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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Weißenburg; Weißenburger Linien; Weißenfels

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Weißenburg (in Siebenbürgen) - Weißenfels (Kreis und Stadt)

Weißenburg. 1) Komitat in Siebenbürgen, s. Unterweißenburg. – 2) Älterer Name von Karlsburg (s. d.) in Siebenbürgen.

Weißenburg, Dorf und Bad im Bezirk Niedersimmenthal des schweiz. Kantons Bern. Das Dorf, zur Gemeinde Därstetten gehörig, in 737 m Höhe, an der Poststraße des Simmenthals, hat (1888) 104 E., Post, Telegraph und ist durch eine Fahrstraße mit dem Bad W. (844 m) verbunden. Dieses besteht aus dem Vordern oder Neuern Bad, mit großartigem Kurhaus, Badehaus, Trinkhalle, Wandelbahn und Lesesälen, und dem ältern Hintern oder Alten Bad, und verdankt seiner geschützten Lage und seiner Quelle, einer 1600 entdeckten Gipstherme von 27° C, seinen Ruf als Kurort gegen Krankheiten der Atmungsorgane. – Vgl. Schnyder, Bad und Kurort W. in der Schweiz (Bas. 1884).

Weißenburger Linien, richtiger Lauterlinien (Lauterburger Linien), frz. les lignes de la Lutter, Befestigungslinie (Erdwall mit Graben und Schanzen), die sich vom Scherhol bei Weißenburg (s. d.) im Elsaß, als westl. Stützpunkt, am rechten Ufer der Lauter bis zu deren Mündung in den Rhein in einer Länge von gegen 20 km hinzog. 1706 erbaut, spielten die W. L. im Österreichischen Erbfolgekrieg (1744) und namentlich im Revolutionskrieg eine Rolle. Sie wurden 13. Okt. 1793 von den Verbündeten genommen, 25. Dez. von den Franzosen zurückerobert. Seit 1873 ist die Einebnung der W. L. freigegeben. – Vgl. Wißmann, Die W. L. (Programm, Weißenb. 1885 u. 1888).

Weißenfels. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Merseburg, hat 496,33 qkm und (1895) 93552 (46211 männl., 47341 weibl.) E., 6 Städte, 159 Landgemeinden und 57 Gutsbezirke. – 2) Kreisstadt im Kreis W., an der Saale und den Linien Halle-Bebra-Frankfurt a. M. und W.-Zeitz (31,2 km) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Naumburg), Steuer- und Katasteramtes, einer Reichsbanknebenstelle und eines Bezirkskommandos, hat (1895) 25981 (13182 männl., 12799 weibl.) E., darunter 1062 Katholiken und 90 Israeliten, in Garnison die 1. und 2. Eskadron des Thüring. Husarenregiments Nr. 12, Postamt erster Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, zwei evang., eine kath. Kirche, ein großes Schloß, die neue Augustusburg, auf einem Sandsteinfelsen, 1664‒90 erbaut, seit 1869 zu einer Unteroffizierschule eingerichtet, Oberrealschule, Schullehrerseminar, Provinzial-Taubstummenanstalt mit neuem Gebäude, Wasserleitung, Gasanstalt, Elektricitätswerk, Schlachthof; Zuckerfabrik, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Papier- und Pappenfabrik, Rauchwarenzurichterei, Kürschnerei, Fabrikation von Trommeln, Schuhwaren, Leder, Töpferwaren, Gold- und Silberwaren, Handel mit Holz und Getreide. In der Umgegend Sandsteinbrüche, Braunkohlenbergwerke, Paraffin- und Solar- ^[folgende Seite]

^[Abb. Plan der Schlacht bei Weißenburg.]