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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Vig. – Vigilius

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Vieweg & Sohn, Friedr.'

wichtige Werke erweiterte. Nach dessen Tode ging das Geschäft über an seine Witwe Helene , geborene Brockhaus, und an beider Tochter Helene Tepelmann , denen 1891 deren Gatte, Bernhard Tepelmann , als Teilhaber beitrat. Der Verlag umfaßt: in der Chemie Werke von Fresenius, Gorup-Besanez, Graham-Otto, A. W. Hofmann, Kolbe, Justus von Liebig, Roscoe u. a., die «Jahresberichte über die Fortschritte der Chemie» (begründet von J. von Liebig und H. Kopp), das «Handwörterbuch der Chemie» (1871 fg.); in der Physik von Clausius, Helmholtz, Müller-Pouillet, Rühlmann, Tyndall, Wiedemann u. a., «Die Fortschritte der Physik» (hg. von der Physikalischen Gesellschaft in Berlin); in der Technik Werke von Knapp, Percy, Reuleaux, Muspratt, Scholl, Stammer, Weisbach u. a., das «Handbuch der chem. Technologie" (hg. von P. A. Bolley und F. Birnbaum; 8 Bde. und Supplem., 1862–93); anatom. Werke von Henle, Merkel; landwirtschaftliche von Dünkelberg, Otto-Birnbaum; Stöckhardt, «Schule der Chemie», Schödlers «Buch der Natur» (22. Aufl., 1884–86); ferner Werke von Hahn, Hettner, Lindenschmit, Pape (griech. Wörterbuch), Schlömilch, Schrön (Logarithmen); Campes «Robinson der Jüngere» (in drei Ausgaben, 119. Aufl. 1897); endlich neben streng wissenschaftlichen die populären Zeitschriften «Der Globus» (1861 fg.) und die «Naturwissenschaftliche Rundschau» (1886 fg.) u. a. Die technischen Zweige bestehen aus Buchdruckerei (Dampfbetrieb, 16 Schnellpressen), Buchbinderei, Schriftgießerei, Galvanoplastik und Xylographische Anstalt (190 Arbeiter). Es bestehen Witwen-, Invaliden-, Sterbe- und Betriebskrankenkassen. Außerdem gehören der Firma an: ein Sortimentsgeschäft unter der Firma «Schulbuchhandlung» (1786 von Campe begründet, 1808 übernommen) und die 1838 unter der Firma «Gebrüder Vieweg» (Eduard und Karl Vieweg) errichtete Papier-und Strohstofffabrik in Wendhausen bei Braunschweig.

Vig. , nach lat. naturgeschichtlichen Namen Abkürzung für Nic. Aylward Vigors , einen engl. Zoologen und besonders Ornithologen, gest. 1840.

Viga-Glumr , s. Glumr Eyjólfsson .

Vigan , Le (spr. wigáng) . 1) Arrondissement im franz. Depart. Gard, hat auf 1448, 46 qkm (1896) 54527 E., 10 Kantone und 77 Gemeinden. –

2) V., lat. Vindomagus , Hauptstadt des Arrondissements V., in einem schönen Cevennenthale links am Arre (rechtem Nebenfluß des Hérault), an der Linie Lunel-V. (79 km) der Mittelmeerbahn, hat (1896) 4160, als Gemeinde 5199 E., Gerichtshof erster Instanz, Gewerbe- und Ackerbaukammern, eine reform. Konsistorialkirche, alte got. Brücke, Gewerbeschule, Hospital; Seidenbau, Seiden- und Baumwollspinnerei, Lohgerberei, Strumpfwirkerei, Herstellung von Lederhandschuhen und Pelzwerk, in der Nähe Kohlengruben und Lithographiesteinbrüche. 2 km südlich, bei dem als Sommerfrische besuchten Dorf Avèze (1149 E.), sind die Bäder von Cauvalat.

Vigée (spr. wischeh) , Elisabeth Louise, Bildnismalerin, s. Lebrun .

Vigevano (spr. widschéw-) , Stadt im Kreis Mortara (Lomellina) der ital. Provinz Pavia in Piemont, rechts vom Tessin, an der Eisenbahn Mailand-Mortara und den Dampftrambahnen nach Novara (NW.) und Ottobiano (S.), ist Bischofssitz und hat (1881) 13684, als Gemeinde 20096 E., in Garnison das 6. Feldartillerieregiment und zwei ↔ Traincompagnien, einen großen, von Arkaden umstandenen Platz, Kathedrale, prächtiges Schulhaus aus rotem Granit (jetzt Kaserne); Hut-, Seifen- und Maccaronifabriken und bedeutenden Seidenhandel.

Vigfússon , Gudbrandur, isländ. Gelehrter, geb. 13. März 1827 zu Frakkanes in Westisland, studierte zu Kopenhagen altnord. Philologie und wurde 1864 nach England berufen, um daselbst das von Richard Cleasby begonnene « Icelandic-English Dictionary » (Oxf. 1869–74) auszuarbeiten. Seitdem lebte er in Oxford, wo er 31. Jan. 1889 starb. V. veröffentlichte zahlreiche Ausgaben alter Quellenwerke und litterarhistor. Abhandlungen, die wegen der außerordentlichen Kombinationsgabe und der vielen Kenntnisse ihres Verfassers wohl lange grundlegend sein werden, so: die « Biskupasögur » (Kopenh. 1856–62), die « Bardarsaga Snæfellsás », die « Víglundarsaga », die « Fornsögur » (l860), die « Eyrbyggja » (Lpz.1864), die « Flateyjarbók » (3 Bde., Krist. 1860–68), die « Sturlungasaga » (2 Bde., Oxf. 1878) mit einer reichhaltigen litteraturgeschichtlichen Einleitung, das « Corpus poeticum boreale » (2 Bde., Oxf. 1883), ein Sammelwerk der gesamten altnord. Poesie, verschiedene Bände der «Rerum Britannicarum medii aevi scriptores», endlich erscheint aus dem Nachlaß die « Landnámabók ».

Vigilando ascendĭmus (lat.), «durch Wachsamkeit steigen wir empor», Wahlspruch des sachsen-weimar. Falkenordens (s. d.).

Vigilantĭus , Presbyter, gebürtig aus Calagurris am Fuße der Pyrenäen in Gallien, wurde 395 Presbyter, machte große Reisen bis in den Orient und ließ sich später in Barcelona nieder. Er ist beachtenswert durch seine Opposition gegen den Märtyrer- und Reliquienkult sowie gegen das Mönchswesen, infolgedessen er von Hieronymus aufs heftigste angegriffen wurde. – Vgl. Gilly, V. and his times (Lond. 1844); Wilh. Schmidt, V., sein Verhältnis zum heil. Hieronymus und zur Kirchenlehre damaliger Zeit (Münster 1860).

Vigīlfasten , in der kath. Kirche die Fasten (s. d.) an den Vortagen der Feste (s. Vigilien ).

Vigilĭen (lat.), Nachtwachen. Die alten Griechen und Römer teilten zum Behufe der Ablösung der militär. Wachen im Lager die Nacht in vier Teile und zählten danach die erste bis vierte Nachtwache. Diese Einteilung fand dann auch im praktischen Leben außerhalb des Militärdienstes Verwendung.

In der Kirchensprache bedeutet V. ursprünglich die nächtlichen gottesdienstlichen Versammlungen der Christen, die in den Verfolgungszeiten üblich und später beibehalten wurden. Etwa seit dem 5. Jahrh. wurden diese V. vor den hohen Festen und namentlich vor Ostern (Ostervigilie) besonders feierlich gestaltet. Nach Abschaffung dieser Nachtgottesdienste und so auch noch jetzt sind die V. die Vorfeiern, womit in der kath. Kirche die Feste je am nächst vorangehenden Tage eingeleitet werden und auch diese Vortage selbst. In den Klöstern sind V. die mit gottesdienstlichen Übungen verbrachten Nachtwachen. (S. Heilige Nacht .)

Vigilieren (lat.), ein wachsames Ange haben, aufpassen; vigilánt, wachsam, aufmerksam, umsichtig; Vigilánz, Wachsamkeit u. s. w.

Vigilĭus , Papst (537–555), ein Römer, war beim Tode Apagetus'I. 536 als päpstlicher Gesandter in Konstantinopel und wurde zum Nachfolger bestimmt, unter der Bedingung, daß er die Lehre der Monophysiten schütze und befördere. Als aber Kaiser

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 335.