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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Weidmannsheil!; Weidmannssprache; Weidmesser; Weidner; Weidsprüche; Weidwerk; Weidwund; Weier; Weierstraß; Weife; Weig.; Weigand; Weigel

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Weidmannsheil - Weigel (Joh. Aug. Gottlob)

Bestimmung von Dr. Paul Parey (s. Parey, Paul) vertreten werden. 1891 trat der frühere Prokurist Ernst Bollert (geb. 27. Juli 1855 in Jakobshagen in Pommern) als Teilhaber ein. Der ältere Verlag umfaßt Belletristik und Werke aus allen Wissenschaften; allmählich bildete sich aber als Specialität die klassische Altertumskunde heraus, neben der noch Geschichte, Litteraturgeschichte, Germanistik, neuere Sprachen und Schulbücher gepflegt werden. Hervorragende Unternehmungen sind: die «Sammlung griech. und lat. Schriftsteller mit deutschen Anmerkungen» (hg. von M. Haupt und H. Sauppe), eine Reihe von Abteilungen der «Monumenta Germaniae historica» (s. d.), die «Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Litteratur» (1841 fg.), «Hermes. Zeitschrift für klassische Philologie» (1866 fg.), das «Archiv für slaw. Philologie» (1875 fg.) und mehrere andere Fachzeitschriften; Einzelwerke von Curtius, Dahlmann, Gierke, Häusser, von Kloeden, Mommsen, Müllenhoff, Scherer, Waitz, Zeuß; u. a. – Vgl. Buchner, Wieland und die W. B. (Berl. 1871); ders., Aus den Papieren der W. B. (2 Tle., ebd. 1872-73).

Weidmannsheil!, Jägergruß; als Antwort auch Weidmannsdank!

Weidmannssprache, soviel wie Jägersprache (s. d.).

Weidmesser, ein kurzes, breites, starkes Seitengewehr (jetzt auch Standhauer genannt), das früher an der rechten Seite (der Hirschfänger an der linken) getragen wurde.

Weidner, Paul, s. Giese.

Weidsprüche, s. Jägerschreie.

Weidwerk, auch Waidwerk geschrieben, s. Jagd. Weidwerken, soviel wie Birschen.

Weidwund heißt das durch Magen und Gescheide geschossene Wild.

Weier, Joh., s. Weyer.

Weier Muskataly, s. Muskatellerweine.

Weierstraß, Karl Theod. Wilh., Mathematiker, geb. 31. Okt. 1815 zu Ostenfelde im Reg.-Bez. Münster, studierte 1831-38 zu Bonn Jura und Cameralia, folgte aber mehr seiner Neigung zu mathem. und physik. Studien, denen er sich 1838-40 auf der Akademie zu Münster gänzlich hingab. Hierauf wurde er Gymnasiallehrer in Münster, 1842 in Deutsch-Krone und 1848 in Braunsberg, 1856 Professor der Mathematik am Gewerbeinstitut und 1864 ord. Professor an der Universität zu Berlin, wo er 19. Febr. 1897 starb. Seine wissenschaftlichen Arbeiten, welche sich meist auf die allgemeine Funktionenlehre beziehen, erschienen im Crelle-Borchardtschen «Journal für Mathematik», in den «Abhandlungen» der Berliner Akademie und in einem besondern Bande gesammelt als «Abhandlungen aus der Funktionenlehre» (Berl. 1886). Seit 1894 erscheinen die mathem. Werke von W., gesammelt unter Mitwirkung einer von der königlich preuß. Akademie der Wissenschaften eingesetzten Kommission (Abhandlungen 3 Bde.; Vorlesungen 5 Bde.).

Weife, soviel wie Garnhaspel (s. Garn und Flachsspinnerei).

Weig., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Christian Ehrenfried von Weigel, geb. 1748 in Stralsund, königlich schwed. Leibarzt, gest. 1831 in Stralsund.

Weigand, Karl, Germanist, geb. 18. Nov. 1804 zu Unterflorstadt bei Friedberg in der Wetterau, besuchte das Schullehrerseminar zu Friedberg und 1830 die Universität Gießen. 1834 wurde er Lehrer an der Realschule zu Michelstadt im Odenwalde, 1837 an der Provinzialschule zu Gießen, zu deren Direktor er 1855 aufrückte. Schon 1849 hatte er sich an der Universität habilitiert und wurde 1851 außerord., 1867 ord. Professor der deutschen Sprache und Litteratur; er starb 30. Juni 1878. W. war vorwiegend Lexikograph. 1840 veröffentlichte er ein «Wörterbuch der deutschen Synonymen» (3 Bde., 2. Ausg., Mainz 1852); die 3. Auflage von Schmitthenners «Kurzem deutschen Wörterbuch» wurde unter seinen Händen ein eigenes sehr brauchbares Werk: «Deutsches Wörterbuch» (4. Aufl., Gieß. 1881-82). ^[Spaltenwechsel]

Weigel, Christian Ehrenfried, s. Weig.

Weigel, Joh. Aug. Gottlob, Buchhändler und Kunstkenner, geb. 23. Febr. 1773 in Leipzig, wurde 1795 zum Proklamator bei der Universität ernannt und errichtete 1797 eine Antiquariatsbuchhandlung, die, verbunden mit einem Auktionsinstitut, das erste große Geschäft dieser Art in Deutschland wurde, wozu nicht wenig die damals stattfindenden Säkularisierungen der Klöster beitrugen, die eine Menge Klosterbibliotheken unter den Hammer brachten. Sein Lagerkatalog erschien u. d. T.: «Apparatus literarius» (Lpz. 1807; 2. Aufl. 1821; zuletzt 1834). Bald kam auch Verlag dazu, namentlich auf dem Gebiete der klass. Philologie, wozu W. selbst Kollationen von Handschriften und ungedruckten Arbeiten der Gelehrten über Schriftsteller anlegte. Auf solcher Grundlage entstanden die Ausgaben des Longinus von Weiske, des Euripides von Matthäi, des Plato von Stallbaum u. a. Außerdem besaß er eine treffliche Sammlung von Originalhandzeichnungen (eine Auswahl 1853 in Faksimiles herausgegeben), Gemälden, Kupferstichen, Radierungen und xylogr. Büchern. Eine Beschreibung derselben erschien als «Ährenlese auf dem Felde der Kunst» (3 Abteil., Lpz. 1836-45). W. starb 25. Dez. 1846.

Das Geschäft hatte schon 1. Jan. 1839 sein jüngster Sohn Theodor Oswald W. (geb. 5. Aug. 1812) übernommen, der es unter der Firma T. O. Weigel fortführte und bedeutend erweiterte, namentlich im Verlags- und Kommissionsgeschäft. Neben Philologie pflegte er besonders Kunstwissenschaft, Geschichte mit ihren Hilfswissenschaften, Theologie und Naturwissenschaften; angeführt seien nur Försters «Denkmale deutscher Baukunst, Bildnerei und Malerei» (12 Bde., 1855-68, mit 600 Tafeln). Außerdem besaß er reiche Sammlungen von xylogr. Werken, einzelnen Holzschnitten aus ältester Zeit, von Metall- und frühesten Kupferstichen, Spielkarten u. s. w., auf Grund deren er mit A. Zestermann «Die Anfänge der Druckerkunst in Bild und Schrift» (2 Bde., Lpz. 1866, mit 145 Tafeln Facsimiles) veröffentlichte. Aus seiner großen Sammlung von Autographen, besonders der Reformatoren und der Helden des Dreißigjährigen Krieges, ging sein «Autographen-Prachtalbum» (Lpz. 1848-49) hervor. Nach W.s Tode (2. Juli 1881 in Hosterwitz bei Pillnitz) übernahm sein Sohn Felix Oswald W. (geb. 9. Sept. 1848) das Antiquariats- und Auktionsgeschäft und führte es unter der Firma Oswald Weigel fort, während die übrigen Geschäftszweige mit der Firma im Besitz der Erben blieben. 1888 wurde das Kommissionsgeschäft an F. Volckmar (s. d.) und der Verlag an Christian Herm. Tauchnitz verkauft, der erst «T. O. Weigel Nachfolger», seit 1895 mit eigenem Namen firmiert.

Der ältere Sohn Joh. Aug. Gottlob W.s, Rudolf W., geb. 19. April 1804, errichtete 1831 in