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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Verdunstungsmesser; Verdunstungswärme; Verdunstungszone; Verdursten; Verdy du Vernois; Veredelung

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Verdunstung - Veredelung

Werke Chana und Choisel. Am rechten Ufer besteht die innere Linie aus 7 Forts: Belleville, St. Michel, Souville, Tavanne, Belrupt, Rozellier, Haudainville und einigen Zwischenwerken. Die äußere, an den Ostrand der Côtes vorgeschobene Stellung umfaßt auf 9 km Länge die Forts Vaux, Moulainville, die Werke Hardaumout, Laufée, Eir, Manesel, Chatillon und 11 Batterien; im N. schließt sie sich mit der Stellung Fort Douaumont-Côte de Froide (11 Werke) an die Maas au. Der ganze Umfang mißt 48 km. Den Zwischenraum Verdun-Toul (53 km) schließt die Sperrfortkette Génicourt, Troyon, Les Paroches, Camp des Romains, Liouville, Gironville, Jouy-sous-les-Côtes.

Im Vertrag zu V. (Aug. 843) teilten sich Kaiser Lothar Ⅰ. und seine Brüder Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle in das Fränkische Reich. (S. Deutschland [und Deutsches Reich, Geschichte].) V. selbst kam an Lothringen, 870 mit diesem an Ostfranken und gehörte fortan zum Deutschen Reich. Das Land V. oder Verdunois, früher den Herzögen von Lothringen gehörig, die es durch eigene Grafen regieren ließen, wurde von Balduin, dem Bruder Gottfrieds von Bouillon, den Bischöfen von V. käuflich überlassen, die mit der reichsfreien Stadt V. unablässige Fehden zu führen hatten. Durch den Krieg Heinrichs Ⅱ. mit Karl Ⅴ. kam die Stadt 1552 an Frankreich, wurde aber nebst ihrem Gebiete erst im Westfälischen Frieden mit Metz und Toul abgetreten. Vauban befestigte die Stadt. Am 25. Sept. 1870 wurde V. cerniert und seit 13. Okt. belagert, worauf es 8. Nov. mit 4000 Mann und 136 Geschützen kapitulierte.

Verdunstung, der Übergang einer Flüssigkeit in Dampfform bei jeder beliebigen Temperatur an ihrer Oberfläche (s. Abdampfen, Abdunsten und Flüchtigkeit). Für manche Flüssigkeiten hat man die Temperaturgrenze gefunden, unterhalb deren sie nicht noch weiter verdunsten; so liegt beispielsweise die Verdunstungsgrenze des Quecksilbers bei -6° C., die der Schwefelsäure bei der gewöhnlichen Lufttemperatur. Temperaturerhöhung vermehrt die Flüchtigkeit einer Flüssigkeit. Die V., die hierbei an der Oberfläche der Flüssigkeit vor sich geht, beginnt bei einem bestimmten Wärmegrade auch im Innern, und man sagt alsdann, die Flüssigkeit siedet. (S. Sieden.) Die V. des Wassers an der Erdoberfläche ist für verschiedene Fragen der Land- und Forstwirtschaft von großer Wichtigkeit. Die von der Luft aufgenommenen Wasserdampfmengen sind unter sonst gleichen Umständen von der Beschaffenheit der Erdoberfläche abhängig; sie werden über feuchten Wiesen größer sein als dort, wo das feuchte Erdreich durch eine harte, trockne Rinde vor V. geschützt ist. Die Gesetze dieser V. sind noch nicht genügend ermittelt worden. Die im Verdunstungsmesser (s. d.) gemessenen Verdunstungsmengen sind zunächst kein Maß für die Dampfmengen, die der Luft zugeführt werden, da im Verdunstungsmesser die V. unter ganz andern Verhältnissen stattfindet als an der Erdoberfläche.

Verdunstungsmesser, Atmometer, Atmidometer, Evaporimeter, Instrument zur Bestimmung der Größe der Verdunstung des Wassers an verschiedenen Stellen der Erdoberfläche. Beim Wildschen V. ruht eine Schale von einem Quadratdecimeter Querschnitt auf einer Zeigerwage. Der Gradbogen, vor dem der Zeiger spielt, ist so geteilt, daß man sofort die Höhe der verdunsteten Wasserschicht ablesen kann. Man füllt also das Gefäß, bis der Zeiger auf 0 steht, und kann dann zu jeder beliebigen Zeit nachher auf einen Blick die bis zu diesem Augenblick verdunstete Wassermenge bestimmen. Wie die vom V. gelieferten Zahlen für die Frage zu verwerten sind, wieviel Wasser an dem betreffenden Orte von der Erdoberfläche an die Luft abgegeben worden ist, hat man noch nicht feststellen können (s. Verdunstung).

Verdunstungswärme, die latente Wärmemenge, welche zum Verdunsten der Flüssigkeiten verbraucht wird.

Verdunstungszone, s. Bd. 17.

Verdursten, s. Durst.

Verdy du Vernois (spr. wärrdi dü wärrnŏá), Julius von, preuß. General der Infanterie, geb. 19. Juli 1832 zu Freistadt in Schlesien, trat 1850 aus dem Kadettenkorps als Offizier in das 14. Infanterieregiment, dessen Geschichte er bearbeitete (Bromb. 1860), war 1863‒65 in Warschau beim Stabe des russ. Oberbefehlshabers und wurde 1866 Major. Den Feldzug in Böhmen machte er im Generalstabe des Oberkommandos der Zweiten Armee mit, den Krieg gegen Frankreich als Abteilungschef im Großen Generalstabe, in dem er nach dem Friedensschlusse verblieb, während er gleichzeitig (1867‒72) als Lehrer an der Kriegsakademie fungierte. Nachdem er 1876 zum Generalmajor befördert war, wurde V. 1879 Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium, 1881 Generallieutenant und 1883 Commandeur der 1. Division zu Königsberg i. Pr., 1887 Gouverneur von Straßburg i. E., 1888 General der Infanterie und im April 1889 Kriegsminister. Bei der Verteidigung der Militärvorlage im Sommer 1890 machte seine Angabe, daß die Militärverwaltung die praktische Durchführung der Scharnhorstschen Idee der allgemeinen Wehrpflicht allmählich zur Verwirklichung bringen müßte, allgemeines Aufsehen. Bald darauf, 6. Okt., trat er zurück. V. ist einer der hervorragendsten deutschen Militärschriftsteller. Die Universität Königsberg promovierte ihn 1894 zum Doctor philosophiae h. c. Er schrieb: «Die Teilnahme der 2. Armee am Feldzuge 1866» (anonym, Berl. 1866), «Studien über Truppenführung» (ebd. 1873‒83), «Kriegsgeschichtliche Studien nach der applikatorischen Methode» (ebd. 1876), «Beitrag zum Kriegsspiel» (ebd. 1876; 2. Aufl. 1881), «Beitrag zu den Kavallerie-Übungsreisen» (ebd. 1876), «Über praktische Felddienstaufgaben» (ebd. 1887; 6. Aufl. 1890), «Studien über Felddienst» (ebd. 1887; 2. Aufl. 1895), «Studien über den Krieg» (3 Hefte, ebd. 1891 u. 1892; Tl. 2, Heft 1, ebd. 1896), «Im Großen Hauptquartier 1870/71. Persönliche Erinnerungen» (ebd. 1895). V. hat durch die Studien über Truppenführung die applikatorische Lehrmethode zuerst auf die Kriegführung angewendet und ist auch der intellektuelle Urheber der Kavallerie-Übungsreisen und der systematischen Ausbildung höherer Truppenführer für den Festungskrieg. Ein von ihm verfaßtes Trauerspiel «Alarich» wurde 1894 in Straßburg aufgeführt.

Veredelung, Inokulation, Impfung, die Übertragung einer Knospe (Auge) oder eines Zweigs (Edelreis, s. d.) einer edlern Pflanze auf einen weniger edeln Stamm (Grundstamm, Wildling) dergestalt, daß eine bleibende innige Vereinigung beider miteinander erfolgt. Dies Ziel wird um so sicherer erreicht, je näher beide Teile einander verwandt sind, je schneller die V. ausgeführt wird, je dichter die