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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Welteisenbahnstatistik - Weltpostverein
Die bedeutendste!! W. sind folgende:
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23 950
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7 200
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16 160
32 000
21460
10,47
6,93
2,38
25,92
8,26
9,3"
8,50
18,63
5,02
19,50
9,88
47,04
10,22
35,00
14,60
11,30
118,23
107,27
Dic> ^alill'iiaiMbcn schwanken bci dl'n Autoren beträchtlich
Weniger bedeutend waren die W. in Antwerpen
l1894) und in Brüssel (1897), dagegen verspricht die
für das I. 1900 geplante Weltausstellung in Paris
in jeder Beziebung hervorragend zu werden.
Mit gutem Ersolge bat man auch begonnen, die
internationale Fackausstellung zu pflegen' auch die
Frage der ständigen Erportinusterlager im Aus-
lande n'. Handelslnilseen) gebort hierher.
Vgl. Erner, Heraussteller und die Ausstellungen
l2. Aufl., Weim. 1873)'. Huber, Die Ausstellungen
und uniere Erportindnstric sStitttg. 1886)-. Der
Weltverkehr und seine Mittel, bg. von Neuleaur
l2 Bde., Lpz. 1889).
Welteisenbahnftatistik, s. Eisenbabnstatistik.
Wetters Bitter, s. Pitrinsäine.
Weltfeiertag der Arbeiter, s. Maiseier.
Weltgegenden, s. Himmelsgegenden.
Weltgeiftliche, Weltprie st e r, Leutpr i e st e r,
Laienvriestcr (lat. cwii<i 8^6culni^^), in der
katb. Kirche die nickt regillierten Geistlichen is. Re
gulierte".
Weltgericht, s. Jüngstes Gericht.
Weltgeschichte, s. Geschickte.
Welthandel, s. Handel und Weltverkehr.
Welti, Emil, schweiz. Staatsmann, geb. 1825
zu Zurzach im Kanton Aargau, studierte zu Berlin
und Jena die Rechte, ließ sich 1847 in seiner Heimat
als Advokat nieder, wurde 1856 zum Präsidenten
des Bezirksgerichts Zurzach und gleich darauf in die
aargamscke Negierung gewäblt, in der er 1856-67
anfangs dem Iustizdepartement, später dem Er-
ziebungswesen vorstand und mehreremal Land-
annnann war. Von 1857 bis 1866 gehörte W. als
Mitglied des Ständerates, dein er 1860 und 1866
präsidierte, der eidgenössischen Bundesversammlung
an und wurde von dieser im Dez. 1866 in den
Bundesrat gewäblt, in dem er als eifriger und ge-
wandter Versecbter der Centralisation früher vor-
nebmlich das Militärwcfen, später das Post- und
(5'isenbahnwesen übernahm. 1<869,1872,1876,1880,
1881 und 1891 war er Bundespräsident. Ende 1891
trat er von seiner Stelle als Bundesrat zurück und
tam in den eidgenössischen Schulrat.
Weltjahr, soviel wie Platonisches ^abr ls. ^alm.
Weltkarten, s. Landkarten.
Weltkugel, Himmelsglobus, s. Globus.
Weltmeer, s. Ocean.
Weltmeisterschaftsfahren, s. Ravjalm'pon.
Weltordnung, s. Kosmos.
Weltpole, f. Pole.
Weltpostverein. Der Gedanke, an Stelle der
vielseitigen PostVertragsbestimmungen zum Aus-
lande, d. b. mit außerdeutschen PostVerwaltungen
einen Einbeitsvertrag zu setzen und die Bänder
Europas postalisch zu einer Gemeinschaft zu vereini-
gen, ging im wesentlichen von Stephan is. d.) aus.
Derselbe leitete die Schritte zur Bildung eines alle
civilisierten Nationen umfassenden Postvereins in
einer 1868 verfaßten Denkschrift ein, auf Grund
deren 15. Sept. 1874 der Poftkongreß in Bern zu-
l sammentrat. Das Ergebnis der Beratungen war
der Abschluß des Allgemeinen Postvereinsvertrags
vom 9. Okt. 1874. An dem neuen epochemachenden
Vertrag beteiligten sich 22 Staaten mit i'itti'ttt
)vlächenraum von 37 Mill. lMn und etwa.'!50Mill.
Einwohnern. Dazu gehörten sämtliche Staaten
Europas, die Vereinigten Staaten von Amerika,
' Ägypten, weite Länderstrecken Asiens und ein Teil
^ des nördl. Afrikas. Der oberste Grundsatz des
! neuen Vertrags lautete, daß die vertragschließen-
^ den Länder ein einziges Postgebiet bilden und zu-
,' nächst das Hauptelement des 'Weltpostverkehrs, die
Briefpostgegenstände, die bleibende Grundlage der
Einigung schaffen sollte. Die Bestimmungen des
Vertrags erstreckten sich auf Briefe, Postkarten,
Bücher, Druckfachen, Zeitungen, Warenproben und
. Geschäftspapiere, die entweder aus einem Vcreins-
! lande herrühren und nach einem andern Vereins-
^ lande bestimmt sind, oder von den Vereinsländern
mit dem Auslande durch ein zweites Vereinsgebict
gewechselt werden. Das Vereinsporto wurde fest-
gesetzt auf 20 Pf. für frankierte Briefe, 40 Pf. für
unfrankierte Briefe für je 15 ^ Gewicht, 10 Pf. für
eine Postkarte, 5 Pf. für je 50 ^ bei Drucksachen,
Warenproben und Geschäftspapieren. Iede Vercins-
verwaltung beziebt ungeteilt das gesamte, von ihren
Postanstalten eingezogene Porto nebst den Ein-
schreib- und Nückscheingebühren. Eine Gewichts-
^ grenze für Briefe ist nicht gesetzt, dagegen dürfen
, Warenproben das Gewicht von 250 ^ lvon 1899 ab
! von 350 3), Drucksachen und Geschäftspapiere das G<'-
wickt von 1000 F (seit 1878 von 2000 F) nicht über-
steigen. Dieser Vertrag trat 1. Juli 1875 in Kraft,
Frankreich ist ihm 1. Jan. 1876 beigetreten. Gleich-
zeitig wurde nach Art. 15 des Berner Postvertrags
das Internationale Bureau des Weltpostvereins
l j. d.) zu Bern eingerichtet. Sein Organ ist die Zeit-
schrift "I^'Unism po^talo", die in deutscher, franz.
und engl. Sprache herausgegeben wird.
Der Zweite Postkongresi in Paris, welcher 1878
tagte, konnte bereits den Umfang des Vereins auf
67Mill.si^mnlit750Mill.Einwohnernfeststellenund
in dem Vertrag vom 1. Juni 1878 den Verein als W.
ii^^nion P08wl6 univoi'86N6) bezeichnen. Eine
Erweiterung ersuhr der Verein durch die Übereinkunft
binsichtlich der Versendung von Wertbriefen und
Postanweisungen, an welcher zunächst nur 18 bez.
l6 Vereinsländer teilnahmen. Der Antrag der
deutschen PostVerwaltung, den internationalen
A ustauschvonPo st Paket e n betreffend, wurde
auf der Parifer Konferenz 9. Okt. 1880 in Gestalt
einer Übereinkunft angenommen. Nach diesem, zwi-
schen 22 Ländern vereinbarten Abkommen können
Pakete ohne Wertangabe bis zum Gewicht von 3 ^
unter der Bezeichnung Postpakete seoli" poswux)
aus und nach den betreffenden Ländern versandt
werden. Für solche Pakete bestehtFrankozwang unter
Berechnung einheitlich bemessener Gebührensätze.
Auf dem Internationalen Weltpostkongreß in
Lissabon 1885 wurde das Meistgewicht der Post-
pakete, nnter Beibehaltung der bisherigen Taxen,
von 3 auf 5 kf? erböbt und die Zulassung von Post-
paketen mit Wertangabc und gegen Nachnahme be-
40 ^