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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Agam - Agende
eine Abnahme dcs spccisischen Gewichts bemerkbar.
Nordwestlich der Dardanellen gegen das Festland
bin wnrdcn wieder höhere Temperaturen gefunden,
während der Salzgehalt in den obern Schickten
relativ klein blieb. An der griech. Küste beobacktete
man ebenfalls hohe Temperatnren bei bobem Salz-
gehalt; nordwärts schreitend ncbmen wieder Tem-
peratnr und Salzgehalt ab. Im äußersten Norden,
bei Saloniki und Athos, tritt ein masu'gerRückscklag
auf. Auch längs derNordküste von Eandia ist das
Wasser durchwärmt, in der Mitte des A. M. findet
man dagegen niedrigere Temperaturen <20°) und
geringern Salzgehalt. Der Verlauf der Temperatur
von der Oberfläche dem Grunde zu läsit sich dabin
charakterisieren, daß die Wasscrschichten nach unten
bin anfänglich rasch, dann allmäblich an Temperatur
abnehmen. In größern Tiefen ist die Temperatur-
abnahme kaum noch merklich. Die S ck w a n kun -
gen infolge des Wechsels der Lufttemperatur sind
in den obern schichten nickt unwesentlich, in 30 in
Tiefe treten sie noch deutlich hervor, in 100 in aber
hören sie gänzlich auf.
Die Grundtemperatur nimmt von S. nack
N. hin ab, um auf Beträge hcrabzusinken, die im
offenen Mittelmeer nirgends gefunden wurden. Man
fand im nördl. Teile des Ä. M. schon für 500 und
600 in Tiefe 12,9" (^., für 900 in und darunter so-
gar nur 12,8 und 12,?", während die in der äußern
Hochsee des centralen und östl. Mittelmcers beob-
achtete niedrigste Temperatur 13^ (^. erreicht.
Über die Strömungsverhältnisse. gewannen
die Mitglieder der Pola-Erpedition folgende Resul-
tate (gültig für den Spätsommer). Nordlich von
Rhodus tritt eine westlich gerichtete Strömung in
das 3"l. M. ein, welche sich an das Festland lebnt
und ihren Weg von der Halbinsel Doris ab gegen
NW. und später von Chios ab gegen N. nimmt.
Nach Vcspülung Mytilcncs vereinigt sich die Strö-
mung init der aus dem Hellespont kommenden
und läuft gegen W. und später gegen SW. Bei den
Inseln Imbros und Lemlws trifft man auf einen
Weststrom, der dann nach SV. biegt und später
von der macedonisch-griech. Küste gegen SO. abge-
lenkt wird. Von der Barriere Negrovonte, Andros,
Tcnos u. s. w. aus sendet dcr Strom reckter Hand
seines Laufes Abzweigungen durch die vielen Kanäle.
Die Cytladen bespülend, wendet sich das Wasfcr
nunmehr gegen Kap Malea und Kythcra, um durch
den Kanal von Cervi das ^l. M. zu verlassen.
Zwei weitere bedeutende Stromschlüsfe ergeben sick
zwischen Chios und Samos, und zwischen Kos und
Rhodus. Hauptsächlich ist es das Wasser am linken
Rande des nach S. führenden Zuges, das gegen
diese Gebiete nach O. biegt, sich mit den Gewässern
an den kleinasiat. Küsten vereinigt und mit ibnen
sodann gemeinsam nach N. dem Kap Baba zustrebt.
Diese aus dc-n minien gleicben Salzgcbaltt's sür
den Spätsonimer abgeleiteten ^tromverbältnisfe
itinlmcn im großen und ganzen mit den für das
ganze Jahr in den engl. Segelanweisungen ("8ai1-
iiiss OirectionZ toi- tno ^l6äitei'i'ÄN0anv, Tl. 3)
enthaltenen Angaben übcrein, mit dem einzigen
Unterschiede, daß die Segclanweisungcn im S. vom
Kap Baba eine südlich setzende Strömung angeben.
Die besten Karten des 'A. M. sind zur Zeit nock die
Seekarten des Verlags von Norie ^Wilson in
London. Schon 1831-38 hatte sich der franz. See-
offizier Gauthier um die genauere Aufnahme der
Eykladen sehr verdient gemackt, ipater wurden diese
Aufnahmen zum Teil ergänzt. 1890 entschloß sich
die grieck. Regierung, eine gänzliche Neuaufnahme
des Landes vorzunehmen, und da ihr ein eigenes
geschultes Personal für diesen Zweck nicht zur Ver-
fügung stand, wurde die Oberleitung der Arbeit Os-
fizieren des östcrr. Militärgeographiscken Instituts
anvertraut, die gleichzeitig die Aufgabe erhielten,
grieck. Offiziere in den einschlägigen Operationen zu
unterrichten. Diese Landesaufnahme wird auch der
Kartographie des Ä. M. zu gute kommen, da sämt-
liche Westküsten desselben bis zur Grenze Griechen-
lands und die gricck. Inseln in die Neuanfuahme
mit einbezogen werden. Gegenwärtig ist die Gruppe
der Entladen und jene der nordl. Svoraden in das
Netz erster Ordnung bereits einbegriffen worden.
Ägäm igrck., "unverheiratet") heißen die Weib-
chen solcker Tiere, die sich ohne Befruchtung durch
Jungfernzeugung fortpflanzen.
Ägatharied, Gemeinde im Bezirksamt Mieö-
back des bayr. Reg.-Bez. Oberbayern, an der
Scklierack, hat <1895) 3241 kath. (5., Kirche mit
alten Altären' Kohlenbergbau. A. wird viel besucht.
Agathm, das durch Kondensation von Salieyl-
aldebvd und cx-Metbylphenylhydrazin darstellbare
Salicyl-A-Vlctbvlphenylhydrazon. Es bildet geruck-
und gesckniacklose weiße, in Wasser unlösliche, in
Alkobol und Mber lösliche Krystallblättchen, die
gegen Rheumatismus, Ischias und Gicht dienen.
'Agde, Stadt, hat (1891) 7034, als Gemeinde
7389 E. ft3234E.
*Agen, Stadt, hat ^1891) 18403, als Gemeinde
^Agende. Eingehendere Studien und gründ-
lickere Bekanntschaft mit ältern cvang. Gottesdienst-
ordnungen fübrtcn zu der Erkenntnis, daß die alte
preumscke A. von 1822 der Gemeinde an evang.
Wabrbeit und liturgischer Schönheit nicht das Er-
iorderlicke biete-, auch genügte sie keineswegs dem
rein praktiscren Bedürfnis. Äußerst lückenhaft, bot
sie für die allereinfachsten liturgischen Bedürfnisse
der feiernden Gemeinde und des geistlichen Amtes
oft nickts; gab sie dock z. B. gar keine Fingerzeige
liturgische Andackten), für die ^eier patriotischer
Festtage und Missionsfeste, für die Einführung der
Geistlicken u. s. w. Aus diesen Gründen erkannte
das Kirckenregiment das Bedürfnis einer Agenden-
revision bereits in den dreißiger Jahren offen an
und bat es seitdem nicht mehr in Frage gestellt'
energiscke Tckritte zur Verwirklichung derselben sind
jedock erst nach Einführung der Generalsynode
i187^) gethan worden. Nachdem bereits die erste
Generalsvnode von 1879 die Revision einmütig ge-
fordert batte und die Gcneralsynoden von 1885 und
1891 diese Forderung wiederholt hatten, ist schließ-
lick der Generalsynode von 1894 vom evang. Ober-
kirckenrat der Entwurf einer neuen A. vorgelegt
und von ibr i!0. und 14. 'Nov.) angenommen wor-
den. Die neue A. (hg. vom evang.' Obertirckenrat,
Berl. 1895) hat in geeigneter Weise alle bisber fühl-
bar gewordenen Mängel beseitigt, sie bat besonders
eine "freiere Bewegung der Vesonderbeiten des Be-
kenntnisses" innerbalb der Einheit der Landeskirche
ermöglickt und bietet ein Kirchenbuch so reick an For-
mularen und Anleitungen für alle Arten gottes-
vicnstlicker sveiern, wie es der großen evang. Lan-
deotirche Altpreußens würdig ist. Die A. ist durch
ein besonderes Kirchengesetz (vom 18. Juni 1895)
eingefübrt worden, welches jedoch die einstweilige
Beibebaltung älterer Gottesdienstorommgen unter