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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Złot – Zobelfelle

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Złoczów'

kadrons des 13. Ulanenregiments «Graf Nostitz-Rieneck», eine kath., zwei griech.-kath. Kirchen, Synagoge, Basilianerkloster, poln. Staatsobergymnasium und ein altes Schloß mit Basteien, jetzt Gefängnis.

Złot, s. Gulden.

Zmaj-Jovanović, serb. Dichter, s. Jovanović.

Zn, chem. Zeichen für Zink (s. d.).

Znaim. 1) Bezirkshauptmannschaft in Mähren, hat 1029,57 qkm und (1890) 71830 (34874 männl., 36956 weibl.) meist deutsche E. in 110 Gemeinden mit 120 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Frain, Joslowitz und Z. (s. Karte: Böhmen u.s.w.). –

2) Z., früher Znaym, czech. Znojmo, Königl. Stadt mit eigenem Statut und Sitz der Bezirkshauptmannschaft, eines Kreis- und eines Bezirksgerichts (521,95 qkm, 40238 E.) und der 7. Infanteriebrigade, am linken Ufer der Thaya, an den Linien Wien-Tetschen der Österr. Nordwestbahn und Grußbach-Schönau-Z. (26 km) der Österr.-Ungar. Staatsbahn, hat (1890) 14516 meist deutsche E., in Garnison das 99. Infanterieregiment «Georg I., König der Hellenen» (3 Bataillone in Klosterbruck), eine von Kaiser Karl IV. 1348 erbaute got. Pfarrkirche des heil. Nikolaus, Dominikanerkloster (1222), Rathaus mit neunspitzigem Turm (80 m), ehemalige Burg der Markgrafen von Mähren, deutsches Vereinshaus, einen sog. Heidentempel (10. Jahrh., Kapelle), der für das älteste Baudenkmal Mährens gilt, einen 45 m hohen, 220 m langen, auf Steinpfeilern ruhenden Thaya-Viadukt der Nordwestbahn, ein Denkmal des Romanschriftstellers Charles Sealsfield, ein Staatsobergymnasium, eine Landesoberrealschule, Fachschule für Thonindustrie, kaufmännische und gewerbliche Fortbildungsschule, Landes-Acker- und Weinbauschule, zwei Bürgerschulen und elektrische Beleuchtung. Die Stadt hat Gerbereien, Geschirr- und Essigfabrikation, Tuchfabrikation, Baumwollweberei, Handel mit Getreide und Obst, insbesondere aber Anbau von Gurken, Senf und Wein, sowie sehr bedeutende Jahr- und Wochenmärkte. Westlich von Z. auf einem Berge der Markt (345 E.) und die schöne Propstei Pöltenberg (Hradiště) des Ordens der Kreuzherren mit dem roten Stern in Prag. Das Gebäude des 1190 gegründeten ehemaligen Prämonstratenserstifts Klosterbruck (1021 E.) bei Z., jetzt Kaserne (s. oben), war früher Sitz der 1869 nach Wien verlegten Technischen Militärakademie. – Z. war ehemals Sitz eines Herzogtums unter der Oberhoheit Böhmens und wurde 1145 zerstört. König Ottokar l. von Böhmen berief deutsche Ansiedler, gründete 1226 die Stadt Z. und stellte sie in die Reihe der königl. Städte. Im Dez. 1631 wurden in Z. die Verhandlungen zwischen Kaiser Ferdinand II. und Wallenstein wieder eröffnet, die April 1632 zu einem Übereinkommen führten. Am 11. Juli 1809 fand bei Z. ein Gefecht zwischen der Nachhut des Erzherzogs Karl und den Franzosen unter Marmont statt, dem tags darauf der Waffenstillstand von Z. und 14. Okt. der Friede zu Wien (Schönbrunn) folgte. (S. Französisch-Österreichischer Krieg von 1809.) – Vgl. Hübner, Geschichtliche Denkwürdigkeiten der Stadt Z. (Znaim 1869); Z. und Umgebung (mit Karte, 2. Aufl., ebd. 1879). (Anmerkung des Editors: Siehe auch: ) Bd. 17

Znin. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Bromberg, hat 741,30 qkm und (1895) 33695 E., 4 Städte, 93 Landgemeinden und 56 Gutsbezirke. –

2) Z. (Schnin), Kreisstadt im Kreis Z., am Zniner See, an der Gonsawka, den Nebenlinien Rogasen-Inowrazlaw und Bromberg-Z. (43,2 km) der Preuß. Staatsbahnen und ↔ der Kleinbahn Z.-Hohenau (32,2 km; s. Znin-Kleinbahn), Sitz des Landratsamtes, hat (1895) 3344 E., darunter 693 Evangelische und 309 Israeliten, Post, Telegraph, Reste alter Befestigungen (Marktturm, 1190), kath. und evang. Kirche, Synagoge, höhere Knaben- und Mädchenschule, Krankenhaus, Schlachthaus, Kreissparkasse, Volksbank, Kreditverein; Maschinenfabriken, Zuckerfabrik, Dampfmühle.

Znin-Kleinbahn, im Kreis Znin des preuß. Reg.-Bez. Bromberg belegene schmalspurige (0,60 m Spurweite) Bahn von Znin über Rogowo nach Hohenau, mit Abzweigung Biskupin-Schelejewo (40,4 km lang), 1894 und 1895 eröffnet.

Zoantharĭa rugosa, s. Tetrakorallier.

Zoantharĭen, s. Hexaktinien.

Zoanthrŏpie (grch.), eigentümliches Symptom der Geisteskrankheit, wobei die Kranken sich in Tiere verwandelt glauben.

Zoanthus, s. Aktinien.

Zoarces, die Aalmutter (s. d.).

Zobel (Mustela zibellina L., s. Tafel: Marder II, Fig. 2), russ. Sobolj, eine in den einsamsten Waldgegenden Sibiriens und des polaren Amerikas (s. Karte: Tiergeographie I). heimische, jetzt sehr selten gewordene Art der Gattung Marder. Der Z. wird 46 cm lang, 30 cm hoch, sein Schwanz mißt 23 cm. Er ist gewandt, hört scharf und ist schwer zu überlisten. Gefangen wird er durchgängig in Fallen. Nur des Nachts geht er auf Raub aus. Im Sommer frißt er verschiedene Waldfrüchte, im Winter Mäuse, selbst Hasen, Waldhühner und Fische. Das lebende Tier hat am Unterhalse einen dottergelben Fleck, der nach dem Tode schnell abbleicht. (S. auch Zobelfelle.)

Zobelfelle, die Felle des sibir. und amerik. Zobels (s. d.). Die sibirischen Z. sind das edelste und kostbarste Pelzwerk. Ihre Farbe ist hellbräunlich bis tief dunkelbraun, oft mit weißem Grannenhaar (Silberzobel). Am gesuchtesten sind schwarzblaue Felle ohne Silberspitzen, die mit 800–900 M. das Stück bezahlt werden. Der Pelz der Männchen ist größer und dichthaariger als der der Weibchen, auch sind die Winterfelle besser als die Sommerfelle. Die schönsten Z. kommen aus dem östl. Sibirien, von Irkutsk und Ochotsk, Jakutsk und Ilimsk, während die vom Jenissei, der obern Lena und vom Amur weniger schön sind. Der Preis der Felle schwankt von 30 bis 500 M. für das Stück; zu einem vollständigen Pelze gehören gegen 80 Stück. Die Z. bilden ein Monopol der russ. Regierung und werden meist als Steuer (Jassak) geliefert, oder an die Regierungsbeamten verkauft und dann nach Petersburg gebracht. Hier werden die besten für den Hof ausgesucht, die übrigen verauktioniert. Neuerdings kommen zwei Drittel sämtlicher russischen Z. in London zur Auktion. In Rußland und China verwendet man die Z. zu Pelzfutter sowie auch zu Kragen und Mützen, in Westeuropa gewöhnlich nur zu Garnituren für Damenpelze. Die amerikanischen Z. sind gröber an Haar und mehr rötlichbraun, sonst aber ebenfalls in allen Schattierungen von gelblich bis dunkelbraun. Die schönsten Felle kommen aus den Küstenländern der Hudsonbai und von der Labradorküste; sie haben oft einen Wert von 80 bis 100 M. das Stück, während die südlich vom Lorenzbusen oft nur einen Preis von 7,5 bis 15 M. erzielen. Die Ausfuhr aus den Hudsonbailändern beträgt jährlich etwa 80000 Stück. Das Färben der Z., um sie dunkler zu machen oder Fellen anderer Tiere ein zobelähnliches Ansehen zu geben, wurde

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 999.