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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Zendeltaffet; Zendrini; Zengelstangen; Zenger; Zengg; Zenica; Zenith; Zenithalregen; Zenithdistanz; Zenithsektor; Zenithteleskop; Zenk; Zenker; Zeno

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Zendeltaffet - Zeno (der Eleat)

heiligen Bücher der Parsen (Stuttg.1895); Darmesteter, Le Zend-Avesta, traduction nouvelle avec commentaire (3 Bde., Par. 1892-93). - Vgl. Geldner, Awestalitteratur (im "Grundriß der iran. Philologie", Straßb. 1896).

Zendeltaffet, eine leichte Sorte Taffet.

Zendrini, Bernardino, ital. Dichter, geb. 6. Juli 1839 zu Bergamo, studierte die Rechte zu Pavia, wo er 1861 mit einer Dissertation über den Cavourschen Satz "Freie Kirche im Freien Staat" promovierte. 1861 wurde er Professor der ital. Litteratur am Lyceum zu Bergamo, 1862 in Como, 1865 in Ferrara, 1867 Professor der deutschen Sprache und Litteratur an der Universität zu Padua und seit 1876 in Palermo, wo er 7. Aug. 1879 starb. Seinen Ruf als Dichter erwarb er durch eine vorzügliche Übersetzung von H. Heines "Buch der Lieder" ("Enr. Heine. Saggio di traduzione", Como 1863; "Il Canzoniere di Enr. Heine tradotto", Padua 1866; 3. Aufl. 1878). Von Z.s eigenen Gedichten ("Prime posie", Padua 1871) sind mehrere von P. Heyse u. a. ins Deutsche übersetzt. Eine Gesamtausgabe seiner Werke veranstaltete seine Witwe ("Opere complete di B. Z.", 6 Bde., Mail. 1881-86). - Vgl. Pizzo, Bernardino Z. (Rom 1880; in der "Nuova Antologia"); Breitinger, Bernardino Z. (in "Unsere Zeit", II, Lpz. 1886).

Zengelstangen, s. Holztransportwesen.

Zenger, Max, Komponist, s. Bd. 17.

Zengg, Senj oder Segnia, Königl. Freistadt mir Municipium im Komitat Lika-Krbava in Kroatien-Slawonien, am Canale della Morlacca des Adriatischen Meers und am Fuße des Vellebichgebirges, der Insel Veglia gegenüber, Sitz eines kath. Bischofs, hat (1890) 2785 meist kroat. E., eine große Kathedrale, Priesterseminar, Seetribunal, Obergymnasium, Hauptschule, Handels- und Gewerbekammer, Tabakfabrik, Salz- und Getreidemagazine, zwei Messen, einen kleinen Freihafen und Handel.

Zenica (spr. sénitza), Hauptstadt des Bezirks Z. (23629 E.) im bosn. Kreis Travnik, in 315 m Höhe, am linken Ufer der Bosna, an der Bosnabahn, hat (1895) 4226 meist mohammed. E.; Leder- und Teppichfabrikation.

Zenith (arab.) oder Scheitelpunkt, derjenige Punkt am Himmel, der gerade über dem Haupte, dem Scheitel des Beobachters steht und als der höchste Punkt des Himmels betrachtet wird. Er ist der Durchschnittspunkt eines in der Mitte des Horizontes errichteten Lotes mit der Himmelskugel. Der andere, dem Z. entgegengesetzte Schnittpunkt desselben heißt der Nadir. Nadir und Z. sind die Pole des Horizontes und jeder Punkt des letztern steht daher gleichweit von Z. und Nadir ab. Zenithdistanz eines Gestirns heißt derjenige Bogen eines größten Kreises, welcher zwischen dem Z. und jenem Gestirn enthalten ist. Sie macht mit der Höhe des Gestirns zusammen 90° aus.

Zenithalregen, die Regenfälle der Tropen, weil sie beim höchsten Sonnenstand eintreten.

Zenithdistanz, s. Zenith.

Zenithsektor, ein Höhenkreis älterer Konstruktion, speciell zum Messen kleiner Zenithdistanzen eingerichtet. Die Stelle den geteilten Vollkreises vertritt bei ihm ein Kreissektor.

Zenithteleskop, ein Höhenkreis, der durch die Verbindung eines feinen Niveaus mit einem guten Fadenmikrometer gestattet, nahezu gleichgroße Zenithdistanzen von Sternen nördlich und südlich vom Zenith mit großer Schärfe zu bestimmen. Der Gebrauch des Z. zur Breitenbestimmung, der früher wesentlich auf Amerika beschränkt war, ist neuerdings ziemlich allgemein geworden.

Zenk., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Jonathan Karl Zenker, geb. 1. März 1799 zu Remda bei Weimar, gest. 6. Nov. 1837 zu Jena als Professor der Botanik und Naturgeschichte.

Zenker, Friedrich Albert von, Mediziner, geb. 13. März 1825 zu Dresden, studierte 1843-48 in Leipzig und Heidelberg Medizin, fungierte dann zwei Jahre als Assistenzarzt am Georgenhospital zu Leipzig und übernahm 1851 die Stelle eines Prolektors am Stadtkrankenhause zu Dresden; zugleich wirkte er seit 1855 als Professor der pathol. Anatomie und allgemeinen Pathologie an der dortigen chirurg.-mediz. Akademie. 1862 wurde er ord. Professor der pathol. Anatomie und Staatsarzneikunde in Erlangen, 1887 unter Verleihung des bayr. Kronenordens in den persönlichen Adelstand erhoben. Z. ist der eigentliche Entdecker der Trichinenkrankheit, indem er durch seine Abhandlung "Über die Trichinenkrankheit des Menschen" (in Virchows "Archiv", Bd. 18, 1860) die Gefährlichkeit dieser Schmarotzer nachwies. Außerdem schrieb er: "Beiträge zur normalen und pathol. Anatomie der Lunge" (Dresd. 1862), "Über die Veränderungen der willkürlichen Muskeln im Typhus" (Lpz. 1864), "Über Staubinhalationskrankheiten der Lungen" (im "Deutschen Archiv für klinische Medizin", 1866), "Krankheiten des Ösophagus" (in Verbindung mit von Ziemssen in dessen "Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie", 2. Aufl., Lpz. 1877), "Über den Cysticercus racemosus des Gehirns" (Bonn 1882). Auch giebt er seit 1865 mit von Ziemssen das "Deutsche Archiv für klinische Medizin" (Leipzig) heraus.

Zenker, Jonathan Karl, s. Zenk.

Zeno (Zenon), oström. Kaiser, ein Isaurier mit Namen Traskalissäos, geb. 426, hatte bei seiner Vermählung mit Ariadne, der Tochter des Kaisers Leo I., mit der seine Einsetzung zum Patricius und Führer der Garde und der asiat. Truppen verbunden war, auch den Namen Z. erhalten. Als der Kaiser im Jan. 474 starb, übernahm Z. die Regentschaft für seinen Sohn Leo, und nach dessen Tode im Nov. 474 wurde Z. endlich selbst Kaiser. Zu Anfang seiner Regierung (475-477) hatte er mit einer gefährlichen Empörung in und bei Konstantinopel zu kämpfen, die ihn sogar nötigte, die Hauptstadt zu verlassen, bis es ihm mit ostgot. Hilfe möglich wurde, der Empörer und des Gegenkaisers Basiliskos Meister zu werden. Nachher aber (478-487) stand Z. in stetem, oft bis zu offenem Kriege gesteigertem Konflikt mit den damals in Mösien wohnenden Ostgoten, bis er endlich 487 ihren König Theodorich zu bestimmen wußte, gegen Odoaker zur Eroberung Italiens auszuziehen. Nachdem er 482 nur mit sehr geringem Erfolg durch das sog. Henotikon (s. d.) den kirchlichen Frieden zwischen Monophysiten und Orthodoxen herzustellen versucht hatte, mußte er 484-488, namentlich in Cilicien und Syrien, einen Aufstand seiner Heerführer Illos und Leontios unterdrücken. Z. starb 9. April 491.

Zeno (Zenon) der Eleat, griech. Philosoph aus Elea, Lieblingsschüler des Parmenides (s. d.), mit dem er die Pythagoreische Lebensweise teilte, nach Plato etwa 25 J. jünger als dieser. Er lebte nach 490-430 v. Chr. Bei einer Unternehmung gegen einen Tyrannen ergriffen, soll er unter Foltern