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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Verlagsanstalt, Nationale - Verlagsrecht
Unternehmungen sind: Stegmanns "Architektur der
Renaissance in Toscana" (Preis etwa 1500 M.),
Brunns "Denkmäler gricch. und röm. Skulptur"
(1600 M.), Vodes "Denkmäler der Renaissance-
skulptur Toscanas" (1600 M.) u. a. Ferner sind
bemerkenswert: das^Verk Zldolf Vcenzels (660 M.),
^enbachs "Zeitgenössische Bildnisse", "Fritz-August-
von-Kaulbach-Wert", Galerien deutscher Dichter,
oeutscker Tondichtern, s. w., das "Allgemein-Histor.
Porträtwerk", der "Klassische Bilderschatz" (1889 fg.),
die Zeitschrift "Kunst für Alle" (1885 fg.), endlich
uDer klassische Skulptilrenschatz" (1896 fg.), im Buch-
verlag Eempers "Der Stil", Brunns "Griech. Kunst-
geschichte" (1893), mehrere illustrierte Geschichts-
werte u. a. Die technische Abteilung vereinigt alle
modernen Reproduktions- und Druckverfahren und
bat 150 beschäftigte Personen. Das Aktienkapital
beträgt 800000 M. Direktoren sind: der Sohn des
Begründers Hugo Bruckmann (geb. 13.Okt. 1803
in Müncken) und F. Schwartz (geb. 23. Aug. 1850
in Gentbin). sIosepb.
Verlagsanstalt, Nationale, s Manz, Georg
Verlagsbuchhandel,derjenigeZweigdesBuch-
bandels, welcher sich mit dem Ankauf und mit der
Vervielfältigung litterar, und künstlerischer Erzeug-
nisse beschäftigt. Der Verlagsbu ch b ändler oder
Verleger erwirbt das Eigentum eines Manuskripts
vom Verfafser oder dessen Erben, denen ein Ur-
heberrecht (s. d.) auch nach dem Tode des Verfassers
zusteht, und verpflichtet sich, das Manuskript zu
vervielfältigen und durch den Vertrieb im Buch-
bandel dem Publikum zugänglich zu machen. In
den meisten Fällen wird ein Verlagsvertrag lf. d.)
abgeschlossen, worin die Höhe der Auflage und das
zu zahlende Honorar, wohl auch die Art der Aus-
stattung und der Termin des Erscheinens festgesetzt
ist und worin zugleich bestimmt wird, ob und unter
welchen Bedingungen dein Verleger das Verlags-
recht auch sür etwaige folgende Auflagen verbleibt.
Den Erfolg und die Rentabilität eines Verlagsuuter-
nehmens im voraus auch nur annähernd zu bestim-
men, ist böchst schwierig. Denn wenn auch der Wert
des Buckes und der Name des Verfassers von großer
Bedeutung sind, so ist der Absatz dock auch von an-
dern, oft unberechenbaren Faktoren abbangig. Da-
bin gehören die Beziehungen, welche Verfasser und
Verleger haben, die Unterstützung, welche das neue
Werk bei Facbgcnossen und der Presse findet, der
Zeitpunkt des Erscheinens, die Art und Weise der
Ausstattung, der Verkaufspreis, die gröftere oder
geringere Konkurrenz und endlich der oft wechselnde
Geschmack des Publikums. Es wird dcsbalb bäufig
das dem Verfasser zu zahlende Honorar vom Absatz
abbangig gemacht, oder es lassen Verfasser, gelehrte
Gesellschaften und Akademien Werke auf eigene Kosten
drucken und geben dann diefe einem Verleger gegen
bestimmte Prozente zum buchhändleriscken Ver-
trieb (Kommissionsverlag). Einzelne Autoren
nehmen wohl auch ihre auf eigene Kosten hergestellten
Werke in Selbstverlag und besorgen den Vertrieb
ohne Vermittelung eines Verlegers.
Über die allmähliche Entwicklung des V. und
seinen Geschäftsgang s. Buchhandel, Kolportage,
Kommissionsbuckhandel und Sortimentsbuchban-
del; über den Betrieb des Kunst- und Musikalien-
verlags s. Kunsthandcl und Musikalienhandcl.
Von den 189? im Gebiet des Vörscuvereins eri-
snercnvcn 8609 buchbändlerischen Firmen beschäf-
tigen sich 199-1 nur mit V. (davon 201 mit Verlag
Brockhaus' Konversations-Lcxikou. 14. Auf!.. XVI.
! von Kolportagewerken), 275 mit Kunstverlag, 319
! mit Musikalienverlag; doch befinden sich unter den
^ zahlreichen Sortimentshandlungen auch viele, die
> ebenfalls Verlag besitzen.
! Einen Überblick über die Entwicklung der Bücher-
Produktion des deutschen V. einschließlich Österreichs
und der Schweiz geben folgende Ziffern. Die Zahl
der erschienenen Werke betrug: 1564: 256,1600:
832, 1700: 591, 1764: 1344, 1800: 3906,1870:
10108, 1880: 14941, 1885: 16305,1890: 18 875,
1891:21279, 1892: 22435, 1893:22946, 1894.'
22 570, 1895: 23607, 1896: 23339.
Verlagskatalog, ein Verzeichnis der von einem
Buchhändler veröffentlichten Werke. In den ersten
feiten nach Erfindung der Buchdruckerkunst bilde-
ten öffentlich angeschlagene, zum Teil auch in die
Exemplare eingefügte gedruckte Verzeichnisse der von
den Druckern durch Reisediener vertriebenen Werke
die ersten V. Von solchen Bücheranzeigen haben sick
aus dem 15. Jahrh, noch zwanzig und einige, meist
Einblattdrucke, erbalten, die älteste von Joh. Men-
telin in Straybnrg um 1469 !vgl. Wilh. Meyer im
Centralblatt sürBibliothekswesen,1885, S.437fg.).
Im Laufe der Zeit wurden die V., und zwar in Buck-
form, häusig, aber sie waren beschränkt auf firmen
von ausgedehntem Verlag, wie die Aldi, Giunti,
Stepbani, Blaeu, Elzevier u. s. w., wäbrend die
aufkommenden Mesitataloge (s. d.) für das Bekannt-
werden der Druckwerke im allgemeinen sorgten.
Neben den aus diesen entwickelten allgemeinen
Bibliographien bebaupten die V. der einzelnen
(gröftern) firmen ibren Wert als Vertriebsmittel
sowie als Material sür die Geschichte des Buckban-
dels und der Litteratur. Eine Zusammenfassung
der V. aller nock bestehenden Firmen Deutschlands
bietet Adolf Russells "Gesamtverlagskatalog des
deutscken Buchbandels und des mit ihm im direk-
ten Verkehr stehenden Auslandes" (17 Bde. in
29 Abteil., Münst. 1882-94).
Verlagsordnung für den deutscheu Buch-
band el, ein vom Börsenverein (s. d.) der Deutschen
Buchhändler 30. April 1l-<93 beschlossenes Statut,
dessen Bestimmungen den Verlegern zur Benutzung
als Grundlage zu Verlagsverträgen mit den Ver-
fassern litterar, sowie musikalischer Werke empfohlen
wird. Die V. wurde auch der Regicruug überwiesen
zur Berücksicktigung bei einer reichsgesetzlichen Rege-
lung des Verlagsrechts.
Verlagsrecht sengl. cop^risslit), das Recht, ein
litterar, oder artistisches Werk mechanisch zu verviel-
fältigen und die bcrgestellten Exemplare gewerblich
zu vertreiben. Von V. spricht man namentlich be-
züglich der Druck- und der ihnen gleichstehenden
Werte. Ist der Verleger zugleich der Urheber (sog.
Selbstverlag), so fällt V. und Urheberrecht (s. d.) zu-
sammen. Sonst hat der Verleger ein vom Urheber
abgeleitetes Recht, dessen Inhalt sich aufter dem
Schutz gegen Nachdruck nach dem Verlagsvertrage
(s. d.) richtet. Hat der Verleger, insonderheit der
Buckbändler, die Ausarbeitung eines Werkes nack
einer von ihm gefaßten Idee dem Schriftsteller zu-
erst übertragen und dieser die Ausführung obne
besondern Vorbebalt übernommen, oder bat der
Buchbändler mehrere Verfasser zur Aussübrung
einer solchen Idee als Mitarbeiter angestellt, so ge-
bührt dem Vuchbändler nach Preuß. Landr. 1, l l,
^8.1021,1022 das volle V. Ahnliche Bestimmun-
gen baben das t^sterr. Bürgcrl. Gcsetzb. H. 1170 und
das Schweizer ^bligationenrecht Art. 391. Giebc
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