Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

564
Wechsel (in der Baukunst) - Wechselduplikat
Über Einzelheiten s. ^äi-itwi-a, Aval, Domizil-
wechsel, Kommissionstratte, Trassieren, ferner na-
mentlich die Artikel Accept, Ehrenannahme, Indossa-
ment, Wechseltlage, Wechselprotest, Wechselregreß.
Von dem W. zu unterscheiden, obgleich ihm in !
mancher Beziehung ähnlich, ist der Cbeck (s. d.). i
Litteratur des deutschen und osterr. Wechsel- ^
rechts s. Wechselordnung, über ausländisches Recht:
Späing, Französisches, belgisches und englisches
Wechselrecht (Berl. 1890)'. Meyer, Die Schweizer
Wechselordnung nach dem neuen Obligationenrecht
mit Erläuterungen (3. Aufl., Luzcrn 18^3); Nougier,
1)68 i6tti'68 Ü6 c1iaNF6 6t ä68 6if6t8 66 cttINM61'c6
(4. Aufl., 2 Bde., Par. 1875): Cbalmers, .V lii^st
ok tN6 I^V 0l I)i1i8 ok 6Xcd^NF6, PI-s>mi88OI-^ I1()t68
anä ed6liu68 (4. Aufl., Lond. 1891): Vidari, I^a
CÄindiaw (Mail. 1885).
Wechsel, in der Baukunst, s. Balkenlage.
Wechsel, in der Jägersprache der Ort oder
Pfad, der von dem zur hohen Jagd gehörigen Wild !
beim Ziehen oder Treiben gewöhnlich berührt wird.
Wechsel, elektrischer Apparat, soviel wie Strom-
wender (s. d.) und Umschalter (s. d.).
Wechsel, langgezogener, mit Quergliedern
versehener Bergrücken des Fischbacher Zuges der
Eetischen Alpen (s. Ostalpen), das nordöstl. Kap
der Gneisalpen, während sein Gegenüber, der
Schneeberg, das Nordostkap der Nördlichen Kalk- ^
alpen darstellt. Der W. erhebt sich im Hoch-
wechsel oder Hohen Umschuß zu 1738 ni und
bietet durchweg sauste Formen dar.
Wechselaccept, s. Accept. Wakler.
Wechselagent, soviel wie Wechselmakler, s.
Wechfelarbitrage, s. Arbitrage.
Wechselarrest, s. Wechselstrenge.
Wechselaussteller, beim gezogenen Wechsel
(s. d.) derjenige, der den Wechsel auf den Bezogenen ^
zieht, trassiert, den in der Form des gezogenen
Wechsels enthaltenen Auftrag zur Zahlung giebt.
(S. Trassieren.) Seine Namensunterschrift muß
stets auf der Vorderseite des Wechsels, unter dem z
Kontext des Wechsels stehen und steht der Übung ge- z
maß auf der rechten Seite gegenüber der Adresse !
des Bezogenen. Er haftet dafür, daß der Wechsel
acceptiert und bezahlt wird, und vor Verfall für
Sicherheitsleistung, wenn der Wechsel nicht accep- !
tiert oder der Acceptant unsicher wird <s. Wechsel- ^
regreß): er kann seine Haftung dnrch die Klausel
"ohne Obligo" nicht ausschließen, aber die Begebung !
des Wechsels durch die Rektaklausel verbieten. <S. !
Rektawechsel.) Er haftet event, auch aus der Be-
reicherung (s. d.), ist berechtigt und verpflichtet, Du-
plikat Zu geben (s. Wechselduplikat), und ist regel-
mäßig verpflichtet, dem Bezogenen Deckung zu geben
oder zu rovalicren, wenn dies nicht durch sein Rechts-
verhältnis zu dem Bezogenen ausgeschlossen ist.
(S. Revalierungsklage.) Beim eigene n Wechsel ist
der Aussteller derjenige, von dem der Wechsel aus-
geht, der sich durch seine Unterschrift verpflichtet hat, z
die Wechselsumme zu zahlen. ^
Wechselbälge, nach dem deutschen Volksglau- ,
ben Zwergkinder, die die Zwerge Eltern heimlich in
die Wiege legen, wofür sie deren Kinder entführen.
Sie sind in der Regel häßlich gestaltet und baben
einen großen Kopf. W. erwähnt bereits Nottcr. In
Skandinavien heißen sie Bytting (von dMa,
tauschen), Skifting oder Umskiptingar (von
8kii)tH, vertauschen). In vielen Gegenden Mittel-
und Niederdeutschlands nennt man die W. Kiel-
kröpfe (vom mitteldeutschen yuii, die Quelle), da
derartige Wesen aus den Gewässern kommen sollen
und daher wieder in diese geworfen werden.
Wechselbegriffe, Begriffe, die dieselben Gegen-
stände, obwohl nicht unter demselben Merkmal auf-
fassen, z. B. die Begriffe des gleichseitigen und des
gleichwinkligen Dreiecks.
Wechfelbestäubung, s. Bestäubung.
Wechselblankett, s.Blankett und Blankowechsel.
Wechselbrief, s. Wechsel.
Wechselburg, Marktflecken in der Amtshaupt-
mannschaft Rochlitz der sächs. Kreishauptmann-
schaft Leipzig, in 150 m Höbe, auf einer Anhöbe
über der Zwickauer Mulde, 8 km südlich von Roch-
litz, an der Linie Glauchau-Groftbothen der Sächs.
Staatsbahnen, hat (1895) 1358 E., darunter 103
Katholiken, Post, Telegrapb, ein Rittergut; Schub-
macherei und Fabrikation von Lederpantoffeln. W.
wird als Sommerfrische besucht. Das Schloß, Re-
sidenz der grüfl. Linie W. des Hauses Schönburg,
stebt an Stelle des 1174 gegründeten Augustiner-
klosters Zschillen, später Komturhof der Deutsch-
ordensherren und 1539 säkularisiert. Von dem
Kloster ist noch die spätroman. Schloßkirche mit
Vildhauerarbeiten roman. und got. Stils (s. Tafel:
Altäre I, Fig. 5, und Tafel: Crucifix zu Wech-
sclburg, beim Artikel Crucifix) vorhanden. - Vgl.
Prill, Die Schloßkirche zu W. (Lpz. 1884).
Wechselbürgschaft, s. Aval.
Wechfelcöten, s. Cötus.
Wechselcrufado, Wechselcruzado, portug.
Geldgröße, s. Cruzado.
Wechseldatum, die Angabe des Ortes, Monats-
tages und Jahres der Ausstellung des Wechsels, nach
der Deutschen und Österr. Wechselordnung (ebenso
nach der ungarischen, anders nach der englischen) ein
wesentliches Erfordernis des gezogenen wie des eige-
nen Wechsels. Eine bestimmte Stelle dafür ist im
Wechsel nicht vorgeschrieben; regelmäßig wird es
über den Wechselkontert geschrieben. Beim eigenen
Wechsel gilt der Ausstellungsort als Wohnort des
Ausstellers und zugleich als Zahlungsort, wenn
kein anderer Zahlungsort angegeben ist. Der Aus-
stellungsort ist von Bedeutung, weil sich nach dem
Recht desselben die wesentlichen Erfordernisse des
Wechsels bestimmen, ebenso die rechtlichen Pflichten
des Ausstellers aus der Ausstellung, die Aus-
stellungszeit namentlich bei dem sog. Datowechsel
(s. d.). Daß der Wechsel zu der angegebenen Zeit
am angegebenen Ort nicht ausgestellt ist, macht ihn
nicht ungültig; es kann aber die wahre Ausstellungs-
zeit erheblich werden, wenn die Wechselfähigkeit des
Ausstellers (s. Wechselaussteller) oder das Vertre-
tungsrecht, z. B. eines entlassenen Prokuristen, wel-
cher unter der Firma des Prinzipals gezogen hat,
in Frage kommt. Über das W. nach altem und
neuem Stil s. Datowechsel und Alter Stil.
Wechfeldomizil, im weitern Sinne der Ort,
wo der Wechsel bezahlt werden soll, Zahlungsort;
als solcher gilt beim gezogenen Wechsel der bei dem
Namen oder der Firma des Bezogenen angegebene
Ort, beim eigenen Wechsel der Ausstellungsort. Im
engern Sinne wird von W. gesprochen, wenn im
Wechsel ein vom Wohnort des Bezogenen oder des
Ausstellers verschiedener Zahlungsort angegeben ist.
(S. Domizilwechsel.)
Wechselduplikat, Bezeichnung für mehrere
gleichlautende Exemplare, welche über einen gezoge-
nen Wechsel ausgestellt werden. Sie müssen als