Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

927

Zaunlilie – Zebraholz

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Zaunkönige'

Fig. 21, Bd. 17) nächst dem Goldhähnchen der kleinste europ. Vogel; er mißt nur etwas über 10 cm. Sein Gefieder ist oben rotbraun mit gewässerten dunklern Querstreifen, unten weißlich. In Deutschland weilt er als Stand- oder Strichvogel das ganze Jahr hindurch, nistet in dem verwachsenen Gesträuch dichter Laubwälder, auch in Hecken und Dächern. Er lebt von Insekten, deren Eiern und Puppen, im Herbst von Fliederbeeren. Sein Nest ist rundlich, von Moos und feinen Würzelchen aus einer Unterlage von dürren Blättern künstlich erbaut, und hat den Eingang an der Seite. In der Gefangenschaft hält sich der Z. nur kurze Zeit. Auf den Färöer findet sich eine ständige, etwas größere Abart, aus der man als eigene Art Troglodytes borealis aufgestellt hat.

Zaunlilie, s. Anthericum.

Zaunrebe, s. Ampelopsis.

Zaunrübe, s. Bryonia.

Zaunschere, s. Gartengeräte nebst Tafel, Fig. 9.

Zaun- und Pfahlgerichte, s. Pfahlgerichte.

Zaunwinde, Pflanzenart, s. Convolvulus.

Zäupchen, Pflanzenart, s. Convallaria.

Zavelstein, Stadt im Oberamt Calw des württemb. Schwarzwaldkreises, hat (1805) 301E., evang. Kirche, Burgruine und wird als Luftkurort besucht.

Zàwija, s. Marabut.

Zawoja (spr. sa-), Dorf im Gerichtsbezirk Maków der österr. Bezirkshauptmannschaft Myslenice in Galizien, an der zur Skawa gehenden Skawica, in einem Thale der Karpaten, hat (1890) 5122 poln. E. und ein Hammerwerk.

Zaza, s. Iranische Sprachen.

Zbaraz (spr. sbarasch). 1) Bezirkshauptmannschaft> in Galizien (s. Karte: Ungarn und Galizien), hat 773,12 qkm und (1890) 66722 (32933 männl., 33 739 weibl.) meist ruthen. E. in 62 Gemeinden mit 145 Ortschaften und 60 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke Nowe-Sioło und Z. –

2) Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts (302,52 qkm, 42097 E.), nahe der russ. Grenze, an der Gniezna, einem Zufluß des zum Dnjestr gehenden Sereth, hat (1890) 8109, als Gemeinde 8735 meist poln. E., darunter 3631 Israeliten, ein altes befestigtes Schloß; Handel mit Getreide, Schweinen und Speck.

Zbirow (spr. sbi-), Marktflecken in der österr. Bezirkshauptmannschaft Rokitzan in Böhmen, an der Linie Prag-Pilsen Furth i. W. der Österr. Staatsbahnen, Sitz eines Bezirksgerichts (410,9 qkm, 26514 E.), hat (1890) 1736 czech. E., ein altes, von Strousberg renoviertes Schloß und eine Domäne (24969 ha) des Fürsten Colloredo-Mansfeld, die nach mehrfachem Besitzwechsel 1868 an Strousberg verkauft wurde, der hier große Gießereien, eine Waggonfabrik, Eisenhochöfen u. s. w. anlegte. (Anmerkung des Editors: Siehe auch: ) Bd. 17

Zchenis-Zchali oder Zcheni-Skale (d. i. Pferdefluß), der Hippos der Alten, rechter Nebenfluß des Rion im russ. Gouvernement Kutais in Transkaukasien, entspringt den Gletschern des großen Kaukasus nicht weit von den Quellen des Rion, durchfließt das Dadianische Swanetien und Mingrelien, ist im Oberlauf sehr wild und reißend und mündet nach 160 km bei Staraja Moranja.

z. D., Abkürzung für zur Disposition (s. d.).

Zd‘ár (spr. schdjahr), czech. Name der Stadt Saar (s. d.) in Mähren.

Zduny, Stadt im Kreis Krotoschin des preuß. Reg.-Bez. Posen, an der schles. Grenze und an der Linie Öls-Gnesen der Preuß. Staatsbahnen, hat ↔ (1895) 3546 E., darunter 1122 Katholiken und 54 Israeliten, Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, evang. und kath. Kirche, Präparandenanstalt, Krankenhaus, Waisenhaus, städtisches Spital, städtische Sparkasse; Aktienzuckerfabrik, Gerberei, Schuhmacherei, Mühlen, Jahr- und Schweinemärkte.

Zea L., Pflanzengattung, s. Mais und Tafel: Gramineen III, Fig. 1 und Tafel VI, Fig. 8.

Zea, griech. Insel, s. Keos.

Zeanin (hergeleitet von Zea, der Mais), feines amerik. Maismehl, ähnlich dem Weizenmehl.

Zebaoth, in der luth. Bibelübersetzung mißverständlich als Beiname Gottes gebraucht («Der Herr Z.»), ist ein hebr. Plural (von sâbâ, d. i. das Heer), der «die Heerscharen" bezeichnet. Der Name «Jahwe der Heerscharen» bezeichnet nach seinem ältesten Sinne den mit Israels Heerscharen ins Feld ziehenden Jahwe und haftet ursprünglich an der sog. Bundeslade oder dem Jahwe von Silo. Da die Lade später nach Jerusalem kam, so ist der im Tempel Salomos wohnende Jahwe ebendieser Jahwe der Heerscharen. Die Diener dieses Jahwe sind die Propheten. Zur Zeit des Judentums deutete man Z. auf die Heere der Engel oder Sterne (himmlische Heerscharen), die Gott dienen.

Zebelda, Landschaft im russ. Gouvernement Kutais in Transkaukasien, am Ober- und Mittellauf des Kodor (s. Karte: Kaukasien, beim Artikel Rußland). Die Bewohner, Zebeldiner (Zibeli, Sambal), sind ein Zweig der Abchasen.

Zeben, ungar. Stadt, s. Zeeben.

Zebîd (Sebid), Stadt im türk. Wilajet El-Jemen im südwestl. Arabien, 30 km von der Küste des Roten Meers, ist von einer Mauer mit vielen Türmen umgeben, hat ungefähr 8000 E. und war Jahrhunderte hindurch ein Sitz arab. Gelehrsamkeit.

Zebra, eine in Südafrika vorkommende Gruppe dem Esel verwandter Pferdearten, die sich durch schwarzbraune Streifen auf dem lichtern Grunde des Fells auszeichnen und deshalb auch unter dem Namen Tigerpferde (Hippotigris) als Gattung unterschieden werden. Sie leben herdenweise, sind scheu und wegen ihrer Tücke und Widerspenstigkeit nicht zu zähmen. Zu dieser Gruppe gehört das Bergpferd oder Z. (Equus zebra L.), ein schön gezeichnetes Tier, schwarz auf weißem Grunde nicht nur über den ganzen Kopf, Körper und Hals, sondern auch über die Beine gestreift. Minder vollständige Ausbildung der Streifen findet sich beim Quagga (s. d., Equus quagga Gmelin, s. Tafel: Einhufer, Fig. 4) und beim Dauw (Equus Burchellii Gray) oder dem Burchells Zebra. In den letzten Jahren hat man nach der Streifung und der Grundfärbung eine größere Anzahl Z. unterschieden, wie Equus Chapmanni Layard, Equus antiquorum H. Sm., Equus Böhmi Mtsch., Equus Grevyi A. M.-Edw., die wohl aber nur durch das große Verbreitungsgebiet des Z. hervorgerufene Varietäten einer Art sind.

Zebrafink (Habropyga castanotis Gould), einer der zierlichsten und wegen seiner guten Haltbarkeit und leichten Zuchtbarkeit beliebtesten Prachtfinken. Zahlreiche Paare werden alljährlich aus seiner austral. Heimat nach Europa gebracht und für 8–10 M. das Paar verkauft. Die Hauptfärbung ist oberseits graubraun, unterseits weiß, das Männchen mit rotbraunen, das Weibchen mit grauen Wangen. Über die Fütterung s. Prachtfinken.

Zebraholz (Zebrawood, Bois zébré), seltener Palmyraholz, das Holz des Guayanischen Nabel-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 928.