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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Zeitgleichung - Zeitsinn
^. werden an den einzelnen Börsen nur in be-
stimmten Papieren und zll bestimnlten größern Ein-
deitsbeträgen geschlossen, z. P. 50 Stück Credit'
aktien, 15000 M.Diskontokommanditanteile. über
das Prämiengeschaft, das Nachgesckäft s. d. über
das Stellgefchäft s. Stellage. Ein Spekulant, dcll
die Ultimokurse täuschten, tann reportierell oder
deportieren, indem er, wenn er getauft hat, ver-
rauft und von nenem i>cr ultinio nächsteil Äiollats
tauft oder ningekehrt <f. Deport). Er kann aber auck
eillfack prolongieren. Diefelbcn .^olltrahenten
stellen dalln unter Zugrundelegung des ^iquidatiolls-
kurses des laufenden ^toilats die Differenz fest nnd
vereinbaren den Erfüllungstermin ails nltimc> des i
nächsten Mollats. Über die Abwicklung von Z.
s. Liquidatiollstasfen. !
Zeitgleichung, f. Sonnellzeit. ^
Zeitkarten, Eifenbahnfahrkartell, die für eine be-
stimmteZeit ansgegebell werden (f. Eisenbahntarife). ,
Zeitkauf, Kauf anf Kontrakt, s.' Zeitge- !
Zeitkunde, f. Chronologie. ^sckäste.
Zeitlich, was der Bedingung der ->eit unter-
liegt, nn allgemeinen gleichbedenteno mit endlick,
l^egensal;: ewig. (S. Endlich.)
Zeitliche Kollision der Gesetze, s Kollision
ilno Rückwirkling der Gesetze.
Zeitlohn, s. Arbeitslohn, lzen l, Fig. <..
Zeitlose, s. ('olclncnln und Tafel: Giftpflan-
Zeitlosentinktur, s. Ooidncnm.
Zeitlosenwein (Vinnin (Olcnici", ein offizi-
neller Wein, der bereitet wird, indem man l Teil
grobgepulverten Zeitlofensamen mit 10 Teilen
.^eresweiu llnter öfternl Uinfchütteln l'j Tage lang
sieben laßt, dallll anspreßt llnd filtriert, liber seiile >
Allweildung f. Co1dn< ,n".
Zeitmaß, f. Tempo. ^wi^ ^im^ ^
Zeitmesser, s. (5brollo"leter. - ^
Zeitrechnung, s. Ära. >scbnlden>.
Zfitrente, soviel wie Allllllität ss. d. nlld ^taat^-
Zeitschriften, periodische Trncksck>riften, dic im
Gegensatz zu den Zeitnilgen is. d.) in der Negel nickt
vorwiegend polit. Inhalts find, anck nickt täglich,
sondern wöchentlich, monatlich, vierteljährlich n. s. w. ^
erscheiilell. - Vgl. Sperlings kleinen Zeitschriften- ^
tatalog. Alphabetisches Verzeichnis aller Z. und der
wicktigsten polit. Tagee>blätter, 1. Jahrg. < Stnttg.
1^>6j^
Zeitfchriftenverein, Cbristlicher, s. Ehrist'
licker Zeitschriftenverein (Bd. 17). ^
Zeitschrift für bildende Kunst, l5l>0 ill ^eip
zig gegründete Monatsschrift für die Fördernng des
knllstgesckücktlicken Stndinnls und de5 allgemeinell
^nnstverftändniffev>, lilit dein Wochenbeiblatt ".Nnnst
ckn onik". Anflage: 16(X); Verleger: Seemann ^ Co.
in Leipzig; Nedaetenr lfeit dem Tode >iarl voll
^ützows 1897): Dr. Ulrich Thiellle. , . ^
Zeitschwelle, f. Zeitsinn. ,/,></ . !
Zeitsichtwechsel, s. Sichtwechsel. v
Zeitfinn, die Fähigkeit, zeitliche Eigellsckafteil
und Verhältnisse zu bestiinmell nlld zll vergleickell.
Ter Z. ist llenerdingc' oft Gegenstand erpcrimen
teller />orsckllngell gewesen. Al^ besondere Anf
gabeil könnell bierbei nntersckieden werden: ^) die
Beurteilung der Dauer; 2) die Bestimmung der
Succession und zwar zunächst der Gleickzeitigteit
nnd der Ungleichzeitigteit zweier Vorgänge, sodann
der Ordnung, in der snccedierende Ereignisse gegeben
sind lob ll früder alo !> und umgekehrt", endlich der
<^esckwindigkeit, lnit der sie allfeinander folgen', .'V" die
Beurteilung der Häufigkeit oder Wiederholung, wo
als nene Bestimmungen neben der Ängahe der
Taner des Ganzen und seiner Teile und alles dessen,
was sich auf die Succession als solche bezieht, nocb
die Feststellung der Anzahl und des Rhythmus al5
neue Gegenstände hervorzuheben sind. Bei der Daner
pflegt man zwifchen erfüllten und leeren Zeiteil ;u
unterscheiden und die letztern Intervalle zu nennen.
Bei Versuchen über das kleinste merkliche Intervall,
die fog. Zeitfchwelle, hat sich herausgestellt, daß
diese für verschiedene Sinne einen verschiedenen
Wert hat. So z. B. beträgt die Zeitschwelle bei opti-
scben anfeinander folgenden Reizen etwa ^5 Se-
kunde, dagegen bei atustifchen '-.<?, Setunde. Dieser
Unterschied ist osfenhar daraus zu erklären, das; da<>
An- und Ahklingen der Gesichtsempfindnngen un-
gleich langsamer vor sich geht als das der Gehoro-
sensationen. Anch eine gewisse minimale Dallcr der
Empfindungen hat nian dadurch zu erinitteln ge^
sucht, daft mall Reize so rasch allfeinander folgeil
ließ, daft jeder einzelne gerade noch bemerkbar war.
Auf diese Weiie ergab sich, daß etwa W-30 optiscbe
Reize ill der Sekunde, dagegen etwa 500 Tastreize
in der gleichen ^eit eine Unterscheidung der einzel-
nen erlaubten. Bei der Vergleicbnng von Inter-
vallen hat mall einen wesentlichen Unterschied ill
dem Verhalten gegenüber kleinen, mittlern und
großen Seiten gefunden. Bei kleinen (bis etwa ' .^
Setunde" findet nickt eine direttc Vergleichung der
Intervalle felbst statt, sondern eine Beurteilung der
Successionsgesckwindigteit, mit der die die Inter-
valle abgrenzenden Sinneoeindrücke aufeinander
solgell. Bei den mittlern (voll ^ bio etwa 3 Sekun-
den) dagegen stützt sich das Urteil über die Inter-
valle auf die unmittelbare Vergleichung. Bei den
großen feiten <von." Sekunden ah) endlich gründet
fich die Auffassung der Daner zweier snccedierender
Intervalle anf eine Anzabl mittelbarer Kriterien,
die zumeist der zufälligen Auc-füllung derZeiten, wie
z. V. dnrck Atmung^perioden oder durch den Grad
der Spannnng unserer Erwartung u. dgl. m., ver-
dankt werden. Am genauesten ist die Vergleicknng
bei Intervallen voll etwa '^ Sekunde. Hier könnell
sckon Ulltersckiede voll ' ^ Sekunde bemerkt wer-
den. Ferner werden Intervalle bl> zu etwa -/... Se-
kunde überscbätzt und voll dieser Grenze ad ullter
schätzt, d. b. lnail bält ill jenem Falle das zweite
Intervall für ein dem erstell gleiches, wenn es ob-
jektiv etwas größer als diefes ist; in diesem Falle
dagegen für ein gleicbes, wenn es kleiner ist als das
erste. Die Grenzzeit von '.<> Scknnden selbst, wo
die objektive Gleicbbeit mit der subjektiven Auffas-
sung übereinstimmt, wird Indifferenz zeit oder
adäquate Zeit genannt. Am nngenaneften sind
die Sckätzungen der Intervallgröße bei den sog.
großeil feiten. '>n einer Untersnckung der Ord-
nung der Succession baben dic Zeitvcrschiebungcn
Alllaß gegebell, welcbe die Astronolnen bei ihrell
Beobachtungen uack der sog. Alige-Ohr-Methode
entdeckten und als persönliche Differenzen oder
Fehler <s. Gleichung, persönliche) bezeichneten. Die
Feststellung der Anzahl einer Reihe sncccdierender
Sinneseindrücke ist vornehmlich zll. dem Zwecke
unternommen worden, den Umfang des Bewußt-
seins zu bestimmen, indem man annahm, daß alle
die Reize, deren Summe ohne Gliederung oder
. Gablung nock mit einer gewissen Sicherheit mit einer
anderen vergucken werden könne, scuntlick, wcvm
auck ill abgestufter.Nlarbeit, nock im Bewnßtsein all-