.
Ungvölgyer (Nngthal-)Bahn, in eigenem
Betriede stehende Lokalbahn fPrivatbahn) von der
Station ilngvnr der Ungar. Staatsbahnen nacb
Nagy Verezna; 43 km lang, 5. Juni und 19. Juli
1894 eröffnet.
Nniäteu, s. Unierte Griechen.
nnieh (Uenie), Stadt im türk.Wilajet Trape-
zunt Kleinasiens, am Schwarzen Meere, in schöner
Gegend, bat 60W E., Türken und Griechen, einen
Hafen; Banmwollweberei, Schiffbau und Handel
mit Bruchsteinen, Holz, Korn, Flachs und dem Eisen
der Umgegend. N. ist das Oenos des Altertums.
Unierte Armenier, s. Armenische Kirche.
Unierte Griechen oder Uniaten, die mit der
röm.-katb. Kirche wiedervereinigten griech. Christen.
Seit der Trennung von Rom, namentlich feit ^W4,
machten die Päpste stets Versuche, die griech. Kircbe
durch eine Union wieder unter ihre BoNnäftigteit zu
bringen. Eine Union aber mnsite auch den grieck.
Kaifern willkommen sein, da durch eine solcbe eine
Hilfe des Abendlandes auch auf polit. Gebiet zu er-
langen war, namentlich dem Andrang der Türken
gegenüber. Sckon Kaifcr Michael VIII. Paläologos
enychloh sich daher zu einer Union, die auf dem
Konzil zu Lyon 1274 auch fanktioniert, aber vom
griech. Volk nicht anerkannt und daher von dem
Nachfolger Michaels, Andronikos II., wieder anfge-
boben wurde. Von der Türkengefahr hart bedrodt,
chloß Kaifer Johannes VIII. Paläologos 1439 auf
dem Ferrara-Florenzer Konzil (s. d.) eine Union ab,
deren Grundsätze noch jetzt für die Vereinigung der
beiden Kirchen gelten. Es waren namentlich die
Anerkennung des päpstl. Primats und der röm.
Lehren vom Fegefener, den Seelenmessen und dem
Ausgehen des Heiligen Geistes vom Vater und
^ Sohn (das sog. I^iliociuk) gegen das Zugeständ-
! nis der Beibehaltung der orient. Kirchengebräuche,
der griech. Sprache beim Gottesdienst, der Priestcr-
ehe und des Laienkelchs. Aber wiederum erklärte
sich das griech. Volk gegen jede Union und wollte
lieber den Türken als dem Papst gehorchen. Die
Eroberung Konstantinopels (1453) brachte die Sache
vorlänsig znm Schweigen. Auch viele im Ausland,
felbst in Italien wohnende Griechen blieben ihrer
Kirche treu. Die großen griech. Kolonien in Vene-
dig und teils auch die in Calabrien sind noch jetzt
nicht znr Union geneigt.
Auch die Unionsverfuche mit der Rufsifchen Kirche
ss. d.) batten wenig Erfolg. Hier begann der röm.
Stuhl feine Tbätigkeit 1204, doch wurden die in die-
! fem Jahre und 1208 von Innocenz III. nach Ruß-
! land gefchickten Legaten abgewiesen. Zwar beteiligte
! sich 1439 der Metropolit von Kiew, Isidor, an der
! Union von Ferrara-Florenz, wurde jedoch nach sei-
! ner Heimkehr vom Großfürsten Waffilij seiner Stel-
^ lung entsetzt. Ebensowenig glückte die Union den
! Gesandten Clemens' VII. 1525 und Gregors XIII.
! 1581; doch vermochten die Römischen ans der
Synode zu Brest 1596 die ruthen. Geistlichkeit zur
Union, und unter den Polen wirkten namentlich die
Jesuiten, die aucb in Rußland und anderwärts in
der Stille einige Erfolge erzielten. Nach der Tei-
lung Polens hatten 'die nnter rusf. Herrschaft kom-
menden Unierten einen fchweren Stand. Schon
Katharina II., namentlich aber Nikolans I. (feit
1839) suchten sie wieder zu bekehren. Tiese und
spätere Bestrebungen waren so erfolgreich, daß jetzt
niemand mehr offen sich zur Union bekennt. In Polen
fristet das unierte Bistum Cholm mit 200000
Unterthanen ein kümmerliches Dafein; 1875 erfolgte
der Rücktritt des größten Teils der Bewohner zur
russ.-griech. Kirche. Die bei der Teilung Polens an
Österreich gekommenen Unierten erfreuen sich seit
Maria Theresia der Duldung. In Österreich-Ungarn
leben jetzt etwa 3 Mill. Unierte, die österreichischen
unter dem Erzbistum Lembcrg und dem Euffra-
ganbistum Przemysl, die ungarifchen unter dem
Metropoliten von Fagaraiz, der in Balazofalva
residiert. Doch hat der griech. Ritus in Österreich
viel von seiner Ursprünglichkeit eingebüßt. - Vgl.
Pichler, Geschichte der kirchlichen Trennung zwischen
dem Orient und Oecident (2 Bde., Münch. 1864-
65); Peles'i, Geschichte der Union der ruthen. Kirche
mit Rom (2 Bde., Wien und Würzb. 1878 - 81).
Unifizieren (neulat.), zu einem Ganzen vereini-
gen, in einer Einheit verschmelzen; Unifikation,
Vereinigung, Verfchmelzung.
Uniform (lat.), einförmig, gleichförmig; als
Hauptwort Bezeichnung für eine Bekleidung, die ge-
wissen Beruföklassen eigen ist (s. Uniformierung und
Bekleidung). Im besondern hieß U. der Frack, den
die Offiziere der preuß. Fnßtruppen von 1^06 bis
1843 als Dienst- und bis 1856 als Gesellschafts-
anzug trugen. Das gleiche Kleidungsstück der Offi-