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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Uvinsa; Uvira; Uvitinsäure; Uvŭla; Uwárow; Uwarowit; Uxbridge; Uxmal; Uxpila; Uz; Uz (Joh. Peter)

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Uvinsa – Uz

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Utzschneider'

infolge einer überaus grundlosen Verdächtigung, er stehe an der Spitze der Umsturzpartei, plötzlich von allen Staatsgeschäften entfernt. Nun errichtete er eine Ledermanufaktur in München und 1804 mit Georg von Reichenbach und Jof. Liebherr ein mechan. Institut, das unter der Firma T. Ertel+Sohn noch blüht. Die von ihm zu Benediktbeuern angelegte Kunstglashütte hatte zunächst für die Fernrohre der astron. und geodätischen Instrumente das nötige Crown- und Flintglas zu liefern, und aus ihr wurde, nachdem U. sich 1809 mit Fraunhofer (s. d.) vereinigt hatte, das optische Institut, welches nachher fast ganz Europa mit astron. Instrumenten versah. 1807 war U. wieder als General-Salinenadministrator und zugleich als Geh. Finanzreferendar in den Staatsdienst getreten. Unter seiner Leitung wurde das auf eine allgemeine Landesvermessung gegründete Grundsteuerkataster in Bayern eingeführt. 1811 wurde er Vorstand der Staatsschulden-Tilgungsanstalt, legte aber 1814 alle seine Stellen im Staatsdienst nieder. 1818–21 war U. erster Bürgermeister in München und gleichzeitig bis zu seinem Tode Landtagsabgeordneter für München. 1827 übernahm er die Vorstandschaft der neu gegründeten Münchener Polytechnischen Zentralschule. Er starb 31. Jan. 1840 in München. – Vgl. Bauernfeind, U. und seine Leistungen auf staats- und volkswirtschaftlichem Gebiet (Münch. 1880).

Uvinsa, Landschaft in Deutsch-Ostafrika, zwischen Unjamwesi und Ujiji am Tanganika, durchströmt von dem Flusse Malagarasi, ist berühmt durch Salzgewinnung und den Salzhandel, welcher sich nach dem südl. Tanganika, nach dem Lualaba (Njangwe) und bis zum Victoria-Njansa erstreckt.

Uvira, ein zum Kongostaat gerechnetes Gebiet am nördl. Westufer des Tanganika, hat viel besuchte Märkte.

Uvitīnsäure, s. Mesitylen.

Uvŭla (lat.), das Zäpfchen (s. d.).

Uwárow, Sergej Semenowitsch, Graf, russ. Staatsmann und Gelehrter, geb. 5. Sept. (25. Aug.) 1780 in Moskau, erhielt seine wissenschaftliche Bildung zum Teil in Göttingen, war seit 1818 Präsident der Akademie der Wissenschaften in Petersburg und 1832–48 russ. Unterrichtsminister. 1846 wurde er in den Grafenstand erhoben und starb 28. (10.) Sept. 1855 in Moskau. Sein Hauptverdienst besteht in der Hebung des höhern Unterrichtswesens in Rußland; er gründete neue Lehranstalten und wissenschaftliche Institute. Infolge seiner Schrift «Projet d'une académie asiatique» (Petersb. 1810) wurde bei der Akademie der Wissenschaften ein Asiatisches Museum und 1823 beim Asiatischen Departement (s. d.) die Orientalische Schule errichtet. U. schrieb ferner «Notice sur Goethe», «Essai sur les mystères d'Eleusis» (Petersb. 1812; 3. Aufl., hg. von Sylvestre de Sacy) und einige andere Schriften über griech. Altertum und Mythologie, die gesammelt sind in «Études de philosophie et de critique» (ebd. 1843; 2. Aufl., Par. 1844). Die «Esquisses politiques et littéraires» (Par. 1848) enthalten zumeist seine in der Akademie gehaltenen Reden.

Sein Sohn Graf Alexej Sergejewitsch U., geb. 1818, ist als Altertumsforscher bedeutend. Gleich nach Beendigung seiner Studien an der Petersburger Universität machte er eine wissenschaftliche Reise nach dem Schwarzen Meer und veröffentlichte darüber «Izdlědovanija o drevnostjach Južnoj Rossii i sěvernago berega Černago Morja» (Petersb. 1852; franz. Ausgabe: ↔ «Recherches sur les antiquités de la Russie méridionale et les côtes de la Mer Noire», Par. 1855–60). Später veranstaltete er Untersuchungen über die Funde in den Kurganen (s. d.) und gründete 1864 die Archäologische Gesellschaft in Moskau. Auch stiftete er den sog. Uwarowschen Preis bei der Akademie der Wissenschaften in Petersburg, bestehend aus der Summe von 3000 Rub., die alljährlich von der Akademie für das beste Werk über russ. Geschichte und das beste Drama aus dem russ. Leben vergeben werden. U. starb 29. Dez. 1884 (10. Jan. 1885) zu Moskau. – Seine Witwe, die Gräfin Praskowja Sergejewna, geborene Fürstin Schtscherbatow, ist ebenfalls Archäologin und Präsidentin der kaiserl. Archäologischen Gesellschaft in Moskau.

Uwarowīt, Varietät des Granats (s. d.).

Uxbridge (spr. öxbriddsch), Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, links an dem zur Themse gehenden Colne, Station der Zweiglinie West-Drayton-U. der Great-Western-Bahn, an der Grenze des Polizeibezirks London, 25 km von Sharing-Croß entfernt, hat (1891) 8206 E.; Mühlen, Mälzereien, große Vieh- und Getreidemärkte.

Uxmal, die bedeutendste Ruinenstadt des alten Yucatan, liegt im westl. Teil des Landes. Das ansehnlichste Gebäude der Stadt wird als «Haus des Gobernadors» bezeichnet. Das Innere ist ähnlich wie bei den Bauwerken von Palenque durch eine Mauer in zwei große schmale Hallen oder Korridore geteilt, die wieder durch Scheidewände in eine Anzahl getrennter Räume oder Zimmer geteilt werden. Die Mauern des Gebäudes sind aus regelmäßig zubehauenen Steinen aufgeführt. Elf Thore führen an der Vorderseite zu den Gemächern des Innern. Ein zweites Gebäude heißt «Haus der Nonnen». Es besteht aus vier Gebäuden, die einen nach den Himmelsrichtungen orientierten Hof umgeben. Die vier Wände, die den Hof umschließen, sind mit einem riesigen Fries geziert, in dem sich die indian. Kunst in ihrer ganzen Größe und Originalität zeigt. Wie diese beiden, so erhebt sich auch ein drittes Gebäude, das «Haus des Zwergs», das aber kleiner ist, auf einem Hügel. Andere Gebäude standen in halber Höhe auf den Absätzen der terrassierten Hügel. – Vgl. Charnay, Les anciennes villes du Nouveau Monde» (Par. 1884).

Uxpila, Hafen der finn. Stadt Gamla Karleby.

Uz, im Alten Testament Name eines Volks, dessen Abstammung und Wohnsitze (Land Uz) verschieden angegeben werden. Einerseits erscheint Uz als rein aramäisch (1 Mos. 10, 23), andererseits als vermischt mit Bewohnern des Landes Edom (1 Mos. 36, 28). Das Land Uz, das als die Heimat Hiobs bezeichnet wird, wird von der Tradition (Hiobskloster bei Schech Sad im Hauran) in das alte Basan oder Batanäa verlegt. Andere suchen Uz näher bei Edom.

Uz, Joh. Peter, Dichter, geb. 3. Okt. 1720 zu Ansbach, studierte seit 1739 zu Halle die Rechte, wo er sich mit Gleim und J. N. Götz befreundete, an dessen Übersetzung des Anakreon (Frankf. und Lpz. 1746) Uz Anteil hatte. 1743 kehrte er nach Ansbach zurück und wurde daselbst 1748 Sekretär bei dem Justizkollegium, welche Stelle er 12 Jahre lang ohne Gehalt bekleidete. 1763 wurde Uz Assessor des kaiserl. Landgerichts des Burggraftums Nürnberg und gemeinschaftlicher Rat des Markgrafen von Ansbach und Kulmbach, 1790 burggräfl. Direktor und, als Ansbach an Preußen fiel, Geh. Justizrat und Land-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 149.