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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Waereghem - Waffenplätze
Waereghem <M-. wahr-), Stadt in der belg. Pro-
vinz Westrändern, an der Grenze von Ostflandern
und unweit der Lys, an den Bahnlinien Gent-Kor-
trijk undRousselaere-Ansegbem, hat (1897) 7062 E.
Waesland (spr. wahs-), frz. 1^73 äe "VVaek,
Landstrich der belg. Provinz Östflandern, zwischen dcr
Schclde und dem von Gent nach Tcrneuzen führen
den Kanal. Es umfaßt die beiden Städte Et. Nicolcw
und Lokeren und 26 Dorfgemeinden. W. steht von
alters her im Ruf einer aufs sorgfältigste betriebenen
Bodenkultur (Roggen, Weizen, Klee, Rüben).
Waffeln, ein feines Gebäck von dünner, meist
länglichviereckiger Form, das in besondern, mit
langen Handgriffen versehenen Eisen über einem
Holz- oder volzkohlenfcucr gebacken wird. Beliebt
sind die Karlsbader W. (Oblaten).
Waffen, Werkzeuge, deren man sich im Kampfe
bedient; sie zerfallen in: W., mit denen man den
Gegner kampfunfähig zu machen sucht (Angriffs-
waffen oder Trutz Waffen), und W., mit denen
man seinen Körper gegen die feindlichen Angriffs'
wasfen zu sichern bestrebt ist (Schutzwaffen, s. d.);
ferner unterscheidet man Hiebwaffen (s. d.) und
Stichwaffen (s. d.) sowie Schußwaffen (f. Ge^
schütz und Handfeuerwaffen), Ilnter den Angriffs
waffen unterscheidet man wieder Nah Waffen (s. d.)
und Fernwaffen (s. d.). Über Ordonnanz-
wasfen s. d. Zu den W. im weitcrn Sinne gehöreil
auch die verschiedenartigen Kriegsmaschinen (s. d.)
des Altertums und Mittelalters.
Waffenfliegen (8ti^iom^iäae), eine ziemlich
große Familie oft großer Fliegen, die fast stets
mitten auf dem Rücken, auf dem fog. Schildchen,
zwei, vier oder mehr Dornen haben und deren
Fühlerendglied deutlich geringelt ist. Im übrigen
und die W. febr verschieden gestaltet; ihre Larven
leben auf dem Lande und im Wasser von modernden
Pflanzenstoffen, oft auch von frischen (z. B. (Hi-^so-
m)-i!i tdrinoZH >3caH). in Rüben), andere, wie von (^1i-
tollÄiia opliippwin 2^., wohnen in Ameisennestern.
Die am häufigsten vorkommende Art ist die ge-
meine Waffenfliege (sti-^tioin^ dm- ^
masloon ^., s. Textabbildung zum Ar- ^
lilel Fliegen, Fig. 13).
Waffengebrauch. Mit Rücksicht
darauf, daß die Körperverletzung (s. d.),
auch die mit einer Waffe verübte, wclckc ein Be-
amter in Ausübung seines Amtes begeht oder be-
gehen läßt (s. Verwaltungszwang), mit beson-
ders hoher Strafe bedroht wird, ist es von Wich-
liqkeit, die Bedingungen festzustellen, unter welchen
die zur Führung von Waffen berechtigten Be-
amten von der Waffe Gebrauch zu machen befugt
sind. Diese Befugnisse sind in einzelnen Landes-
aesetzcn geregelt. Hierher gehören die preuß. Gc
i'etze und Verordnungen über den W. a. der Grenz-
aufsichtsbcamten vom 28. Juni 1834; d. der Forst-
und Iagdbcamten vom 31. März 1837; e. seitens der
crekutivenPolizeibeamten(königl. Erlaß vom4.Fedr.
1854); ä. der Gendarmerie (Dicnstinstruttion vom
30. Dez. 1820); 0. der Gefängnisbcamten (in den be-
treffenden Reglements). Im wesentlichen ist in diesen
Gesetzen und Verordnungen bestimmt, daß von der
Waffe Gebrauch gemacht werden darf, wenn ein An-
griff auf die Person des Beamten erfolgt oder er mit
einem solchen bedroht wird, und wenn der auf frischer
That ergriffene Verdächtige sich der Anhaltung, Vi-
sitation und Beschlagnahme thätlich oder mit gefähr-
licher Drohung widersetzt. Der Gebrauch der Schuß -
waffe ist meist noch an besondere Bedingungen gebun-
den. Grenzaufsichtsbeamte dürfen sich derselben unter
Umständen dann bedienen, wenn der Verdächtige auf
zweimaligen Anruf, wobei der Anrufende sich als
Grenzbeamter zu erkennen gegeben hat, nicht anhält.
Ähnliche Bestimmungen sind für Österreich in verschie-
denen Gesetzen und Verordnungen ergangen mit Be-
zug auf den W. der Gendarmerie, der Wachen und
Finanzwachen.- Der W. des Militärs ist geregelt
durch das preuß. Gesetz vom 30. März 1837, dessen
materieller Inhalt im ganzen Reiche mit Ausnahme
von Bayern gilt. Danach ist der W. nur gestattet im
Dienste zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ord-
nung, Ruhe und Sicherheit auf Wachen und Posten,
bei Patrouillen, Transporten oder sonstigen Kom-
mandos und nur zur Erreichung folgender Zwecke:
1) Abwehr von Angriffen oder Überwältigung von
Widerstand, wenn das Militär angegriffen wurde
oder der Widerstand ein thätlicher ist: 2) zur Er-
zwingung der Niederlegung der Waffen: 3) zur Ver-
eitelung der Flucht von Verbaftetenund Gefangenen;
4) zum Schutz der milita'r. Bewachung anvertrauten
Personen und Sachen. Die Waffen sollen nur ge-
braucht werden, wenn es für den Zweck unbedingt
erforderlich ist, die Schußwaffe in der Regel nur
auf besondern Befehl. Für die Berechtigung zum
W. besteht bis zum positiven Gegenbeweis eine Ver-
mutung. Für Aufläufe und Tumulte gelten nocb die
besondernVorfchriftenderVerordnungvom17.Aug.
1835. Für Bayern gelten etwas abweichende Vor-
schriften gemäß Gesetzes vom 4. Mai 1851. - Vgl.
Artikel W. in Stengels "Wörterbuch des deutschen
Verwaltungsrechts", Bd. 2 (Freib. i. Br. 1890) und
im "Österr. Staatswörterbucb", Bd. 2 (Wien 1897).
Waffenplätze, Erweiterungen des Rondon-
ganges oder Gedeckten Weges (s. d.), welche in den
ausspringenden Winkeln durch Abrundung der Kon-
Fiss. 1.
tereskarpe, in den eingehenden Winkeln und vor
Thoranlagen durch Brechung der Glacislrete nack
außen gebildet werden und zur gesicherten Unter-
bringung der Wachen oder als Sammelplätze kleiner
Fig. 3.
Ausfalltruppen dienen. Vorstehende Fig. 1 und 2
zeigen einen Waffenplatz im eingehenden Winkel, wie
er vor Einführung der Sprenggranaten angelegt
wurde, und zwar Fig. 1 den Grundriß und Fig. 2
den Durchschnitten des Blockhauses. Jetzt schließt