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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Wardein - Warenhaus für Armee und Marine
mende Bregalnica, rechts die 6rna (türt. Kara-su),
zuletzt deu Karasmak auf und mündet, 336 Km lang,
in den Golfvon Saloniki. Die Eisenbahn sührt im
Thale des W. aufwärts.
Wardein oder Waradein, deutsche Form des
Wortes Guardian (s. d.). Der W. war ursprüng-
lich ein Beamter, der über den Gehalt der ausge-
brachten Metalle zu wachen hatte und diese nach
ihrem Gehalt untersuchte. Früher waren Berg- und
Münzwesen eng verbunden, und ein Beamter stand
beiden vor. Erst in späterer Zeit wurde beides
getrennt, und man ernannte nun einen Berg-
wardein (s. d.) und einen Münzwardein.
Wardö, Stadt in Norwegeu, s. Vardö.
Wardsche Kästen, fast luftdicht zu verschlie-
ßende Kästen mit Glasbedachung, in denen sich tro-
pische Gewächse ausgezeichnet entwickeln. Die W. K.
wurden um 1830 von dem Londoner Wundarzt
Ward erstmals konstruiert und werden bauptsächlick
verwendet, um Pflauzen auf dem Schiffsdeck über l
das Meer zu führen.
Wards Island, s. East-River.
Ware, allgemeine Bezeichnung für den vom Ver-
käufer veräußerten Gegenstand im Gegensatz zu dem
vom Käufer zu zahlenden Preise. Iu einem engern
Sinne sind W. die Sachen des kaufmännischen Ver-
kehrs. Im engsteu Sinne werden W. von den Wert-
papieren unterschieden als diejenigen Gegenstände,
welche stofflichen Wert haben.
Die Handelswaren zerfallen nach ihrem Ur-
sprung in mineralische, vegetabilische nnd
animalische W. und sind ferner entweder Natur-
erzeugnisse, nur gesammelt, gereinigt, konserviert
u. s. w. (Rohwaren, Rohstoffe) oder Produkte der
Industrie (verarbeitete, veredelte W., Fabri-
kate oder Halbfabrikate). Nach den Industriegruppen >
unterscheidet man (und diese Einteilung wird bei
öffentlichen Ausstellungen angewendet): W. des
Bergbaues und Hüttenwesens, Erzeugnisse der Me-
tallindustrie, Produkte der chem. Industrie, Nah-
rungs- und Genußmittel, Erzeugnisse der Tertil-
und Bekleidungsindustrie, W. der Leder- und Kau-
tschukindnstrie, Holzwaren, Erzeugnisse au5 Stein
(Stein- und Cementwaren), Thon, Glas, Kurzwaren,
W. der Papierindustrie, Maschinenindustrie (Mo-
toren, Instrumente, Uhren u. a.), Erzeugnisse der
graphischen und ähnlichen Künste. Im Verkebrs-
leben spricht man noch von Kolonial-, Material-, Spe^ l
zerei-, Färb-, Galanterie-, Schnitt- n. s. w. Waren. !
Auch macht man öfters den Unterschied zwischen ^
realen, stofflichen W., deren Wert vorzugsweise
auf ihrem Stoffe beruht und zwischen ideellen
W., die, wie Wertpapiere, den Wert nur äußer-
lich darstellen, oder, wie Bücher, Kunstgegenständc
u. s. w., wissenschaftlichen, künstlerischen Wert, Lieb-
haberwert u. s. w. besitzen. (S. Warenkunde.)
Waregga, die Bewohner von Uregga (s. d.).
Warekauri, s. Chathaminseln.
Waremme, Stadt in der belg. Provinz Lüttich, !
am Geer, an der Bahnlinie Brüssel-Herbesthal, mit !
3708 E., ist die früher befestigte Hauptstadt der Land-
schaft Hesbaye (s. d.). Unweit von W. ist die sog.
Brun Hildenstraße, eine in ihrer ganzeu Aus-
dehnung vou Bavay bei Mons bis Tongern wohl-
Waren, s. Ware. Erhaltene Römerstrasie.
Waren, Stadt in Mecklenburg-Schwerin, zwi-
schen der nördl. Bucht des Müritzsees und dem See
Tiefwaren auf einer erhöbten Landenge, an der Linie
Neustrelitz-Warnemünde und den Nebenlinien Lnd-
wigslust-Neubrandenburg und Malchin-W. (27,"km)
der Mecklenb. Friedrich-Franz-Eisenbahn, mit Röln'l
am Müritzsee durch Dampfschiffahrt verbunden, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Güstrow) und Be-
zirkskommandos , hat (1895) 8025 meist evang. E.,
darunter etwa 70 Israeliten, Postamt erster Klasse,
Telegraph, Warendepot der Reichsbank, zwei Kir-
chen, Synagoge, Gymnasium, höhere Mädchen-
schule, naturwissenschaftliches Mufeum, Gasan-
stalt, Schlachthof; Dachpappen-, Cementfliesen-
und Zuckerfabrik, Molkerei, Milcherportgesellschaft,
Brauerei, Dampfmühle, Dampfsägewerke, Ziegelei,
Kalkbrennerei und Schiffbauereien.
Warenbörse, s. Börse.
Warencourtage, die Vermittelung der Waren-
geschäfte, insbefondere von Ein- und Verkäufen,
durch Makler (s. d.) sowie insbesondere die dafür zu
zahlende Gebühr. Diefe Vermittelnng findet im
Warengroßhandel bei Waren statt, welche einen
Markt- oder Börsenpreis haben oder auch in Auktion
(s. d.) gekauft und verkauft werden. (S. Courtage.)
Warendorf. 1) Kreis im preuh. Reg.-Bez.
Münster, hat 559,28 km und (1895) 29689'(14?70
männl., 14919 weibl.) E., 1 Stadt und 21 Land-
gemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis W., früher
znm Bistnm Münster gehörig, an der Ems und der
Nebenlinie Münster-Rheda-Lippstadt der Preuß.
Staatsbahnen, ^itz des Landratsamtes und eines
Amtsgerichts (Landgericht Münster), hat (1895)
5819 E., darnnter 300 Evangelische und 56 Israe-
liten, Postamt erster Klasse, Telegraph, drei Kirchen,
^ranziskanerkloster, kath. Gymnasium (Lauren-
tianum), höhere Mädchenschule, Waisenhaus, Kran-
kenhaus, Lehrerseminar, Gasanstalt, Schlachthaus,
ein königl. Landgestüt der Provinz Westfalen. W.
ist Hauptsitz der Münsterschen Leinweberei sowie des
Garn- und Leinenhandels; es bestehen daselbst vier
Banmwollwebereien, Leinwandbleichen, Druckereien,
Blaufärbereien, ferner zwei Leder-, drei Tuchfabriken,
Eisengießerei, Wurstfabrik, Dampffägewerl, Braue-
reien, Brennereien, Wasser-, Ol- und Walkmühlen.
Warenerklärungen, s. Volletten.
Warenhandel, s Handel.
Warenhaus für Armee und Marine, seit
l .^92 der Name des Geschäftshauses des Deutschen
Offiziervereins in Berlin. Der 1884 begrün-
dete Verein bezweckt, kameradschaftliche und wirt-
schaftliche Interessen der Angehörigen der deutschen
Armee und Marine zu fördern durch preiswerte Be-
schaffung von Bekleidungs-, Ausrüstungs- und son-
stigen Verbrauchsgegenständen (Wein, Spirituosen,
Cigarren und Manöverbedürfnisse) und durch Ver-
mittelung von Vorzugspreisen in Gasthäusern,
Tbeatern u. s. w. An der Spitze steht ein Komitee
von 15 Offizieren; die Geschäftsführung liegt einem
Direktorium von 3 Personen (2 Offizieren, 1 Kauf-
mann) ob. Zur stimmberechtigten Mitgliedschaft be-
rechtigt sind alle aktiven und zum Tragen der Uniform
berechtigten inaktiven Offiziere, Arzte u. s. w. de5
aktiven Dienststandes und des Beurlaubtenstandes
sowie die Beamten der Militär- und Marinever-
waltung gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes von
10 M. Alle übrigen aktiven Militärpersonen können
gegen Zahlung von 3 M. im ersten und 2 M. in
jedem folgenden Jahre Jahreskarten ohne Stimm
recht erwerben. Das Geschäftskapital (3 Mill. M.
Anteilscheine und 2 Mill. M. 4^proz. Obligationen"
darf sich nur im Besitz von Mitgliedern befinden.
Die Anteilscheine lauten auf Namen und erhalten